{"id":3477,"date":"2025-09-06T22:34:43","date_gmt":"2025-09-06T20:34:43","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=3477"},"modified":"2025-09-07T16:54:57","modified_gmt":"2025-09-07T14:54:57","slug":"motorradausfahrt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/09\/06\/motorradausfahrt-2\/","title":{"rendered":"Motorradausfahrt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250906_122707157-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3476\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250906_122707157-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250906_122707157-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250906_122707157-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250906_122707157-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250906_122707157-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250906_122707157-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250906_122707157-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn ich schon nicht beim Emmenrausch dabei sein kann, habe ich heute beschlossen wenigstens in Afrika Motorrad zu fahren. Direkt nach dem Fr\u00fchst\u00fcck wurden also erstmal meine F\u00e4higkeiten bei einer Probefahrt gepr\u00fcft und direkt zu Anfang kam ich mir veralbert vor. Wo sind die G\u00e4nge? Will man hochschalten muss man den Schalthebel nach unten bet\u00e4tigen, will man herunterschalten, nach oben. Wenn man es Jahre lang anders gemacht hat, ist es wirklich schwer das in seinem Kopf umzuprogrammieren, dazu noch Linksverkehr. Und dazu noch der Verkehr einer afrikanischen Stadt. Anfangs etwas \u00fcberfordert, aber mit Ruhe funktioniert das alles. William, der Portier des Hostels und Besitzer des Motorrads sitzt hinten drauf und erkl\u00e4rt mir alles mit einer Gelassenheit, die bestrebenswert ist. Zur\u00fcck im Hostel, kommt auch schon Zulufa um die Ecke. Wir schnappen also unsere sieben Sachen und es geht los. Sie ist erstmal sehr misstrauisch, da Frauen in Uganda kein Motorrad fahren. Es gilt als M\u00e4nnersache, da es so gef\u00e4hrlich ist. Sie setzt sich trotzdem hinter mich und wir k\u00f6nnen losfahren. Erst ein bisschen wackelig aber mit jeder Sekunde wird es besser. Wir k\u00f6nnen heute maximal 40km\/h fahren, was sich aber bereits wie 100 anf\u00fchlt. Die Stra\u00dfen sind so kaputt und wir haben ja auch keine Helme auf. Es ist also extreme Aufmerksamkeit gefragt, auch wenn ich gut abgelenkt werde. &#8220;Mzungu!&#8221;, kommt es aus jeder Ecke von den Kindern. Aber nun gaffen eigentlich alle. Die Boda Boda-Fahrer freuen sich und winken immer und rufen mir zu &#8220;Hey Boda Boda!&#8221;. Wir werden von der Stra\u00dfe ordentlich eingestaubt. Ab und zu stehen ein paar Kinder oder auch Erwachsene auf der Stra\u00dfe mit einem gebastelten Seil aus Pflanzen, das als Schranke dient. Sie verlangen Wegzoll von uns. Mit einer Flasche Wasser geben sie sich zufrieden und wir k\u00f6nnen weiter. Zu unserer linken werden B\u00e4ume angezapft. Ihr Harz wir in Plastikbeutel geleitet. Und dann stehen wir nach einer Stunde Fahrt nilabw\u00e4rts auch schon vor dem Tor zu den Itanga-Falls. Ein wenig Eintritt und wir d\u00fcrfen hinein. Das Motorrad wird abgestellt und wir gehen zu Fu\u00df weiter zu den Stromschnellen. Das Wasser ist durch die Kraft wei\u00df gef\u00e4rbt. Nachdem ich die Quelle besucht habe, ist es unglaublich, dass hier nun so viele Wassermassen entlang flie\u00dfen. Wir schlie\u00dfen uns einer anderen Truppe Touristen mit Touristenf\u00fchrer an und bekommen dadurch alle versteckten Ecken gezeigt. Hier gibt es au\u00dferdem extrem viele Spinnen. In einem Netz h\u00e4ngen manchmal 30-50 Spinnen. Wir m\u00fcssen also genau hinschauen, wo wir hin laufen. Die Stromschnellen beruhigen sich, wir kommen zu einem etwas offenerem Platz. Hier bauen ein paar M\u00e4nner ein Boot aus Holz, ich bin begeistert und schaue es mir etwas genauer an. Sie meinen, nach 7 Tagen sind sie fertig und das ganz ohne Strom. Ein Bohrer findet per Handbetrieb seinen Weg ins Holz. Super cool zu sehen. Dann ruft uns aber doch das schattige Picknick-Pl\u00e4tzchen. Wir setzen uns, holen unsere Verpflegung heraus, die wir auf dem Weg eingesammelt haben und ziehen uns direkt unsere Bikinis an, denn hier gibt es auch einen kleinen Strand. Im Nil zu baden, kann ich nun behaupten, es einmal gemacht zu haben. Aber weit k\u00f6nnen wir nicht hinein, die Ste\u00f6mung ist auch wenn deutlich ruhiger, immer noch zu sp\u00fcren. Zu uns gesellen sich einige Kinder mit 2 Kajaks. Sie beginnen zu trainieren. Ich sage neidisch, dass ich auch schon immer mal