{"id":618,"date":"2024-02-27T13:40:59","date_gmt":"2024-02-27T12:40:59","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=618"},"modified":"2024-07-12T00:50:37","modified_gmt":"2024-07-11T22:50:37","slug":"antarktis-drake-lake-oder-drake-shake","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/02\/27\/antarktis-drake-lake-oder-drake-shake\/","title":{"rendered":"Antarktis Tag 2: Drake-Lake oder Drake-Shake?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"790\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/pxl_20240219_17534993628753179137694684971-790x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-617\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/pxl_20240219_17534993628753179137694684971-790x1024.jpg 790w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/pxl_20240219_17534993628753179137694684971-231x300.jpg 231w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/pxl_20240219_17534993628753179137694684971-768x995.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/pxl_20240219_17534993628753179137694684971-1185x1536.jpg 1185w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/pxl_20240219_17534993628753179137694684971-600x778.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/pxl_20240219_17534993628753179137694684971.jpg 1543w\" sizes=\"auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir durchqueren die Drake-Passage des S\u00fcdozeans, hier treffen warme und kalte Str\u00f6mungen aller anderen Weltmeere aufeinander. Aufgrund dessen, ist diese Passage f\u00fcr sehr hohe Wellen bekannt. Dementsprechend konnte ich recht wenig schlafen. Als ich mich heute morgen auf den Weg zum Yoga mache, Yoga ist \u00fcbrigens sehr schwer bei einem solchen Seegang, werden nach und nach immer mehr Leute seekrank. So ziemlich alle nehmen zur Vorsorge Medikamente. Mir geht es auch ohne allem ziemlich gut, gottseidank. Ich m\u00f6chte es mir nicht vorstellen in meiner Kaj\u00fcte ohne Fenster den Tag zu verbringen. Es gibt viel zu viel zu erleben. Wir werden heute auf die kommenden Tage vorbereitet. Zun\u00e4chst bekommen wir eine Art Sicherheitsunterweisung wie wir uns in der Antarktis und in den Zodiacs (robusten Schlauchbooten) zu verhalten haben. Wie viel Sicherheitsabstand zu den Tieren? Wer hat Vorfahrt auf den Pinguin-Highways? Wie steige ich ins Boot? Alles sowas eben. Danach folgt ein fakultativer Kurs zu Citizen Science Programs. Wir befinden uns ja auf einer Exkursion und deshalb werden wir auch Daten f\u00fcr alles m\u00f6gliche sammeln: wie viel Phytoplankton befindet sich im Wasser? Welches und in welchem Verh\u00e4ltnis? Welche Seev\u00f6gel haben wir wann und wo gesehen? Falls wir Wale sehen, ist ein Foto der Schwanzflosse zielf\u00fchrend, da sie wie ein Fingerabdruck individuell f\u00fcr jedes Tier ist, um Daten zu sammeln, wo sie sich im Moment befinden und welche Strecken sie zur\u00fccklegen. Gleiches gilt f\u00fcr die Unterseite einer Robbe. Heute als ganz viel Input. Nach einem sehr guten Mittagessen, der Chefkoch, Frank, ist \u00fcbrigens aus Stuttgart, machen wir uns ans S\u00e4ubern unserer \u00e4u\u00dferen Kleidungsschicht. Das Ganze nennt sich Biosecurity. Da die Antarktis ein so sensibles \u00d6kosystem ist, und riesigen Effekt auf unser Klimasystem hat, m\u00fcssen wir es ganz besonders sch\u00fctzen. Kein Dreck, kein Krankheitserreger, kein Samen einer nicht einheimischen Pflanze darf eingeschleppt werden. Daher, wird alles sorgf\u00e4ltigst gereinigt und desinfiziert. Einmal auf antarktischem Boden d\u00fcrfen wir uns weder setzen, noch hinhocken oder -legen. Den wir wollen auch nichts von dort zu einer anderen Landungszone verschleppen, wie zum Beispiel die aktuelle Avian Influenza, die auch Meeress\u00e4uger und uns Menschen befallen kann. Kurz gesagt, wir wollen also nicht in &#8220;Pinguin-Kacke&#8221; liegen und uns oder andere dadurch mit Vogelgrippe anstecken. Im Mud-Room bekommt jeder seinen Schrank, wo die Sachen nach jeder Expedition platziert werden. Einerseits zum Trocknen und andererseits, weil wir den Geruch nicht im restlichen Schiff haben wollen. Jeder bekommt Gummistiefel, eine Daunenjacke, eine Hardshelljacke, eine Skihose, Handschuhe und eine klitzekleine Rettungsweste. W\u00e4hrenddessen sieht man immer mehr bleiche Gesichter. Wir haben au\u00dferdem gelernt, wie man Str\u00f6mungen und Wellen bestimmt bzw. klassifiziert. Im Moment sind wir tats\u00e4chlich im gr\u00fcnen Bereich, was hei\u00dft, dass die See f\u00fcr die Drake-Passage noch recht ruhig ist. Wir haben nur Wellen von 3 m H\u00f6he und kommen mit einer Geschwindigkeit von 12,5 Knoten sehr schnell vorw\u00e4rts. Das nennen wir hier Drake-Lake, weil es ruhig wie ein See ist, auch wenn keiner einen geraden Schritt machen kann, aber das scheint ruhig zu sein. Im Gegensatz dazu gibt es den Drake-Shake, wo man also noch viel mehr durchgesch\u00fcttelt wird mit Wellen von 8-10 m H\u00f6he. Wir, die nicht seekrank sind, sind sehr froh, dass wir den ganzen Tag zusammensitzen, uns unterhalten, Karten spielen und einfach nur die wilde See auf dem Deck genie\u00dfen d\u00fcrfen. Diese Kraft. Dieses Wilde. Dieses Unmenschliche. Mitten in einem riesigen Ozean auf einem recht kleinen Schiff wie der Ocean Endeavour sein zu d\u00fcrfen, verleiht mir G\u00e4nsehaut. Alles f\u00fchlt sich so unwirklich an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir durchqueren die Drake-Passage des S\u00fcdozeans, hier treffen warme und kalte Str\u00f6mungen aller anderen Weltmeere aufeinander. Aufgrund dessen, ist diese Passage f\u00fcr sehr hohe Wellen bekannt. Dementsprechend konnte ich recht wenig schlafen. 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