{"id":3410,"date":"2025-08-26T21:01:16","date_gmt":"2025-08-26T19:01:16","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=3410"},"modified":"2025-11-17T13:10:50","modified_gmt":"2025-11-17T12:10:50","slug":"safari-durch-uganda-tag-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/08\/26\/safari-durch-uganda-tag-5\/","title":{"rendered":"Safari durch Uganda: Tag 5"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PXL_20250826_080139113-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3409\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PXL_20250826_080139113-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PXL_20250826_080139113-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PXL_20250826_080139113-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PXL_20250826_080139113-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PXL_20250826_080139113-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PXL_20250826_080139113-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PXL_20250826_080139113-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Es ist Regensaison in Uganda. Bisher habe ich davon noch nicht viel mitbekommen. Meine Mutter w\u00fcrde sagen: &#8220;Wenn Engel reisen&#8230;&#8221;. Als ich heute morgen aufwachte, kam der gesamte Groll des Himmels hinunter. Ein Gewitter vom Feinsten. Nur bl\u00f6d, dass heute eine Wanderung ansteht. Also wird alles regenfest eingepackt und nach dem Fr\u00fchst\u00fcck geht es los. Wir fahren zum Nationalparkzentrum des Ruhija Sektors des Bwindi Impenetrable Nationalparkes. Hier sind auch schon andere Touristen versammelt. Wir treffen uns alle zu einem Briefing, das hei\u00dft uns wird erz\u00e4hlt, worauf zu achten ist, was wir alles einpacken sollen und dass wir bedenken sollen, dass wir eventuell eine Person &#8220;mieten&#8221; k\u00f6nnen, die uns auf dem Weg hilft. Es wird einmal quer durch den Dschungel des, wie es der Name schon sagt, undurchdringlichen Nationalparkes gehen. Zur Begr\u00fc\u00dfung der verschiedenen Teams gibt es einige T\u00e4nze der Frauen, die hier in der Gegend wohnen. Zusammen mit dem Gesang zaubert es mir direkt ein riesiges Grinsen ins Gesicht. Zum Abschluss d\u00fcrfen wir noch mittanzen, was ich nat\u00fcrlich auch mache. Das erste Team sind die &#8220;Sucher&#8221;, die unser Ziel f\u00fcr uns heute aufsp\u00fcren werden, f\u00fcr uns den k\u00fcrzesten Weg suchen werden und den Weg mit Macheten f\u00fcr uns ebnen werden. Das zweite Team sind dann wir, die auf diesen &#8220;Wegen&#8221; wandern werden, um zum hei\u00df begehrten Ziel zu gelangen, das dritte Team sind die Frauen, die als Helfer arbeiten und das vierte Team sind die Guides und Ranger, die auch allen b\u00fcrokratischen Kram erledigen. Nachdem also alles gekl\u00e4rt wurde, werden wir in unsere Gruppen eingeteilt. Maximal gibt es 6 Gruppen, da es hier 6 Gorilla-Familien gibt, die an Menschen gew\u00f6hnt sind, mit maximal 8 Personen. Ich werde der Mukiza-Familie zugeteilt, womit ich gro\u00dfes Gl\u00fcck habe, da es als die beste Familie gilt, da sie die meisten Familienmitglieder hat und den gr\u00f6\u00dften Silberr\u00fccken. Wir lernen jeden unserer Gruppe kennen. Meine besteht aus 1 Guide, 2 bewaffneten Rangern, wobei Uganda Wert darauf legt, dass 50% weiblich sind, 1 deutschen Familie, die in Leinefelde geboren sind und nun aber im Allg\u00e4u leben, einem US-Amerikaner und mir. Wir m\u00fcssen noch auf die R\u00fcckmeldung der Sucher warten, ob wir mit dem Auto oder direkt zu Fu\u00df starten. Alle anderen Gruppen sind schon mit den Autos davon ged\u00fcst, als unsere Nachricht kommt, dass es f\u00fcr uns direkt zu Fu\u00df los geht. Das finde ich eh viel besser. Nun geht es also wirklich los, zum Jahre lang ersehnten Gorilla-Trekking. Die Sucher sind seit 6:30 unterwegs und haben die Mukiza-Familie f\u00fcr uns ausfindig gemacht. Nun haben sie uns den Weg beschrieben, den wir nun gehen werden. Es geht ein ganz kurzes St\u00fcck die Stra\u00dfe entlang und dann