{"id":3575,"date":"2025-09-27T13:05:52","date_gmt":"2025-09-27T11:05:52","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=3575"},"modified":"2025-10-07T14:21:15","modified_gmt":"2025-10-07T12:21:15","slug":"kilimanjaro-tag-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/09\/27\/kilimanjaro-tag-5\/","title":{"rendered":"Kilimanjaro: Tag 5"},"content":{"rendered":"\n<p>Barafu-Camp &#8211; Stella Point &#8211; Barafu-Camp &#8211; Millennium-Camp (12km, 2900hm, 14h)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"538\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1000299805-538x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3599\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1000299805-538x1024.jpg 538w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1000299805-158x300.jpg 158w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1000299805-768x1463.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1000299805-807x1536.jpg 807w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1000299805-600x1143.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1000299805.jpg 1026w\" sizes=\"auto, (max-width: 538px) 100vw, 538px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Wecker klingelt 23 Uhr. Der Plan war es um 12 los zu marschieren, bis Avi mit allem fertig ist, ist es 0:42. Zum &#8220;Fr\u00fchst\u00fcck&#8221; gebe ich Coca-Tee aus S\u00fcdamerika aus. Ich habe mich wieder mit meinen Medikamenten aufgepeppelt. Es ist stockfinster Nacht. Vor uns zeichnet sich der Weg ab, durch die Wanderer die bereits gestartet sind und sich den Weg mit Stirnlampen kenntlich machen. Eine Schlange an Lichtern steigt den Berg hinauf. Der Sternenhimmel ist unglaublich sch\u00f6n, aber es ist bitter kalt.\u00a0Wir starten mit unserer Tour. Im Schneckentempo geht es den steilen Berg herauf. Mit Ibuprofen f\u00fchle ich mich sehr gut. Die anderen beiden haben Probleme. Avi ist extrem schl\u00e4frig. Ich Versuche ihn anzutreiben, aber er h\u00e4ngt nur auf seinen St\u00f6cken und kann keinen Meter weiter. Ich entferne den Schal vor seinem Mund, damit er mehr Sauerstoff bekommt und helfe ihm beim tiefen Atmen. Auch wenn die Luft und der Wind extrem kalt sind, wir m\u00fcssen sie einatmen. Nach dem Ultimatum, dass ich Avi stelle: Du musst dich entscheiden, entweder hoch oder runter! Wir k\u00f6nnen hier nicht l\u00e4nger stehen bleiben, es ist zu kalt! Es sind etwa -20\u00b0C, aber der starke Wind macht es bestimmt zu -40\u00b0C. Avi entscheidet sich. Es geht bergauf. Im Nachhinein berichtet er mir, dass ihn nur meine Worte angetrieben haben. Die ganzen 10 Stunden bis hoch zum h\u00f6chsten Punkt. In kleinen St\u00fccken k\u00e4mpfen wir uns voran. Wir laufen 45-60 Minuten und machen dann eine kurze Pause von 5 Minuten, verschnaufen, schnappen Luft, trinken unser eiskaltes Wasser und essen Snacks, um den Zuckerspiegel oben zu halten. Die Wasserflaschen lagern wir verkehrt herum in unseren Rucks\u00e4cken. Falls die Oberfl\u00e4che einfriert, k\u00f6nnen wir so immer noch trinken, da es ja am Boden gefriert durch unsere Taktik. Mittlerweile tragen unsere Guides und Porter unser Gep\u00e4ck. Zum Gipfel werden wir von Isack und Rahim unseren Guides und 2 Portern, den sogenannten summit Portern, Amin und Sadic, begleitet. Sie tragen Sauerstoff f\u00fcr den Notfall und sonstiges Notfallequipment. Allen ist angenehm nur mir ist durch mein Fieber bitter kalt. 2 Paar dicke Socken, 2 Paar Handschuhe, 3 Paar Hosen und 6 Schichten f\u00fcr meinen Oberk\u00f6rper reichen nicht aus. Gottseidank haben wir noch eine Daunenjacke, die ich noch anziehen kann. Wie ein kleines Michelin-M\u00e4nnchen steige ich herauf, versuche wie ein Segel im Wind dagegen anzukommen. Nach 8 Stunden laufen l\u00e4sst die Wirkung meiner Medikamente nach. Ich f\u00fchle mich nicht nur elend, auch meine Lunge tut extrem weh. Meine Bronchitis macht es mir doppelt schwer. 