
Um acht Uhr deutscher und nicht afrikanischer Zeit traf ich mich heute mit Sammy. Zu meiner Überraschung drückte er mir direkt seinen Motorradschlüssel in die Hand. Nach einer kurzen Probefahrt über das Camp-Gelände sprang er auf und navigierte mich zum Crater-Lake-Game-Reserve. Hier angekommen, begrüßten uns direkt ein paar Pumbas. Nachdem wir uns registriert hatten, fuhr nun Sammy weiter und wir stellten das Motorrad nach 10 Minuten im Busch ab. Von nun an gingen wir zu Fuß weiter. Da es hier weder Elefanten noch Löwen gibt, können wir unbewaffnet durch die Kante Streifen. Auf Leopard, Büffel und Hyäne werden wir hoffentlich einfach so nicht treffen. Wir müssen nicht lange gehen und treffen auf einen kleinen Zoo, da die Regenzeit hier einen kleinen Fluss hat entstehen lassen. 360° Tiere. Von Giraffen, Zebras, Thompson Gazelle über Oliv-Pavian, Impala und Pumba. Es ist auch toll, nun andere Arten kennenzulernen. So habe ich die Massai-Giraffen und die Bushnell-Zebras vor mir und tatsächlich sehe ich Unterschiede, wo ich vor meiner Reise dachte, Giraffe ist Giraffe und Zebra ist Zebra. Selbst die kleinste Antilopen-Art hoppelt uns über den Weg und ich entdecke auch die winzig kleinen Kotkügelchen des Dig Digs, das ausgewachsen nur etwa 60 cm groß ist. Nachdem wir den Zoo verlassen haben geht es weiter mit der Spurensuche. Nun finden wir ein paar Hyänen-Fährten, Giraffen-Dung, anderen Dung mit “Blut im Stuhl”, da ist wohl jemand dolle krank, ein Hippo-Skelett, ein paar Löcher, die von Pumbas als Zuhause gebuddelt wurden und wir konzentrieren uns sehr auf das uns umgebende Vogelgezwitscher. Und dann stolpern wir doch nochmal in ein paar Tiere hinein. 2 Elands die von einer Herde Wasserböcke begleitet werden. Wir haben heute also die kleinste und die größte Antilope hier gesehen. Es ist erstaunlich, wie wenig man sehen kann und wie plötzlich dann doch ein Haufen Tiere auftauchen. Nach 2 Stunden sind wir wieder beim Motorrad, welches von ein paar Pavianen in Beschlag genommen wurde. Gottseidank haben sie aber ihr Revier nicht markiert. Das Motorrad wurde nun woanders abgestellt und für uns ging es nun bergauf, hoch auf den Krater, des namensgebenden Kraters des Crater-Lake-Game-Reserves. Am höchsten Punkt angekommen, hatten wir eine spektakuläre Aussicht auf sowohl den See im Krater, als auch die 2 anderen Seen, den See Naivasha und Oloidien. Auch das Umland mit seinen vielen Blumenfarmen eröffnet sich uns jetzt. Ich bin sowieso überrascht, wie bergig und grün Kenia hier ist, aber es liegt wohl an den 3 Seen. Wir setzten uns ein wenig hin und genossen einfach nur die Aussicht, während über dem Krater-See die Fischadler kreisten und an uns quickvergnügt Vögel so schnell vorbei flogen, dass wir hören konnten, wie ihre Flügel die Luft schneiden, auch wenn sie sich kein bisschen bewegten. Als der Hunger sich anbahnte machten wir uns zum Abstieg zum See. Auf dem Weg entdeckte ich einen tollen Fotospot, rannte nochmal zurück und Sammy schoss das heutige Foto des Tages. Ich musste nun wieder nach unten und dann gingen wir den Rest noch zusammen bis zum See. Hier trafen wir auf ein paar Black-and-white Colobus Monkeys, also die Affen, die besoffen werden können, aber heute schien es ihnen gut zu gehen. Nun bekamen wir ein 4 Gänge Menü serviert, was wirklich sehr lecker war. Nachdem die Bäuche vollgeschlagen waren, konnte keiner von uns direkt den Krater wieder nach oben, weshalb wir beschlossen uns ins Gras unter einen Baum am See zu legen und ein Verdauungsschläfchen hielten. Nach einer Stunde konnte der Aufstieg in Angriff genommen werden aber es war nun wirklich unerträglich warm. Zurück beim Motorrad ging es auf direktem Wege zum Camp zurück. Ein kurzes Telefonat mit Diana, die ich gestern kennen gelernt habe und ich war schon wieder weg. Wir kauften gemeinsam Mehl und Öl ein und machten uns zu ihr nach Hause. Heute bringt sie mir bei, wie man Chapatis macht. Während wir also backen, schaut immer mal jemand anderes in die Wohnung hinein und unterhält sich kurz mit uns und freut sich, dass ich von Diana Chapatis machen lerne, da sie im Dorf bekannt ist, dass sie die besten bäckt. Nachdem sie mir die jeweiligen Schritte vorgemacht hat, bin jeweils ich an der Reihe. Sie sind erstaunt, wie gut ich kneten und mit dem Nudelholz umgehen kann und meinen, dass ich eine sehr gute Ehefrau abgeben würde. Als sie dann noch sehen, wie ich die Chapati in der Pfanne wende, wollen sie mich mit einem Bruder verheiraten, gottseidank alles nur scherzhaft. Also die Chapati fertig sind, bereiten wir noch Weißkohl zu uns essen gemeinsam.der Rest wird mir für morgen als Lunch-Paket eingepackt und als ich in der Gasse den Abwasch mache, staunen alle nicht schlecht. Eine Weiße, die Geschirr spült, dass haben sie sich im Leben nie erträumt. Das Abwaschwasser wird außerhalb des Wohnverbundes in die Gosse gekippt, wo schon Hühner und Gänse auf die Essensreste warten. Diana bringt mich noch zurück ins Camp und ich falle geschafft ins Bett.