{"id":2826,"date":"2025-05-07T23:55:28","date_gmt":"2025-05-07T21:55:28","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2826"},"modified":"2026-01-13T00:42:49","modified_gmt":"2026-01-12T23:42:49","slug":"stacheliger-aufstieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/05\/07\/stacheliger-aufstieg\/","title":{"rendered":"Stacheliger Aufstieg"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250507_132757221-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2825\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250507_132757221-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250507_132757221-300x169.jpg 300w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250507_132757221-768x432.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250507_132757221-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250507_132757221-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250507_132757221-1160x653.jpg 1160w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250507_132757221-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nachdem wir alle aus dem Hostel in Kapstadt ausgecheckt hatten, konnte es losgehen. Ed, kenne ich vom gemeinsamen Yoga, er ist aus Portugal und Jary lerne ich erst jetzt kennen, er ist aus den Niederlanden und unsere Mitfahrgelegenheit. Wir fahren eine Stunde Richtung Osten bis wir am Helderberg Naturreservat ankommen. Wir zahlen 30 Rand Eintritt pro Person, was etwa 1,50\u20ac sind und k\u00f6nnen nach einem weiteren Kilometer unser Mietauto sicher parken. Direkt mit den ersten Schritten merke ich, dass ich heute k\u00e4mpfen werden muss. Die beiden Jungs sind super fit und schnell unterwegs, aber ich versuche Schritt zu halten. Anfangs ist der Weg noch wie eine Schotterpiste, nur schmaler. Gottseidank haben wir Ed, der die Route herausgesucht hat, sonst w\u00e4ren wir v\u00f6llig verloren in dem Wanderwegenetz hier. Wir steigen allm\u00e4hlich auf, aber durch das Tempo sind wir jetzt schon alle klitschnass geschwitzt. Nach einer Dreiviertelstunde gef\u00fchlten Sprints den Berg hoch, kommen wir am wirklichen Bergwanderweg an. Ab nun wird es richtig steil. Ich bin verbl\u00fcfft, wie gr\u00fcn ein Berg sein kann. Da der Weg richtig feucht ist, sprie\u00dfen an den Seiten die Blumen und f\u00e4rben den Hang gelb. Im Zickzack geht es nach oben. Ed und Jary immer voraus. Und ich mit all meiner Kraft und Energie hinterher. Das ist mal ein Workout heute. Wir klettern die roten Sandsteinfelsen nach oben und genie\u00dfen schon jetzt immer mal die Aussicht auf die uns umgebende Bergwelt und das Meer. Allen gef\u00e4llt uns der Wanderweg sehr. Wir steigen in der Spalte zwischen Westgipfel und Helderberg-Dom auf und sind wieder wie gestern von der St\u00e4rke des Echos beeindruckt, schreien ein bisschen in der Gegend herum und genie\u00dfen einfach die wundersch\u00f6ne Kulisse die uns umgibt. Als wir noch etwas weiter emporsteigen, er\u00f6ffnet sich uns der Blick auf den gesamten Dom. Einfach Wow! Ich finde keine Worte aber die Jungs sehen sich in den Bergen von Herr der Ringe wieder und ich stimme eins zu eins \u00fcberein. Oben am Pass angekommen, der den Westgipfel mit dem Dom verbindet, m\u00fcssen wir uns entscheiden. Der Westgipfel ist n\u00e4her und etwas niedriger. Der Dom ist der h\u00f6chste Punkt hier und noch weiter entfernt. Die Jungs fragen mich, da ich mal das schw\u00e4chste Glied in der Kette