{"id":3431,"date":"2025-08-29T22:00:49","date_gmt":"2025-08-29T20:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=3431"},"modified":"2025-11-25T00:45:55","modified_gmt":"2025-11-24T23:45:55","slug":"safari-durch-uganda-tag-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/08\/29\/safari-durch-uganda-tag-8\/","title":{"rendered":"Safari durch Uganda: Tag 8"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000280139-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3496\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000280139-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000280139-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000280139-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000280139-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000280139-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000280139-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1000280139-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Endlich mal ausschlafen, jedenfalls so halbwegs. Zum Fr\u00fchst\u00fcck treffen wir uns heute um 8 Uhr und da wir heute auch nicht weiter reisen, musste ich mein Gep\u00e4ck auch nicht vorher packen. Gefr\u00fchst\u00fcckt wird also in aller Ruhe, danach packe ich erst meinen Tagesrucksack zusammen und dann geht es los. Wir fahren nach Bigodi, ein kleines Dorf unweit von unserer Unterkunft. Hier \u00fcberreicht mich Perez an Phiona, die mich die n\u00e4chsten 2-3 Stunden durch die Natur und die Dorfgemeinschaft f\u00fchren wird. 2-3 Stunden hei\u00dft es, je nachdem, wie interessiert ich bin und wie viele Fragen ich stelle. Ich kann schon mal vorweggreifen, dass meine Tour am Ende 6 Stunden gedauert hat. Der Preis war der gleiche, nur das ich diesmal auch ein Trinkgeld habe springen lassen. Wir beginnen unsere Tour erstmal in der Natur. Direkt von der Hauptstra\u00dfe abgebogen, entdecken wir bereits in den ersten B\u00e4umen, die ersten Affen. Die Red Colobus monkeys, die eine gef\u00e4hrdete Rasse sind und daran gar nicht mal selbst so unschuldig sind. Wenn er junge Bl\u00e4tter frisst, kann es sein, dass diese in seinem Magen fermentieren und er davon betrunken wird. Das ist der Augenblick in denen er denkt, dass er es mit den Schimpansen aufnehmen kann, sie angreift, besoffen durch die Baumkronen gejagt wird, so lange, bis er, weil er noch einen zweiten Nachteil hat, denn er hat keinen Daumen, anders als der Schimpanse, vom Baum f\u00e4llt und unten schon von einem anderen Team an Schimpansen erwartet wird. Und das Ganze ohne freudige Absichten, sondern eher um ihn zu verspeisen. Wenn man diesen Affen hier in Kibale nicht sieht, kann man ihn leider nur noch in Zoos finden. Die andere Art Affe, die wir hier finden, ist schon etwas besser dran. Sie leben in Gruppen von 15-20 Tieren zusammen. Heute sehen wir 3 dieser Gruppen im Wald und ihrem Benehmen nach zu urteilen, geht es ihnen ganz gut. Flink flitzen sie durch die Baumkronen. Immer pr\u00e4sent ihr roter Schwanz, der den Red tailed Monkeys ihren Namen verliehen hat. Noch viel beeindruckender aber ihr kleines s\u00fc\u00dfes Gesicht mit der wei\u00dfen herzf\u00f6rmigen Nase, wie im Foto des Tages zu sehen. Dann hat mich der kleine Racker noch nett angel\u00e4chelt und ich war zufrieden. Sein gro\u00dfer Bruder hustete und nieste w\u00e4hrenddessen und ein paar andere tollten weiter wild in den Baumkrone umher. Im n\u00e4chsten Baum wartete dann schon Affenart Nummer 3 auf uns. Der Verwandte des Red Colobus monkey, der White and black colobus monkey, aber anders als er wird er nicht aufm\u00fcpfig, denn auch er hat die F\u00e4higkeit besoffen zu werden. Wenn dies bei ihm eintritt, ist er weise wie ein alter Mann, wie er auch eindeutig aussieht, klettert vom Baum und holt sich Elektrolyte von Termitenh\u00fcgeln und