biegen wir direkt nach rechts in den Wald. Zun\u00e4chst haben wir einen sehr matschigen, rutschigen Pfad. Ich entdecke direkt Elefantenkot und wei\u00df nun auch, wieso wir 2 bewaffnete Ranger dabei haben, einen vorn und einen hinten. Mit Waldelefanten ist nicht zu scherzen. Die weitere Spurensuche verr\u00e4t Duiker. Der Wald ist extrem sch\u00f6n und die Sonne gibt alles, um die Pflanzen zu trocknen nach dem starken Unwetter heute morgen. Wir m\u00fcssen irgendwann vom sch\u00f6nen Trampelpfad abbiegen. Die Sucher haben hier eine besondere Pflanze auf den Weg gelegt, um den Einstieg ins Wilde f\u00fcr uns zu markieren. Nun geht das richtige Abenteuer los. \u00dcber s\u00e4mtlichen Pflanzen, die f\u00fcr uns platt gemacht wurden, versuchen wir unser Gleichgewicht zu halten. Dass wir alle einen Stock in die Hand gedr\u00fcckt bekommen haben, hilft extrem. Ich hatte mich erst dagegen geweigert, aber Perez wei\u00df vermutlich schon wie er mit mir umzugehen hat und hat ihn mir in der letzten Sekunde noch untergejubelt. Ohne Stock w\u00e4ren wir heute alle deutlich mehr, als nur einmal ausgerutscht. Mindestens einmal hat es heute trotzdem ein jeder hinbekommen. Wir mussten durch ein sumpfiges Gebiet laufen und sp\u00e4testens hier wurden die Schuhe einmal mit Schlamm geflutet. Nach 2 Bergen rauf und runter, mussten wir noch ein letztes Mal rauf. Mit Rufen verst\u00e4ndigten wir uns mit den Suchern, um herauszufinden, wie weit wir noch entfernt sind. Ich komme mir wirklich wie in einem extrem coolen Expeditionsfilm vor. Auf dem Weg finden wir Melonen und allerhand giftige Pflanzen, deshalb wurde empfohlen mit Handschuhen zu wandern. M\u00fcckenspray d\u00fcrfen wir nicht verwenden, da es Bienen und Wespen anlockt, also wird in langer Kleidung gewandert. Auch die Hosen mussten wir in die Socken stecken, damit die giftigen Ameisen nirgends hineinkrabbeln k\u00f6nnen. Die R\u00fcckrufe der Sucher werden immer lauter und irgendwann stehen wir vor ihnen. Ein kurzer Blick nach rechts und ich sehe doch v\u00f6llig unvorbereitet den ersten Gorilla. Hier bekommen wir nochmal eine Unterweisung. Da wir zu 98,4% den Gorillas gleichen und so Krankheiten \u00fcbertragbar sind, m\u00fcssen wir eine Gesichtsmaske tragen. Kein Schreien, kein Fotografieren mit Blitz und ab hier keine St\u00f6cker mehr. Wie sehr sie uns geholfen haben, merken wir erst jetzt. Wir stolpern \u00fcber die \u00c4ste und rutschigen Pflanzen am viel zu steilen Hang und gehen in Position. Wir d\u00fcrfen die Mukiza-Familie nun 1 Stunde lang beobachten. Wir haben Gl\u00fcck, da sie gerade einfach nur am Entspannen sind. Gegessen haben sie scheinbar schon. Die Kleinen kampeln, die Jugendlichen \u00fcben sich darin auf der Brust herum zu trommeln, die Weibchen liegen mit ihren frischgeborenen 1 Wochen alten Babys im Schatten und s\u00e4ugen von Zeit zu Zeit. Papa Silberr\u00fccken tut keine Regung. In den B\u00e4umen ringsherum wackelt es immer mal und verr\u00e4t, dass hier noch viel mehr Kasperk\u00f6pfe unterwegs sind. Je nach Alter sind sie tollpatschiger oder bewegen sich weiser. Die gesamte Zeit fliegen tausende Gorillafliegen um uns herum. Sie stechen nicht und st\u00f6ren auch sonst nicht, aber es sind extrem viele. Nach einer halben Stunde beobachten, beschlie\u00dft der 28 j\u00e4hrige Silberr\u00fccken den Ort zu wechseln. Von einem Busch geht es nun unter einen mit Lianen zugegangen Baum. Wir hinterher und ab und zu kreuzt ein Gorilla unseren Weg. Alles kein Problem, solange es nicht der Big Boss ist. Dem d\u00fcrfen wir nicht n\u00e4her als 2 m kommen und m\u00fcssen ihm immer aus dem Weg gehen, falls er irgendwo entlang gehen m\u00f6chte, alles aus Sicherheit. Auch wenn sie \u00fcber 2 Jahre an Menschen gew\u00f6hnt wurden, sind sie trotzdem immer noch wilde Tiere. Wir hocken jetzt im steilen Hang und schauen einer Zwischenmahlzeit zu. Gorillas fressen nicht selektiv, sie essen alles pflanzliche, was ihnen vor die Nase kommt. Vom toten vertrockneten Baumstumpf zur Rinder von \u00c4sten, zu den Bl\u00e4ttern und St\u00e4ngeln anderer Pflanzen, bis hin zur Erde eines Termitenh\u00fcgels, da diese besondere Mineralien liefert. Als die Ansage kommt, dass in einigen Minuten die Stunde um ist, kann ich gar nicht fassen, wie lang eine Stunde doch sein kann. Ich hatte Angst, mir w\u00e4re eine Stunde zu kurz, aber wir haben wirklich alles gesehen und ich musste viel schmunzeln. Vom in der Nase popeln, zum kleinen Bruder eine auf den Deckel hauen bis zum extrem langen Pups. Heute war alles dabei. 