lernen wollte, wie man eine Kajak-Rolle macht und der Trainer l\u00e4dt mich kurzer Hand ein, zu einer Privatstunden. Zuerst ein wenig hin und her paddeln, dann muss ich tanzen im kayak und nach einer kleinen Besprechung, dass das wichtigste sei, unter Wasser keine Panik zu bekommen, wird mein Kajak auch schon umgedreht. Aber einmal unter Wasser verliert man die komplette Orientierung. Panik habe ich nicht, aber Spa\u00df dabei. Auch wenn ich den Dreh heute noch nicht ganz hinaus bekomme, hatte ich nach etlichen Malen meine Nase ordentlich durchgesp\u00fclt und ordentlich gelacht. Nun durften die Kinder wieder rein ins Kajak und ich st\u00e4rkte mich bevor wir uns von John und den Kindern verabschiedeten und uns wieder aufs Motorrad schwangen. Nun fuhren wir mit ordentlichem Gegenwind einer schwarzen Regenwand entgegen, die sich mit der Zeit immer mehr aufl\u00f6ste aber am Ende die Stra\u00dfe in eine Schlammpiste verwandelte. Nun begann das richtige Abenteuer. Die Finger krallen in den Lenker und versuchen den besten Weg zu finden. W\u00e4hrend man oben oder unten in einer Fahrtrinne balanciert, muss man hoffen, dass man nicht weg rutscht und wenn man es dann doch tut, hoffen, dass man nicht im Graben im tiefen Wasser und Schlamm landet oder gar das Motorrad komplett weg rutscht. Zum Erstaunen vieler und auch mir selbst, schlittern wir durch den Matsch und kommen am Ende auch wenn mit Matschschuhen heile aus der ganzen Sache hinaus. Die einzigen Leidtragenden sind meine H\u00e4nde, die anfingen zu krampfen aber als wir wieder auf etwas trockeneren Stra\u00dfen waren, konnten sie sich auch schnell wieder entspannen. Da Zulufa in dieser Ecke noch nie war, war sie erstaunt, wie ich uns durch die Stra\u00dfen navigierte w\u00e4hrend sie hinter mir Google Maps ge\u00f6ffnet hatte. &#8220;Als w\u00fcrdest du dich hier auskennen!&#8221;, meinte sie. Der Damm, den wir besichtigen wollten, war leider eingez\u00e4unt und versperrt. Nun wollte ich nur noch ein Bild von der neuen Verkehrsbr\u00fccke in Jinja haben, also ging es auf die alte, ich schoss mein Foto und auf dem Weg nach unten wurden wir von ein Paar bewaffneten Soldaten angehalten. Sie nahmen unsere Handys in Beschlag. Ich verstand die Situation \u00fcberhaupt nicht. Ich sollte bitte das Motorrad parken und das Schild da vorne lesen &#8220;Keine Videoaufnahmen!, Keine Fotos!&#8221; Das hatte ich auf dem Hinweg \u00fcberlesen. Nun wollten sie mein Handy konfiszieren. Jetzt gingen meine Alarmglocken an. Auch wenn ein bewaffneter Soldat vor mir stand, lie\u00df ich das nicht mit mir machen. Korruption sei Dank, \u00f6ffnete ich mein Portmonee und beide bekamen 10.000 Schilling, also ungef\u00e4hr 3 \u20ac in die Hand, waren gl\u00fccklich und ich bekam mein Handy wieder. Nun konnte es aufgeregt weitergehen. Wir kamen bei Zulufa zu Hause an und bekamen nach einer herzlichen Begr\u00fc\u00dfung direkt einen \u00fcbervollen Teller zu essen in die Hand gedr\u00fcckt. Nachdem der zur H\u00e4lfte verspei\u00dft war, bekam das Motorrad schnell noch eine W\u00e4sche verpasst und es konnte wieder zur\u00fcck in die Stadt gehen. Zur\u00fcck \u00fcber die Br\u00fccke, wo die Soldaten abgegr\u00fc\u00dft wurden und zur\u00fcck ins Hostel, wo sich William freute, sein Motorrad wieder heile in die Hand zu bekommen. Er hatte sich zwischendurch gro\u00dfe Sorgen gemacht, da er die Regenwand in unserer Richtung gesehen hatte und mehrfach angerufen. Ende gut alles gut. Nun fragte er Zulufa, ob sie mir nun auch vertrauen w\u00fcrde&#8230; 100% kam als Antwort. Die Bezahlung war ein voller Tank und nun spielten wir nur noch etwas Billiard im Hostel bevor ich v\u00f6llig m\u00fcde und ersch\u00f6pft in Bett fiel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich schon nicht beim Emmenrausch dabei sein kann, habe ich heute beschlossen wenigstens in Afrika Motorrad zu fahren. Direkt nach dem Fr\u00fchst\u00fcck wurden also erstmal meine F\u00e4higkeiten bei einer Probefahrt gepr\u00fcft und direkt zu Anfang kam ich mir veralbert vor. Wo sind die G\u00e4nge? Will man hochschalten muss man den Schalthebel nach unten bet\u00e4tigen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3476,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-3477","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-foto-des-tages"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3477"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3477\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3480,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3477\/revisions\/3480"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}