{"id":3183,"date":"2025-07-07T02:20:25","date_gmt":"2025-07-07T00:20:25","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=3183"},"modified":"2025-11-18T17:06:40","modified_gmt":"2025-11-18T16:06:40","slug":"langer-zwischenstop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/07\/07\/langer-zwischenstop\/","title":{"rendered":"Langer Zwischenstop"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/PXL_20250706_0956089172-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3182\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/PXL_20250706_0956089172-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/PXL_20250706_0956089172-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/PXL_20250706_0956089172-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/PXL_20250706_0956089172-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/PXL_20250706_0956089172-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/PXL_20250706_0956089172-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/PXL_20250706_0956089172-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Es f\u00fchlt sich wirklich nicht wie ein einziger Tag an. Eher habe ich das Gef\u00fchl gestern in Upington angekommen zu sein, dabei war es heute morgen um 6 Uhr, noch vor Sonnenaufgang. Es ging also in den Warteraum der Busfirma und ich wartete darauf, dass die Sonne hinterm Horizont hervor kroch und mir etwas Sicherheit in die Stra\u00dfen bringt und vielleicht auch etwas W\u00e4rme. Um 8 Uhr war es hell und ich hatte mir ein Caf\u00e9 zum Fr\u00fchst\u00fccken herausgesucht, das direkt um die Ecke lag. Das Caf\u00e9 war Teil eines Luxushotels und ich durfte am Buffet f\u00fcr etwa 10 \u20ac Teil haben. Da ich noch den Rest meines Bargeldes verschleudern musste, g\u00f6nnte ich mir das Buffet und es stellte sich als bestes Fr\u00fchst\u00fccksbuffet meines Lebens heraus. Nach etwas Zeit wurde es dann auch zum langwierigsten aller Zeiten. Um 11 beendete ich mein Fr\u00fchst\u00fcck und war gut gew\u00e4rmt und vollgefressen und durfte den Rest des Tages dort auf der Couch chillen. Irgendwann wollte ich dann doch mal heraus. Der Rucksack wurde dort gelassen und ich bekam die h\u00e4sslichste Stadt zu sehen. Nach Upington muss man nun wirklich nicht reisen. Dreckig, \u00fcberall riecht es nach Urin, der eine Besoffene flirtet mich an und der n\u00e4chste hat irgendeine Psychose und kreischt durch die Stra\u00dfen. Im Slalom wechsle ich die Stra\u00dfenseiten, weil keiner hier vertrauensw\u00fcrdig aussieht und ich lieber allen weit aus dem Weg gehe. Lieber Vorsicht als Nachsicht denke ich mir. Mit dem Rest meines Bargeldes kaufe ich mir noch Wegverpflegung im Food-Lovers-Market und entdecke vermutlich den einzig sch\u00f6nen Ort hier und schie\u00dfe das Foto des Tages. Danach geht es geradewegs zur\u00fcck ins Hotel, wo es warm und sicher ist und gut riecht. Hier verbringe ich insgesamt 14 Stunden bis ich mich wieder zum n\u00e4chsten Bus mache. Bei der Ticketkontrolle, wird bereits mein Pass kontrolliert und ich bekomme ein Formular in die Hand gedr\u00fcckt, dass ich an der Grenze ausgef\u00fcllt abgeben muss. Ich buche mir noch einen Fake-Flug und alles ist in Butter denke ich. Schon 1,5 Stunden sp\u00e4ter kommen wir an der Grenze an und der Bus-Servicemann sammelt in einer Plastikm\u00fcllt\u00fcte alle Reisep\u00e4sse ein. Ich kann nicht glauben, wie gutm\u00fctig jeder seinen Pass ohne zu \u00fcberlegen dort hinein wirft. Als er zu mir kommt, bin ich die Erste und Einzige, die