anderen Orten. Phiona erz\u00e4hlt mir einige Anekdoten aus der afrikanischen Tradition, je nachdem was wir entdecken. Zu allem gibt es irgendeine Geschichte. Wasserl\u00e4ufer wurden von M\u00e4dchen gefangen, auf die Brustwarzen gesetzt, sie wurden gebissen und alles in der Hoffnung, dass man dadurch gro\u00dfe Br\u00fcste bekommt. Nat\u00fcrlich schwollen die Brustwarzen dadurch an, aber vermutlich nicht viel mehr. Wir finden schwarzen Pfeffer, Papyrus und Vanille. Die Silver-leave-Desmodium-Pflanze, deren Samen gern an der Kleidung fest kletten, wurden als Beweis genutzt, dass ein Partner fremd geht, also die &#8220;Busch Lodge&#8221; verwendet hat. Ich lerne au\u00dferdem, dass M\u00e4dchen nach wie vor nicht auf B\u00e4ume klettern oder Fahrrad fahren lernen d\u00fcrfen, da die Angst zu gro\u00df ist, dass sie ihre Jungfr\u00e4ulichkeit dabei verlieren k\u00f6nnten.\u00a0 Ich muss laut auflachen, aber es ist komplett ernst gemeint. Hochzeiten in Uganda sind heute noch oftmals arrangiert. Und die Familie des Mannes muss der Familie der Frau einen guten Preis in Form von K\u00fchen und Ziegen zahlen. Ist die Jungfr\u00e4ulichkeit nicht mehr gew\u00e4hrt, geht dieser Preis drastisch nach unten. Die Familie des M\u00e4dchen achtet also streng darauf, dass das nicht passiert, um m\u00f6glichst gut bezahlt zu werden. Nach dem lehrreichen Spaziergang durch die Natur geht es nun ins Dorf. Zuerst besuchen wir eine Familie, die vom Kaffeeanbau lebt. Zur Begr\u00fc\u00dfung gibt es eine sonnengetrocknete Kaffeefrucht, was hei\u00dft, dass man willkommen ist. Bekommt man diese in den ersten 10 Minuten nicht \u00fcberreicht, sollte man zusehen, dass man das Weite sucht. Nachdem ich die Bohnen aus der Frucht gesch\u00e4lt habe, werden die Bohnen vernascht. Ich bin \u00fcberrascht \u00fcber den Geschmack. Es erinnert \u00fcberhaupt nicht an Kaffee. Ich darf lernen, wie man Kaffee in Afrika zubereitet. Zun\u00e4chst denke ich mir, ich wei\u00df schon alles aus Kolumbien, aber da habe ich mich get\u00e4uscht, das Erlebnis wird ein v\u00f6llig anderes. Zun\u00e4chst werden die Bohnen mit einem Holzst\u00f6\u00dfel aus den sonnengetrockneten Fr\u00fcchten geholt. Zum Anfeuern wird ein traditionelles Lied gesungen, da die Arbeit gar nicht so einfach ist. Der St\u00f6\u00dfel ist etwa 1 m lang, also auch dementsprechend schwer.&#8221;Wir werden Kaffee trinken, der Kaffee von Uganda ist so s\u00fc\u00df&#8221; &#8220;Poundy, poundy, poundy Coffee poundy&#8221; &#8211; &#8220;Mahlen, mahlen, mahl den Kaffee mahl ihn&#8221;. Dieses Lied werde ich noch den Rest des Tages im Ohr haben und singen. Nun werden die Schalen entweder durch Wind oder durch sanftes Pusten von den Bohnen getrennt, w\u00e4hrend sie gekonnt auf einer Matte in die Luft geworfen werden. Nachdem die Bohnen befreit sind, werden sie \u00fcber Feuer im Tontopf ger\u00f6stet. F\u00fcr mich, r\u00f6sten wir die Bohnen nur leicht an. Danach geht es wieder in den M\u00f6rser-Topf und wir singen wieder. Diesmal mit einem anderen St\u00f6\u00dfel. Nachdem das Kaffeepulver fertig ist, kommt es in ein Sieb. Unter R\u00fchren wird hei\u00dfes Wasser dar\u00fcber gegossen. Meine Tasse wird halb gef\u00fcllt. Wie immer auf meiner Reise koste ich alles. Mir schmeckt es nicht, aber es ist schon mal deutlich besser, als damals in Kolumbien. Ich soll es mit Zucker versuchen. 