
Wenn man schon einmal in Posadas ist, muss man sich auch die Stadt anschauen und genau das haben wir heute gemacht. Mit dem Bus fuhren wir also ins Zentrum und bekamen im Bus von der Frau, die wir vorher etwas über den Linienverkehr in Posadas ausgefragt haben eine Mandarine und eine Orange geschenkt. Trotz dessen, dass sie in Eile war, führte sie uns im Schnelldurchlauf einmal im Zentrum herum. Danach tauschten wir das erste Mal auf dem Schwarzmarkt Geld um. Zu unserer Überraschung kam nach der dunklen Gasse ein ziemlich schickes Büro mit richtig netten Leuten darin. Danach gönnten wir uns mal ein richtig gutes Essen. All-you-can-eat vom Buffet während zur Einstimmung auf Brasilien schon mal brasilianische Musik lief. Gut vollgefüttert ging es dann im Schneckentempo voran. Leider hatte das Nationalinstitut für Yerba Mate bereits geschlossen. Das es sowas überhaupt gibt, ist schon super witzig aber auch interessant. Noch interessanter wäre gewesen, mal einen Blick hinein zu werfen. Unsere zweite Anlaufstelle war dann die Costanera. Wir liefen also wieder entlang des Paraná-Flusses, ja wir sind immer noch am gleichen Fluss seit Rosario, und konnten auf der anderen Seite mal wieder Paraguay sehen. Diesmal gab es sogar eine Brücke nach drüben, aber wir blieben heute auf argentinischer Seite. Vorbei am riesigen Monumento a Andresito Guacurarí spazierten wir in der schwülen Hitze flussaufwärts, wurden ab und zu von Kajaks oder joggenden Leuten überholt und genossen einfach die Zeit und frische Brise. Auch wenn es nur ein Fluss ist, kommt mir der Paraná doch immer wieder wie ein Meer vor. Um mein Ohr vor dem Wind zu schützen, trug ich fleißig mein Stirnband trotz Hitze. Ich war ein bisschen stolz auf mich, das Durchgehalten zu haben. Es geht noch an einem Strand und am Hafen vorbei, von wo aus ich das Foto des Tages geschossen habe. Es zeigt eine Trainingsregatta etwa 5 jähriger Kinder mit Posada im Hintergrund. Dann ist der Flanierabschnitt der Küste leider auch vorbei und wir biegen in die etwas unschönere Stadt ein. Jetzt haben wir immer noch 5 km vor uns, um wieder bei unseren Rucksäcken zu sein. Wir müssen unsere Zeit aber auch bis 20 Uhr vertrödeln, da Emiliano, bei dem wir couchsurfen dürfen, bis dahin arbeiten muss. Wir laufen durch ein paar reichere Straßen, biegen um die Ecke und das Bild wendet sich 100%. Im Slalom um die Hundehaufen und weiter geht’s. Kurz vor acht holen wir unsere Rücksäcke in unserer Unterkunft ab und nehmen einen Über zu Emiliano. Der erwartet uns schon freudig und mit offenen Armen. Gerade selbst erst 5 Minuten nach seinem 24-Stunden-Dienst zu Hause, öffnet er seine Türen für uns. Er ist so ein lieber Mensch und wir schließen ihn sofort in unser Herz. Wir kochen nur noch gemeinsam, ich setze mich mal wieder an die Gitarre und wir lachen super viel. Er ist in unserem Alter und da er soziale Arbeit studiert hat mit Schwerpunkt mentale Gesundheit und Drogenmissbrauch, können wir uns als Psychologin und Ärztin auch in diesem Feld gut austauschen. Wir sind sehr froh, dass er uns angeschrieben hat und gefragt hat, ob wir nicht bei ihm schlafen wollen. Als wir ins Bett gehen, bedanken wir uns bei ihm, worauf er antwortet: Nein nicht doch, ich bedanke mich bei euch, dass ihr mir Gesellschaft leistet!