erstmal hinterfragt, wozu das n\u00f6tig ist. Das ist meine Identit\u00e4t, die kann ich nicht einfach so hergeben. Aber er freut sich \u00fcber den Einwand, erkl\u00e4rt alles in Ruhe und ich lasse meinen Pass aus meinen Fingern gleiten. Die Polizei kontrolliert alle P\u00e4sse. Danach werden wir beim Namen aufgerufen und als &#8220;ZIRKLER&#8221; erklingt, bekomme ich meinen Pass zur\u00fcck und gehe weiter zur Migration. Als der nette Bus-Seevicemann, nennen wir ihn einfacher halber einfach mal Frank, meinen Pass sah, bekam er gro\u00dfe Augen und Furcht. Mit diesem Pass kannst du hier nicht \u00fcber die Grenze, wenn du noch kein Visum hast. Das Internet hat mir heute morgen aber etwas anderes gesagt, verunsichert werde ich trotzdem. Ein eVisa dauert 3-4 Tage laut Internet, also habe ich damit erst gar nicht angefangen. Visa on arrival ist f\u00fcr meinen Grenz\u00fcbergang m\u00f6glich, also habe ich mich zur\u00fcck gelehnt. Ich schaue trotzdem nochmal nach. Ich finde eine Option, w\u00e4hrend ich schon in der Schlange f\u00fcr den Ausreisestempel stehe, wo man ein eVisum einleiten kann und fange einfach mal an. Nach 10 Minuten bin ich fertig. Jetzt schon bezahlen? Vielleicht hilft auch das sp\u00e4ter. Aber ich kann nicht das heutige Datum als Startdatum eingeben. Es ist 22:30. Bis zum n\u00e4chsten Tag sind noch 1,5 Stunden. Ich bibber und bete. Eine andere Familie hat Probleme bei der Ausreise, was die Zeit vergehen l\u00e4sst und schon habe ich ein eVisum, allerdings f\u00fcr morgen. Die Zeit verstreicht weiter und ehe ich an der Reihe bin, ist es um 1 Uhr nachts. Nat\u00fcrlich habe ich das Visum nicht wie gew\u00fcnscht ausgedruckt, wie auch? Frank f\u00fchrt mich an der Grenze in irgendwelche abgelegenen Geb\u00e4ude. Hier sind es 30 Grad, hier bleibe ich. Ich soll das Dokument der Frau senden, habe aber keinen Empfang. Ich frage nach WLAN, sie wei\u00df das Passwort nicht. Ich schlage vor, sie k\u00f6nne ihre Daten mit mir teilen und einen Hotspot er\u00f6ffnen und dann kommt von ihr der einfache und geniale Einfall: Bluetooth! Wie lange habe ich nichts mehr \u00fcber Bluetooth verschickt? Ich muss herrlich anfangen zu lachen. Bluetooth als Versandoption hatte ich v\u00f6llig aus meinem Ged\u00e4chtnis gestrichen. Direkt sehe ich vor mir meine alten Handys, sehe mich im Klassenzimmer mit Freunden irgendwelche Daten austauschen. Was f\u00fcr Erinnerungen. Ich habe aber keine Ahnung, wie das Versenden von Daten via Bluetooth mit diesem Handy funktioniert, aber habe es schnell herausgefunden. So einfach, ich muss immer noch schmunzeln. Mir wird das Dokument ausgedruckt und Frank bezahlt f\u00fcr mich ein Trinkgeld, da ich kein Bargeld in Namibianischen Dollar dabei habe. Mit dem Papier geht nun alles ratzfatz und ich habe schnell eine gesamte Seite im Reisepass mit 4 Stempeln gef\u00fcllt. Da wird mein Reise-Herzchen schwach. Der Bus ist schon mal vor gefahren zum n\u00e4chsten Checkpunkt. Gep\u00e4ckkontrolle. Die Zollbeamtin scherzt mit mir rum und endlich geht es wieder in den Bus. 2:15 Uhr verlassen wir den Grenz\u00fcbergang Andersvlei und starten unsere Fahrt durch die Kalahari-W\u00fcste nun richtig. Auf uns wartet die Hauptstadt Namibias, Windhoek.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es f\u00fchlt sich wirklich nicht wie ein einziger Tag an. Eher habe ich das Gef\u00fchl gestern in Upington angekommen zu sein, dabei war es heute morgen um 6 Uhr, noch vor Sonnenaufgang. 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