Zu schön, um wahr zu sein?

Ausschlafen, aufstehen, Wäsche abnehmen, Sachen packen und Carol davon überzeugen, dass mein Porridge schmeckt. Hat gottseidank geklappt. Nach dieser kleinen, man könnte es fast schon Morgenroutine nennen, sammeln wir Patrick und Nils in ihren Hostels ein und gehen gemeinsam zum und in bzw auf den Leuchtturm Faro de Cabo Polonie. Die Brise in 38 m Höhe ist sehr angenehm und deshalb halten wir es sehr lange hier oben aus. Wir haben direkten Blick auf die Seelöwenkolonie. Auch ihnen ist zu heiß und sie tummeln sich heute fast alle im Wasser. Als wir die Blickrichtung wechseln, entdecken wir Delfine, wieder Tümmler und sie umranden einmal das gesamte kleine Kap auf dem wir uns gerade befinden, mitten durch die Seelöwenkolonie. Wir können sie wieder sehr lange beobachten, vom Leuchtturm aus perfekt und wieder sind wir unheimlich froh, diese Momente miteinander teilen zu können, aber auch geschenkt zu bekommen. Danach noch gemeinsam Algen- und Fischbällchen und Tintenfischringe im Lo de Dani verschlingen. Unser Timing ist heute sogar ohne vorherige Planung perfekt, sodass wir um 2 Uhr wieder in den Truck, der uns über Strand, Sanddüne und Kiefernwald wieder zurück zum Busbahnhof von Cabo Polonio bringt. Wir haben die Prime Position, ich sitze auf der oberen Plattform ganz vorn. Von der Sonne gewärmt und vom Fahrtwind gekühlt, super Kombination. Damit ihr einen kompletten Überblick über meinen Tag bekommt, kommt jetzt eine ziemlich wilde Information für manche: Cannabis ist hier ja legal und wirklich jeder raucht hier. Ich bin prinzipiell offen für alles auf dieser Reise, aber Rauchen kommt für mich ja absolut nicht in Frage. Cannabis ist eine Pflanze und wenn das hier legal ist und ich hier überall die Pflanzen wachsen sehe und weiß, wo es herkommt, fühle ich mich recht sicher, dass ich nicht irgendeinen Quatsch verkauft bekomme und dass sie sehr gut wissen wie viel oder eben wie wenig man konsumieren sollte. Nun zum Punkt, man kann ja Cannabis auch essen und an vielen Hütt steht, dass es Magic Brownies gäbe, also Schokokuchen mit Cannabis. Genau so einen haben wir uns gestern gekauft. Heute habe ich ein Viertel der eigentlichen Portion gegessen, also nur einen kleinen Bissen und nach 2h zu Beginn unserer Busfahrt fing ich an, die Wirkung zu merken. Erst fühlte es sich an, als würde man etwas beschwippst sein, doch dann wurden meine Augen ziemlich müde und alle Eindrücke also alle Bewegungen, Geräusche und Lichtänderungen habe ich viel stärker wahrgenommen. Wenn ich die Augen geschlossen habe, konnte ich super träumen, die Bewegungen des Busses wurden in das Video, das sich vor mir abgespielt hat, eingefügt, ganz viele bunte Wellen entstanden durch das Schaukeln im Bus. Die Busfahrt würde zur super Achterbahnfahrt. Aus Umgebungsgeräuschen wurde ein neues Lied komponiert und ich fing gedanklich an zu tanzen. Was ich aber auch hatte, waren leichte Kopfschmerzen, also hat sich auch meine Aufmerksamkeit darauf konzentriert. Mein Kopf fühlte sich an, als würde er mir zähflüssig langsam davon fließen. Wenn ich mit meinen Gedanken in einem Tunnel war, fing mein Kopf an, langsam die Form des Tunnels anzunehmen. Dieses Gefühl fand ich sehr unangenehm und ich war gottseidank noch so bei Sinnen, dass ich, immer wenn es zu diesen gedanklichen Kopfverformungen kam, mich zwang, die Augen zu öffnen und ich war wieder zurück in der Realität, zwar müde, aber ich war gut bei Sinnen. Ich bin insgesamt froh, dass ich diese Erfahrung machen konnte und auch froh, dass ich nur ein Viertel des Brownies gegessen habe. Nach gut 3 Stunden kamen wir in Punta del Este an, suchten uns ein Hostel und gingen noch kurz an den Strand, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Danach nur noch eine ziemlich große Stärkung und ab ins Bett.

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