Self-care

Eigentlich wollte ich heute einen Motorradausflug mit dem Bike von meinem Gastgeber machen, der es mir gestern angeboten hatte. Als ich aber Aufstand, war Handre schon auf Arbeit und mit ihm all seine Schlüssel. Also musste wieder einmal eine Planänderung her. Ich schlief erstmal noch ein bisschen länger und dann machte ich mich auf einen Spaziergang. Ging von hier nach dort, erklomm die steilen Straßen von Kapstadt, kam an Obdachlosen-Gegenden und den reichsten Häusern und Hotels vorbei und schoss im Kaufhaus das heutige Foto des Tages von der Rolltreppe aus. Ich finde es immer ziemlich interessant, wie Kaufhäuser so in anderen Ländern aussehen und was es so zu kaufen gibt. Am Ende bin ich drei Stunden in der Gegend herum gelaufen, um einen Schmuckladen zu finden, der geöffnet hat, welcher noch existiert und zu dem ich Zugang habe, denn oftmals waren die Schmuckläden auf Privatgelände eines der Reichen Hotels oder Häuserkomplexe. Warum ich danach suchte, bleibt mein Geheimnis. Ich wüsste nicht, wie ich das in mein Tagebuch schreiben sollte. Dann ging es wieder nach Hause, ein bisschen ausruhen, die Zeit nach Kapstadt planen, Yoga machen und dann war es auch schon an der Zeit für ein wenig Kultur. Nachdem ich gestern schon in der Oper war, um einen Chor zu hören, ging es heute ins Theater, um einen Film zu sehen. Ich habe das Gefühl ich gönne mir nicht all zu viel auf meinen Reisen, aber als ich heute im Kino saß, hab ich gemerkt, ich tue wirklich mal was für mich. Alleine ins Kino zu gehen, hat schon was für sich. Es ist erst das 2. Mal in meinem Leben, dass ich das mache, aber ich genieße es. Ich fühle mich wieder einmal wie in Jena, diesmal aber im Kino Schillerhof. Als ich realisiere, dass ich gerade in Südafrika bin, muss ich lachen. Das Theater ist wirklich schön. Es sieht aus, wie aus einem Film, ganz klassisch, wie man es aus alten Zeiten kennt, nostalgisch, schick. Ich genieße die Zeit, in der ich mir keine Sorgen machen muss, ich tauche in eine andere Welt. Als der Film “Anora” vorbei ist, brauche ich etwas, um wieder in die Realität zu finden. Dean, mit dem ich mich danach zum Essen treffe, macht sich etwas witzig, da ich etwas träume und nicht anwesend bin. Wir haben einen gemütlichen indischen Abend gemeinsam und ich habe seitdem ich in Südafrika bin, noch nicht einmal Fleisch gegessen, so satt habe ich es aus Südamerika. Ich fühle mich aber auch viel besser dadurch.

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