2 Teel\u00f6ffel Zucker machen einen extremen Unterschied. Ich bin \u00fcberrascht. Schmeckt es mir jetzt? Das kann ja nicht wahr sein. Ich gehe es trotzdem langsam an, da ich wei\u00df, wie mein K\u00f6rper auf Koffein reagiert. Eine halbe Stunde f\u00fcr eine halbe Tasse, aber ich bin ein wenig stolz auf mich. Und tats\u00e4chlich f\u00fchle ich mich danach etwas wie betrunken. Den Rest der Bohnen bekomme ich gegen ein gutes Trinkgeld eingepackt. Ich sehe mich schon zu Hause das Lied singen und meine Bohnen mahlen. Wir verabschieden uns und gehen zur n\u00e4chsten Familie. Sie sind auf Bananen spezialisiert. Von Generation zu Generation wird das Wissen weiter vererbt und es darf nur einen &#8220;Banana-Man&#8221; in der Gemeinschaft geben. Der Banana-Man hat alle m\u00f6glichen Witze auf Lager. Da er so viele Bananen isst, hat er gelbes Blut und so weiter. Wir lachen die gesamte Zeit w\u00e4hrend des Aufenthalts. Aus Bananen und Bananenbl\u00e4ttern machen wir Bananensaft, indem wir alles gut durchkneten. Die Bananenbl\u00e4tter nehmen dabei die Fasern der Banane auf und wir bekommen einen fast klaren, super leckeren Saft heraus. Der Banana-Man stellt au\u00dferdem Bananen-Bier und Bananen-Gin her. Ich wei\u00df nicht wieso, aber irgendwie habe ich auf einen guten Geschmack beim Bananen-Bier gehofft. Ich nehme also einen Schluck und mein ganzes Gesicht verzieht sich. Das schmeckt tats\u00e4chlich nach Bier. Mein Rest ist also f\u00fcr die Anderen. Der Bananen-Gin schmeckt mir schon deutlich besser, aber mein klarer Favorit ist und bleibt Bananen-Saft. Ich bekomme den Rest mitgegeben. Wie auch beim Banana-Man gilt f\u00fcr mich &#8220;Everyday is Banana-Day&#8221;. Unsere letzte Station bringt uns zu den Korbflechter-Frauen. Wieder einmal denke ich, dass ich bereits alles aus Zambia wei\u00df, aber dabei t\u00e4usche ich mich wieder gewaltig. Hier werden andere Materialien verwendet. Statt Gras und Palmenbl\u00e4ttern, nutzt man hier Papyrus, die Raphia Palme, welches wir als Bast kennen und Bananen-Faser vom Stamm der Bananen-Pflanze. Mir wird erkl\u00e4rt, womit gef\u00e4rbt wird. Kurkuma, afrikanischer Rosmarin und Annatto\/Orleansstrauch, mehr ben\u00f6tigt man nicht, um jede Farbe von gelb bis schwarz herzustellen. Manchmal wird es gekocht, manchmal nur darin eingeweicht. Auch die Tageszeit, zu welcher die Frucht geerntet wird, bestimmt die Farbe. Alles super interessant. Am Ende kann ich noch schauen, was ich so drauf habe. Die 10 Frauen sind begeistert und da sie auch ein Chor sind, gibt es zur Verabschiedung noch 3 Gesangseinlagen mit Trommeln und Tanz. Nat\u00fcrlich mache ich wieder mit. Auf dem R\u00fcckweg entdecken wir noch, wie jemand frische Backsteine herstellt. Der Schlamm wird in Formen verdichtet und auf dem Boden in der Sonne getrocknet, bevor sie gebacken werden k\u00f6nnen. Ich freue mich, dass ich auch diesen Prozess noch sehen konnte. Das 4-j\u00e4hrige M\u00e4dchen h\u00e4tte ich am liebsten mitgenommen, auch wenn ich wei\u00df, dass das nicht ganz legal ist. Spa\u00df beiseite. Zum Abschied lassen sich noch zwei Lippenstift-V\u00f6gel, die Turacos blicken. 6 Stunden gingen wie im Flug vor\u00fcber. Nun geht es wieder zur Unterkunft, um unser viel zu sp\u00e4tes Mittagessen zu verspeisen. Auf dem Weg h\u00e4lt Perez noch an, da ich ihm gesagt habe, dass ich gern mal eine Jackfruit, Stinkfrucht, probieren w\u00fcrde. F\u00fcr umgerechnet 1\u20ac oder 5000 Shilling bekommen wir 8kg Frucht. Frisch gest\u00e4rkt ging es direkt nochmal los, nochmal in die Natur. Eine steile Fahrt in den H\u00fcgeln, die als gute Therapie f\u00fcr unseren Autounfall wirkt, noch einen kleinen Fu\u00dfmarsch und wir sind am Aussichtspunkt auf 3 der \u00fcber 40 Kraterseen der Region. Hier genie\u00dfen wir einfach nur mal die Ruhe und den Sonnenuntergang.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich mal ausschlafen, jedenfalls so halbwegs. Zum Fr\u00fchst\u00fcck treffen wir uns heute um 8 Uhr und da wir heute auch nicht weiter reisen, musste ich mein Gep\u00e4ck auch nicht vorher packen. Gefr\u00fchst\u00fcckt wird also in aller Ruhe, danach packe ich erst meinen Tagesrucksack zusammen und dann geht es los. 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