21 von 465 Gorillas in diesem Nationalpark, haben uns heute eine super Show geboten. Und das Beste, das Wetter hat mitgespielt. Nach der Ansage, es ginge gleich wieder los, l\u00f6ste ich den Blick wieder von unserer Touristenf\u00fchrerin und wollte wieder in den Baum schauen, als der Silberr\u00fccken auf einmal direkt vor mir sa\u00df. 1 m von mir entfernt starrte er mich an. Mir viel kurz mal das Herz in die Hose. Er beschloss aber, dass ich keine Gefahr sei und schnorpste ein wenig an seinem Zweig herum, als er nach 3 Minuten wieder entschied, dass die Gruppe weiter ziehen sollte. Was f\u00fcr ein letzter Auftritt. Danke! Jetzt verschwinden sie wirklich schnell und wir k\u00f6nnen unsere Masken wieder abnehmen. Auch f\u00fcr uns geht es jetzt wieder auf Reise. Den gleichen Weg zur\u00fcck, wie wir hergekommen sind. Wir sind eine wirklich schnelle Truppe im Wandern. Das Ganze wird noch beschleunigt, als starker Wind aufzieht und sich Regen ank\u00fcndigt. Schnell die Regenjacken und Ponchos an und weiter geht&#8217;s. Der Regen l\u00e4sst nicht lange auf sich warten. Der Weg wird nun noch schwieriger, noch schlammiger und noch rutschiger. Aber wir schaffen es alle heile wieder zur\u00fcck. Zum Abschluss bekommt jeder noch sein Zertifikat. Dass wir heute hier sein durften, ist wirklich ein Privileg. Die Berggorillas sind eine gef\u00e4hrdete Art und nur hier und im Virunga Vulkan Nationalpark, den Uganda mit Ruanda und Kongo teilt, zu finden sind. Zum Abschied werde ich noch von Maik, Andra und Magnus eingeladen, sobald ich wieder zu Hause bin, sie im Allg\u00e4u zu besuchen. Kein Problem, das mache ich doch gern! Nun reisen wir alle wieder in unterschiedliche Richtungen weiter und f\u00fcr mich geht es durch die mit Tee- und Kaffeeplantagen bewirtschafteten gr\u00fcnen Berge Ugandas. Die Kinder winken mir wieder alle fr\u00f6hlich zu, in der Hoffnung eine Spende abzufangen. Irgendwann geht es nicht mehr weiter, ein Hangrutsch versperrt die Stra\u00dfe, aber ein paar M\u00e4nner arbeiten schon eifrig daran, die Stra\u00dfe wieder passierbar zu machen. Wir m\u00fcssen also etwas warten und nun k\u00f6nnen mir die Kinder auch etwas abschwatzen. Sie bekommen Bananen und Eier, was anderes haben wir nicht dabei. Irgendwann geht&#8217;s dann doch rutschig weiter. Der Tee wird verladen, so auch die frisch gebackenen Backsteine. Ich bin ganz begeistert von der Szenerie heute. Die Stra\u00dfe ist die gesamte Zeit extrem schlecht und wir setzen einige Male mit dem Auto auf auch wenn wir unser Bestes geben. In einem kleinen Dorf lassen wir die geschundene Karosserie einmal wieder zusammenschwei\u00dfen und schon geht&#8217;s in den n\u00e4chsten Nationalpark. Im Queen Elizabeth Nationalpark m\u00fcssen wir uns etwas ranhalten, da es bereits dunkel wird. Wir sehen trotzdem noch auf dem Weg zur Unterkunft Elefanten, Wasserb\u00f6cke und 1 Mungo. Die Unterkunft liegt mitten im Park, also ist die Ger\u00e4uschkulisse w\u00e4hrend des Abendessens entsprechend ereignisreich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Regensaison in Uganda. Bisher habe ich davon noch nicht viel mitbekommen. Meine Mutter w\u00fcrde sagen: &#8220;Wenn Engel reisen&#8230;&#8221;. Als ich heute morgen aufwachte, kam der gesamte Groll des Himmels hinunter. Ein Gewitter vom Feinsten. Nur bl\u00f6d, dass heute eine Wanderung ansteht. Also wird alles regenfest eingepackt und nach dem Fr\u00fchst\u00fcck geht es los. 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