
Tier des Tages heute ist Mister Beans, unser Baby-Kätzchen, bei dem wir noch die Bluttests abwarten müssen, ob es sich um eine Hauskatze, eine afrikanische Wildkatze oder einen Hybrid handelt. Aber bisher sprechen alle Zeichen für afrikanische Wildkatze, da das Fell Tag um Tag heller wird und die Ohren kleine Pinsel haben. Mister Beans kam zu uns, da seine Hinterläufe gänzlich taub waren aufgrund eines Bruches in der Wirbelsäule. Mittlerweile ist er schon wieder so gut drauf, dass er mit uns spielen kann und seine Hinterläufe wieder nutzen kann. Manchmal sind sie aber noch etwas schwach und manchmal laufen sie neben den Vorderläufen, wenn alles zu schnell geht. Das beste Training für ihn, ist mit ihm zu spielen, wozu wir heute mal ausgiebig Zeit hatten. Die Jagdinstinkte trainieren, das macht Spaß. Während Ed ihm trainieren möchte, nicht zu beißen, darf er bei mir alles geben. Wenn es eine Wildkatze ist, muss sie ordentlich kämpfen können. Sie stößt sogar ab und zu eine Art Knurren oder Brüllen aus, die gar nicht so niedlich klingen. Nachdem wir morgens alle Hähnchen zurechtgeschnitten haben, füttern waren und mit Beans gespielt haben, ging es an etwas gröbere Arbeit. Wir durften ein hölzerne Wandverkleidung niederreißen, während es immer wärmer wurde. Nach und nach wurden alle Schichten Kleidung ausgezogen und die Arbeit wurde mit der Zeit immer schwerer. Einige Regenspinnen in sämtlichen Größen kamen zum Vorschein, Millionen von Ameisen und sogar ein Skorpion. Ich bin sehr froh, dass ich ihn gesehen habe, bevor ich das nächste Stück Holz mit meinen Händen anpackte, Ed war etwas mehr geschützt, da er den Zimmermannshammer in der Hand hielt. Von allen Skorpionen, die ich bisher gesehen habe, war es der größte. Einer der Festangestellten, entfernte ihn gekonnt und es konnte weiter gehen, bis ich nicht mehr konnte. Das war der Moment in dem ich in unser Krankenhauszimmer ging und mitbekam, dass Kira, unser Sorgenkind-Gepard, nicht mehr länger unter uns weilt. Ich schnappte also Ed nach ein paar tröstenden Worten an Kerry und wir gingen zu ihr. Wir verabschiedeten uns respektvoll von ihr. Jeder merkte, dass die Stimmung nun eine ganz andere war. Als hätte jemand, eine Kerze ausgepustet. Der Rauch vernebelte die Stimmung. Keine einzige Brise. Der Wind scheint zu schlafen. Wir legen unsere Hand auf Kira und verabschieden uns. Die Mittagspause hilft allen, neue Kraft zu sammeln. Seelisch als auch körperlich. Heute betreten wir das erste Mal das Gehege von unserem Leopard. Auch hier muss sauber gemacht und die Wege etwas frei geschnitten werden. Er ist der wildeste von allen und so sieht auch das Gehege aus. Ich finde 3 Stellen, an denen er scheinbar ein Perlhuhn erlegt hat. Nach den Säuberungsarbeiten, wird der Strom wieder angestellt und er kann zurück in sein Gehege. Jetzt fehlt nur noch die große Fütterungsrunde. Da Msizi heute der alleinige Touristen-Guide ist, übernehmen wir sehr viele Aufgaben eigenständig: Füttern, abschließende Kontrollrunde aller Tiere, Schließen sämtlicher Schlösser, Dokumentation, Abwasch aller Näpfe und Auftauen der Hühnchen für den morgigen Tag. Wir werden immer besser und es macht wirklich Spaß aus der Praktikantenrolle so schnell herauszuwachsen. Zum Feierabend bitte ich unsere Löwen noch sich während der Dämmerung auszubrüllen, da die letzte Nacht extrem unruhig war und wir kaum schlafen konnten. Aber wahrscheinlich sind sie heute genauso müde wie wir.