bin, aber f\u00fcr mich steht es au\u00dfer Frage, dass wir zum h\u00f6chsten Punkt aufsteigen, wenn wir schon einmal hier sind. Wir w\u00e4hlen also die rechte Abzweigung\u00a0 und anstatt weiter aufzusteigen, geht es erstmal auf der anderen Bergseite wieder ein St\u00fcck nach unten. Kein Wanderer mag dieses Gef\u00fchl. Wir sind nun auf der Nordseite, die Sonne knallt hier ordentlich. Der Wanderweg war schon die ganze Zeit schmal, aber nun wird er schmaler und schmaler. Ein falscher Tritt und wir st\u00fcrzen ab. Wir laufen genau an der Kante des Berges entlang. Ab hier ist h\u00f6chste Konzentration angesagt. An einer Stelle steht hohes Gras, welches den Weg v\u00f6llig verdeckt. Mit Gras im Gesicht versuchen wir den Weg zu erahnen. Er scheint breiter zu sein, aber es ist nur Gras, das den Weg breiter macht. Also ja nicht t\u00e4uschen lassen und ins Leere treten. Die Vegetation hat sich mit der Sonneneinstrahlung v\u00f6llig ver\u00e4ndert. Der Weg wird dauerhaft von einer Art Kakteen begleitet. Die Beine werden ordentlich zerkratzt. Alles geh\u00f6rt mit zu dieser Erfahrung. Meine Beine st\u00f6rt es weniger. Auf die H\u00e4nde muss man mehr aufpassen, da es bald wieder steil nach oben geht, m\u00fcssen die H\u00e4nde wieder mit wandern und wir fassen das ein oder andere Mal in einen Kaktus. Erst ist man erschrocken, dass da ein Kaktus ist und dann lacht man \u00fcber sich selbst. Wir lachen sowieso sehr viel. Wir haben einen gleichen Sinn f\u00fcr Humor und Jary k\u00f6nnte man direkt auf eine B\u00fchne stellen, um Comedy zu machen. Sein Mund steht nie still. Und dann stehen wir vor dem wohl steilsten St\u00fcck heute. Eigentlich ist es eine Wand, wir sehen, wie der Weg senkrecht hinauf f\u00fchrt. Hoch okay, aber wie soll ich das wieder herunter kommen. W\u00e4re ich allein gewesen, w\u00e4re ich hier definitiv umgedreht, das ist einfach zu gef\u00e4hrlich. Da wir aber zu dritt sind, ermutigen wir uns gegenseitig und spurten mit Vorsicht St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck auf dem teilweise sehr losen Gestein nach oben. Nach hundert H\u00f6henmetern kommt ein St\u00fcck zum Ausruhen. Wir k\u00f6nnen uns kurz sammeln bevor es wieder steil wird. Im Grunde ist es genauso steil aber der Untergrund ist nun solider, gibt uns also mehr Sicherheit. Wir klettern die Felsen nach oben und wieder frage ich mich, wie ich hier nur herunterkommen soll. Die Steine bieten super Halt aber es ist einfach nur unglaublich steil. Irgendwann kommen wir oben an und wieder stellt sich heraus, dass dies nicht der Gipfel ist. Wir klettern zwischen den hellgrauen Sandsteinfelsen oben entlang, springen, aber wir alle merken dass wir ein Pause brauchen. Die Beine werden langsam schwach. \u00dcber die n\u00e4chsten 3 Gipfel und wir sind endlich angekommen. Die Sicht ist extrem gut. Von 1137 Metern k\u00f6nnen wir bis ans Kap der Guten Hoffnung schauen, sehen alle Berge, die ich die letzte Woche erwandert habe in Kapstadt, sehen den False Bay, die riesige Bucht zwischen atlantischem und indischen Ozean und die Bergkette im Nordosten. Wir st\u00e4rken uns, genie\u00dfen es, die Beine auszustrecken, legen uns hin, snacken und bekommen Besuch von einem Vogel, mit dem ich meine Sonnenblumenkerne liebend gern teile. Ein kleines Abenteuer zum Abschluss: wir klettern alle drei auf die Markierung des Gipfels und schie\u00dfen unser Gipfelbild, w\u00e4hrend wir alle drei auf 40 x 40 cm \u00fcber dem Gipfel trohnen. Da es bereits um 3 Uhr ist, m\u00fcssen wir uns auf den R\u00fcckweg machen. Ed geht voraus und schie\u00dft noch das heutige Foto des Tages, bevor ich mich auch auf mache. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck tasten wir uns voran. Was wir auf dem Hinweg super viel gequatscht und gelacht haben, ist jetzt h\u00f6chste Konzentration gefragt. Keiner will ausrutschen, abrutschen oder gar fallen. Der erste der den Boden k\u00fcsst ist Ed. Ich folge und Jary l\u00e4sst auch nicht lange auf sich warten. Gottseidank nie an Stellen, die wirklich gef\u00e4hrlich waren. Zu meiner \u00dcberraschung geht es besser abw\u00e4rts, als ich erwartet h\u00e4tte. Meine F\u00fc\u00dfe wissen, wo sie hintreten m\u00fcssen, die H\u00e4nde klettern auch die ganze Zeit mit und der Po diesmal auch. Manchmal m\u00fcssen wir r\u00fcckw\u00e4rts absteigen, aber im Grunde ist alles halb so schlimm. Ich hatte mir viel zu sehr Sorgen gemacht beim Aufstieg. Als wir am Kamm zwischen beiden Gipfeln alle heile ankamen, viel ein riesen Stein von unseren Herzen. Zwar wurde der ein oder andere ein paar blaue Flecken und Wunden davon tragen, aber der Weg und erst recht die Aussichten waren es wert. Ich habe gottseidank nur zerkratzte Beine von den vielen Kakteen am Wegrand, die Teil des Weges werden wollten. Nun konnten wir in aller Ruhe den Rest absteigen, mussten uns trotzdem ranhalten, da die Sonne bereits hinterm Berg verschwunden war. Nun fing die Quatschphase wieder an und ich musste ab und zu anhalten, weil ich so stark lachen musste. Als wir wieder vom Berg herunter waren und auf den Schotterweg kamen, d\u00e4mmerte es bereits. Die Bergkette vor uns war von der untergehenden Sonne rosa gef\u00e4rbt. Links und rechts Blumenwiesen, rechts immer noch der Blick aufs Kap \u00fcber dem False Bay. Jary beschrieb\u00a0den Moment, der eine halbe Stunde lang andauerte sehr sch\u00f6n: Wir laufen gerade wahrhaftig in einem Bild. Alles ist so perfekt. Wir sind ausgeglichen und wir d\u00fcrfen Teil dieser wundersch\u00f6nen Kulisse sein. Dies ist wirklich mein bisheriger Lieblingsmoment in Afrika. Wir laufen stumm hintereinander her und genie\u00dfen den Augenblick. Die Beine laufen von ganz allein und finden ihren Weg zum Auto zur\u00fcck. P\u00fcnktlich mit Ankunft der Dunkelheit steigen wir ins Auto und fahren nach Stellenbosch. Sobald die Sonne weg ist, wird es super kalt. Wir g\u00f6nnen uns also, angekommen im Hostel, jeder eine hei\u00dfe Dusche und gehen dann um die Ecke in ein Restaurant. Wir haben alle so sehr Hunger, dass sich jeder 2 Hauptgerichte bestellt. Ich bin noch immer super kalt, also gibt es Roibos-Tee, eine hei\u00dfe Suppe und einen Flammkuchen. Als Dessert noch einen Chai und ich bin aufgew\u00e4rmt. Jetzt m\u00fcssen mich die kalt gewordenen Beine nur wieder zur\u00fcck zum Hostel tragen und ich falle ins Bett, sodass ich nicht mehr f\u00e4hig bin, mein Tagebuch noch am gleichen Abend zu schreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir alle aus dem Hostel in Kapstadt ausgecheckt hatten, konnte es losgehen. Ed, kenne ich vom gemeinsamen Yoga, er ist aus Portugal und Jary lerne ich erst jetzt kennen, er ist aus den Niederlanden und unsere Mitfahrgelegenheit. Wir fahren eine Stunde Richtung Osten bis wir am Helderberg Naturreservat ankommen. 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