{"id":3510,"date":"2025-09-11T22:22:46","date_gmt":"2025-09-11T20:22:46","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=3510"},"modified":"2025-09-12T10:18:10","modified_gmt":"2025-09-12T08:18:10","slug":"im-waisenhaus-tag-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/09\/11\/im-waisenhaus-tag-1\/","title":{"rendered":"Im Waisenhaus: Tag 1"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000287985-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3509\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000287985-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000287985-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000287985-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000287985-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000287985-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000287985-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000287985-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Weiterreise. Nachdem die Sachen gepackt waren und ich den traumhaften Ort am Naivasha-See verlassen musste, stellte ich mich an die Stra\u00dfe und wartete auf mein Matatu, keine 2 Minuten sp\u00e4ter fuhr das erste vorbei und sammelte mich ein. Bis Naivasha war es kein Euro, den ich bezahlen musste. In Naivasha angekommen, war es Gl\u00fcck, dass ich noch Geld abheben musste und \u00fcber das beste Matatu \u00fcberhaupt stolperte. Non-Stop nach Nairobi f\u00fcr keine 2 Euro mit neuen Sitzbez\u00fcgen und englischen Fernsehen. Das einzige was ich diesmal von der Fahrt au\u00dferhalb des Busses mitbekam war, dass es sch\u00f6n gr\u00fcn war und am Stra\u00dfenrand Kuh- und Schafsfelle behandelt und verkauft werden. Als wir in Nairobi ankommen, leert sich der Bus extrem schnell und ich bin allein auf weiter Flur beziehungsweise allein im Bus und versuche meine Rucks\u00e4cke zu sortieren, w\u00e4hrend ich schon von den ersten&nbsp; Kindern angebettelt werde. Ich gehe erstmal zielstrebig irgendwo hin, um nicht verloren zu wirken, auch wenn ich keine Ahnung habe, wo ich bin. In einer Ecke, in der ich Platz finde in dem gesamten Trubel, kann ich mir kurz Zeit nehmen, mich mit Karte orientieren und Clare bescheid geben, dass ich angekommen bin und wo genau ich bin. Danach k\u00e4mpfe ich mich durch den extrem besch\u00e4ftigten Verkehr von Nairobi. Aber ich packe es gut. Die Karte ist nun im Kopf. Der Kopf scannt den Verkehr unentwegt, da mir Leute entgegen kommen, mich schwere Karren von hinten \u00fcber den Haufen rollen k\u00f6nnten, Busse, Autos und Motorr\u00e4der ohne Plan durch die Stra\u00dfen fahren, Verkaufsst\u00e4nde jeden letzten Zentimeter auf den Gehwegen nutzen und ich von allen angequatscht werde, weil ich Mzungu bin. Nachdem ich mich also durch alles durchgek\u00e4mpft habe, beschlie\u00dfe ich strategisch an einer Shell-Tankstelle zu warten, denn Clare m\u00f6chte mich abholen. Da ich am Ende ganze 2 Stunden warten muss, schlie\u00dfe ich Freundschaft mit den Tankstellenangestellten und mit einem M\u00e4dchen, dass mir Suaheli beibringen m\u00f6chte. Es ist ganz witzig, da sie noch nicht wirklich Englisch sprechen kann. Sie verschwindet kurz und kommt mit den Worten wieder: Der Mann sagt, du bist Geld. Ich muss lachen und nochmal nachfragen, aber es kommen exakt nochmal die gleichen Worte. Unglaublich, genau diese Einstellung mag ich nicht. Genau, was Zulufa immer gesagt hat, viele Leute sehen in mir einfach nur eine Bank. Als es dann endlich so weit war und ich doch mal abgeholt wurde, waren alle negativen Gedanken, die vorher aufkamen, super schnell verflogen. Eine extrem herzliche Begr\u00fc\u00dfung und ich sa\u00df im Auto mit noch einem \u00c4gypter, der auch bei Clare zu \u00fcbernachten schien. Wir fuhren etwas au\u00dferhalb von Nairobi in den Stadtteil Kayole. Zur Begr\u00fc\u00dfung gab es ein kleines St\u00e4ndchen. Ein M\u00e4dchen fing an und aus jeglichen Ecken des Hauses str\u00f6mten mehr und mehr Kinder herbei. Clare hat hier in Kayole ein Waisenhaus errichtet. Noch habe ich keine Ahnung \u00fcber das Ausma\u00df, sp\u00e4ter erfahre ich, dass hier im Haus 150 Kinder leben. Ihr B\u00fcro ist ihr Zimmer, in dem ich mit couchsurfen darf. Mit im Zimmer schlafen die 10 kleinsten und die 3 gr\u00f6\u00dften M\u00e4dchen, um in der Nacht mit zu helfen. Nach der Begr\u00fc\u00dfung bekomme ich Jamal in die Hand gedr\u00fcckt und habe ihn nach 3 Minuten schon halb adoptiert. Den Rest des Tages wird der 6-monate alte s\u00fc\u00dfe Junge auf meinem Arm verbringen, w\u00e4hrend ich den anderen Kindern Sackh\u00fcpfen beibringe oder einfach nur Quatsch mache. Am sp\u00e4ten Abend schl\u00e4ft Jamal in meinen Armen ein, w\u00e4hrend ich ein Lied aus Tansania Summe. In Clare&#8217;s B\u00fcro kommen nun alle zusammen und wollen beten. Danach d\u00fcrfen sie noch Fernsehen. Bis alle am Ende im Bett sind, ist es halb 1. Die kleinen Vorschulkinder klettern in ihren Schlafanz\u00fcgen in ihre Betten und schlafen, w\u00e4hrend Clare und ich mit den 2 J\u00fcngsten in einem gro\u00dfen Bett &#8220;schlafen&#8221;. Jamal ist sehr hungrig und h\u00e4lt mich eigentlich fast die gesamte Nacht wach. Wie Clare das jeden Tag und jede Nacht macht, seitdem sie dieses Projekt ins Leben gerufen hat, ich habe keine Ahnung. Ich bin v\u00f6llig geschafft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiterreise. Nachdem die Sachen gepackt waren und ich den traumhaften Ort am Naivasha-See verlassen musste, stellte ich mich an die Stra\u00dfe und wartete auf mein Matatu, keine 2 Minuten sp\u00e4ter fuhr das erste vorbei und sammelte mich ein. Bis Naivasha war es kein Euro, den ich bezahlen musste. 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