{"id":3024,"date":"2025-06-08T18:26:42","date_gmt":"2025-06-08T16:26:42","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=3024"},"modified":"2025-08-15T22:57:42","modified_gmt":"2025-08-15T20:57:42","slug":"tenikwa-tag-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/06\/08\/tenikwa-tag-7\/","title":{"rendered":"Tenikwa: Tag 7"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"561\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PXL_20250604_064128773.PORTRAIT.ORIGINAL2-561x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3023\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PXL_20250604_064128773.PORTRAIT.ORIGINAL2-561x1024.jpg 561w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PXL_20250604_064128773.PORTRAIT.ORIGINAL2-164x300.jpg 164w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PXL_20250604_064128773.PORTRAIT.ORIGINAL2-768x1401.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PXL_20250604_064128773.PORTRAIT.ORIGINAL2-842x1536.jpg 842w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PXL_20250604_064128773.PORTRAIT.ORIGINAL2-1123x2048.jpg 1123w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PXL_20250604_064128773.PORTRAIT.ORIGINAL2-600x1095.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PXL_20250604_064128773.PORTRAIT.ORIGINAL2-scaled.jpg 1403w\" sizes=\"auto, (max-width: 561px) 100vw, 561px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Tier des Tages heute ist klar Kalua, unser Karakal. Der meist Gef\u00fcrchteste bei den Sch\u00e4fern. Da er ein Spieljunge ist und von Natur aus gern spielt, gern auch mal mit Schafen und diese dann t\u00f6tet oder er sie einfach nur im Nacken tot bei\u00dft. Neben dem L\u00f6wen und Leoparden ist er also die gef\u00e4hrlichste Katze in S\u00fcdafrika. Da die Sch\u00e4fer ihn aber gern mal erschie\u00dfen, wenn er die Schafe rei\u00dft, ist seine Population stark zur\u00fcck gegangen. In sein Gehege trauen wir uns auch nur, wenn er nicht drinnen ist. Da Ed und ich die letzten Tage die F\u00fctterungsrunden allein gemacht haben und wir das Gef\u00fchl haben, die Tiere gew\u00f6hnen sich an uns und genie\u00dfen unsere Gegenwart, fing Kalua heute an, am Zaun schnurrend auf und ab zu gehen, um sich selbst Streicheleinheiten zu geben. Das war der Moment, wo wir das Gef\u00fchl hatten, wir k\u00f6nnen ihm vertrauen. Er verlangte nach Aufmerksamkeit. Streicheln war nicht m\u00f6glich. Als wir aber unsere Hand an den Zaun hielten, die noch nach frischen H\u00fchnchen roch, hatte ich erst Angst, er w\u00fcrde zubei\u00dfen und unsere Finger wie ein ganzes H\u00fchnchen verspeisen, aber als er anfing sie ganz sanft und zaghaft abzuschlecken, h\u00e4tte ich dahin schmelzen k\u00f6nnen. Von jedem als B\u00f6sewicht, dem man nicht eine Sekunde trauen kann, verkauft, zeigen wir jedem, dass wir kleine Wildkatzenfl\u00fcsterer sind. Nachdem die Morgenpr\u00e4paration und F\u00fctterungsrunde beendet war, durften wir bis zum Nachmittag, zur n\u00e4chsten F\u00fctterung frei machen. Heute stand auf dem Plan, unsere Arbeitskleidung der vergangenen Woche zu waschen, also k\u00f6nnten wir nicht weg von hier, was aber auch nicht schlimm war. So konnten wieder mal ein paar Telefonate in die Heimat gef\u00fchrt werden und unsere m\u00fcden Knochen und Muskeln sich etwas ausruhen. Auf dem Weg zur Waschmaschine, um sie auszur\u00e4umen, musste ich am Leopardengehege vorbei und auch er schien heute auf Schmusekurs. Es ist ein richtiger Sonntag heute. Er sucht