3 Punkte schmerzen so sehr, dass ich Angst habe. Langfristige sch\u00e4den davon zu tragen. Meine Atemfrequenz ist stark erh\u00f6ht. Ich stehe hier ruhig. Wenn wir laufen, schaffe ich eine Fu\u00dfl\u00e4nge in 3 Sekunden. Jeder Schritt ist eine neue Herausforderung. Der Sonnenaufgang bringt kurze Hoffnung.\u00a0 Kurz vorm Stella point entscheide ich abzusteigen. Der Stella Point ist oben auf dem Krater Rand. Gehe ich noch die paar Meter? Nein! Meine Gesundheit ist mir wichtiger. Die Lunge Schmerz zu sehr. Ich bin nicht mal h\u00f6henkrank. Ich \u00e4rgere mich. Seit 6 Jahren m\u00f6chte ich hier hoch und nun, dass ich hier bin, bin ich krank. Ich atme etwa 100 Mal pro Minute. Ich setze mich kurz hin, pl\u00f6tzlich wird mir \u00fcbel und ich muss mich \u00fcbergeben. Die Entscheidung steht: Isack steigt mit mir ab. Dass ich so weit gekommen bin, ist ein Wunder. Jeder bewundert mich, doch ich bin entt\u00e4uscht. Ich werde noch einige Tage brauchen, um meine Leistung zu akzeptieren und Wert zu sch\u00e4tzen. Andere haben ohne Fieber und mit gesunder Lunge schon 2 Tage vorher aufgegeben. Ich bin bis zum Kraterrand gekommen. Die beiden Jungs gehen weiter. Sie k\u00e4mpfen sich noch bis zum Wegzeichen durch. F\u00fcr mich geht es jetzt im tiefen Schotter senkrecht zum Hang den Berg hinab. Isack m\u00f6chte mich tragen. Das kommt f\u00fcr mich absolut nicht in Frage. Er meint, wir m\u00fcssen schnell absteigen, aber ich versuche ihm zu erkl\u00e4ren, dass ich nicht h\u00f6henkrank bin und langsam machen muss. Nach 20 m Abstieg brauche ich eine Pause, da ich v\u00f6llig au\u00dfer Atem bin. An uns laufen so viele Leute vorbei, die h\u00f6henkrank geworden sind und wie besoffen gar nicht mehr bei sich sind. Bei mir ist es nur meine Bronchitis. Ich bin ganz hier im Moment und auch Isack realisiert langsam, dass ich anders bin. Wir steigen also in aller Ruhe ab. Wir genie\u00dfen die Ruhe, die Zeit und teilen unsere Snacks mit anderen, die v\u00f6llig geschafft sind. Mit mehr Ruhe und mehr Abstieg geht&#8217;s mir immer besser. Der Wind l\u00e4sst auch langsam nach und die Sonne w\u00e4rmt mich und ich ziehe eine Jacke nach der n\u00e4chsten aus. Unten am Camp angekommen darf ich mich kurz ins Zelt legen. Ich schlafe sofort ein. Wir sind immer noch sehr hoch, aber Isack hat verstanden, dass ich einfach nur ruhen muss. Ich werde geweckt, es gibt Mittag. Es gibt eine Pizza, die in der Pfanne gebraten wurde, ich bin begeistert. Nachdem der Magen voll ist, kann ich endlich wieder eine Ibuprofen nehmen. Mit dessen Wirkung geht&#8217;s wie ein neuer Mensch weiter. Wir steigen weiter ab zum Millenium-Camp auf 3900 m. Wir lassen uns extrem viel Zeit. Wir bleiben ab und zu stehen und unterhalten uns \u00fcber dies und das. Das Wetter ist nun angenehm, die Sonne w\u00e4rmt uns. Ich hoffe dass es den Jungs gut geht. Die Hubschrauber fliegen unentwegt. Alles ist wie ein Traum. Mir geht es gut, auch wenn ich extrem viel Schleim abhuste. Als wir am Millenium-Camp ankommen, bauen wir gemeinsam das Zelt auf. Die Jungs m\u00fcssen Mittag in dem anderen Zelt im anderen Camp essen, damit ich hier unten mich schon mal wieder hinlegen kann. Ich schlafe die gesamte Zeit. Ab und zu schaut Isack nach mir, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Als ich wach werde, ist es bereits dunkel, die beiden sind immer noch nicht da. Langsam mache ich mir Sorgen. Aber von den Portern wird mir gesagt, dass sie im Barafu-Camp angekommen sind. Als die beiden im Millenium-Camp ankommen, sind sie v\u00f6llig ersch\u00f6pft und fallen in die Schlafs\u00e4cke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Barafu-Camp &#8211; Stella Point &#8211; Barafu-Camp &#8211; Millennium-Camp (12km, 2900hm, 14h) Der Wecker klingelt 23 Uhr. Der Plan war es um 12 los zu marschieren, bis Avi mit allem fertig ist, ist es 0:42. Zum &#8220;Fr\u00fchst\u00fcck&#8221; gebe ich Coca-Tee aus S\u00fcdamerika aus. Ich habe mich wieder mit meinen Medikamenten aufgepeppelt. Es ist stockfinster Nacht. 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