regelrecht nach meiner Aufmerksamkeit. Wir gehen zusammen am Zaun entlang. Gehe ich weiter, geht er weiter, geht er weiter und ich komme nicht mit, dreht er sich nach 2 Metern sehns\u00fcchtig um und fragt, wo ich bleibe. Wir suchen uns ein sonniges Pl\u00e4tzchen am sonst recht frischen Tag, er legt sich ins Gras, ich hocke mich au\u00dferhalb an den Zaun und rede mit ihn. Immer wenn ich eine Pause mache, schnurrt er zur\u00fcck. Das ist das erste Mal, dass ich Laute von ihm h\u00f6re. Auch der b\u00f6se Leopard scheint heute friedlich gestimmt. Auch er sehnt sich nach Streicheleinheiten und schrubbt am Zaun auf und ab. Lehnt sich dagegen und l\u00e4sst sich dadurch erreichen und streicheln. Kein Zucken oder Schnappen nach meiner Hand. Was f\u00fcr ein intimer Moment. Er schnurrt wie ein kleines K\u00e4tzchen. Ed kommt, da ich schon viel zu lange weg bin und erschreckt ihn etwas. Ich erz\u00e4hle ihm davon und nat\u00fcrlich will er ihn nun auch streicheln, aber der Moment scheint vor\u00fcber zu sein. Er kommt nicht mehr an den Zaun. Die W\u00e4sche wird aufgehangen und wir verlassen das Gel\u00e4nde, um uns was zu Essen zu holen. Wir wollen eine Abk\u00fcrzung durchs Gr\u00fcne nehmen, denn, das Restaurant ist eigentlich nur 400 m Luftlinie entfernt und die Stra\u00dfe w\u00e4ren 3 km. Wir versuchen unser Bestes und k\u00e4mpfen uns durch alle Str\u00e4ucher und B\u00e4ume, bis es nicht mehr weiter geht. In der H\u00e4lfte m\u00fcssen wir umdrehen und unser Abenteuer f\u00fcr heute aufgeben. Ohne die Gefahr eines Schlangenbisses geht es auf der Stra\u00dfe zum einzigen Restaurant in der Gegend, wo wir uns die B\u00e4uche vollschlagen und danach zur\u00fcckspurten m\u00fcssen, um immerhin nach s\u00fcdafrikanischer P\u00fcnktlichkeit zur F\u00fctterungszeit zu erscheinen. Heute ist es richtig duster, jeder scheint zu wissen, dass wir das letzte Mal f\u00fcttern. Ich kann definitiv von mir sagen, dass ich hier niemals arbeiten k\u00f6nnte, weil ich bereits nach einer Woche, alle viel zu sehr ins Herz geschlossen habe. Besonders unseren kleinen Buschbock George, unsere Wildkatze Mister Beans und den Leopard Zwelakhe (Sulaki). Ich werde alle vermissen. Selbst die Marabus haben sich an mich gew\u00f6hnt und ich habe sie lieb gewonnen. Selbst die Blaukraniche, die einen immer nur anfauchen. Der Mungo, der immer wild in seinem Gehege umher rennt und mich zum Lachen bringt, wenn er Ed tunnelt, die Erdm\u00e4nnchen, die total handzahm sind, unsere wilden Servals, die alle ganz unterschiedliche Charaktere haben und doch alle liebenswert sind, die Pinguine, die alle hart im Nehmen sind und eisern ums \u00fcberleben ihrer Art k\u00e4mpfen, die L\u00f6wen, die uns morgens als erste bege\u00fc\u00dft haben und in der Nacht nicht haben schlafen lassen, unseren Opi-Geparden, der Dank Bindung zu uns Menschen so lange seinen Bruder \u00fcberlebt und nat\u00fcrlich Kalua, der gar nicht so ein b\u00f6ser Junge ist, wie alle immer sagen. Alle haben sie eine wundervolle Seele und ich bin ein kleiner Teil davon geworden. Ich habe sehr viel in dieser einen Woche gelernt und bin extrem dankbar daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tier des Tages heute ist klar Kalua, unser Karakal. Der meist Gef\u00fcrchteste bei den Sch\u00e4fern. Da er ein Spieljunge ist und von Natur aus gern spielt, gern auch mal mit Schafen und diese dann t\u00f6tet oder er sie einfach nur im Nacken tot bei\u00dft. 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