{"id":2819,"date":"2025-05-07T00:27:55","date_gmt":"2025-05-06T22:27:55","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2819"},"modified":"2026-01-13T00:16:12","modified_gmt":"2026-01-12T23:16:12","slug":"neues-naturweltwunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/05\/07\/neues-naturweltwunder\/","title":{"rendered":"Neues Naturweltwunder"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"579\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250506_1241523503-1024x579.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2821\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250506_1241523503-1024x579.jpg 1024w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250506_1241523503-300x170.jpg 300w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250506_1241523503-768x434.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250506_1241523503-1536x868.jpg 1536w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250506_1241523503-2048x1158.jpg 2048w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PXL_20250506_1241523503-600x339.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am letzten Tag in Kapstadt war es endlich so weit, ich machte mich auf den Weg zum Tafelberg. Handr\u00e9&#8217;s Wanderst\u00f6cke in der Hand, hatte ich 1000 H\u00f6henmeter vor mir. Von der Stadt machte ich mich in den Deer Park, wo ich direkt mal wieder einen D\u00e4mpfer bekam. Ein Mann, der sich als Parkplatzw\u00e4chter auswie\u00df, hatte Sorgen, mich allein durch den Park zu lassen. Ich solle doch lieber auf ein paar Leute warten, die dann mit mir zusammen durchgehen w\u00fcrden, aber da Handr\u00e9 mich hat allein laufen lassen, denke ich mir, es wird schon halb so schlimm sein und mache mich auf den Weg. Im Notfall bekommt irgendwer die Wanderstockspitze zu sp\u00fcren, der mir zu Nahe kommt. Der W\u00e4chter f\u00fchlt sich unwohl, aber ich gehe los. Ich soll ja keine Kopfh\u00f6rer tragen, aber das mache ich sowieso nicht, wenn ich in der Natur unterwegs bin. Ich steige also im Deer Park von der Stadt aus auf und komme irgendwann am Startpunkt der Wanderung an. Schon jetzt muss ich sehr viel trinken. Heute ist wieder mal keine Wolke am Himmel und somit ist es super hei\u00df beim Aufstieg. Es geht los. Der schmale Pfad f\u00fchrt mich die Platteklipp nach oben. Die gesamte Zeit steil. Ich bin froh die St\u00f6cker dabei zu haben. Der Schwei\u00df l\u00e4uft mir nur so im Gesicht hinunter. Aber ich bin gut drauf. Mein Motto ist immer &#8220;slowly, but surely and steady&#8221;-&#8220;langsam, aber sicher und stetig&#8221;. Am Ende hole ich sogar alle wieder ein, die mich am Anfang viel zu \u00fcbereifrig \u00fcberholt haben. Meine Ausdauer ist einfach unschlagbar. Wenn ich eines kann, dann lange Aufstiege meistern. Das einzige, was anstrengt, ist die Hitze. Ich will mir nicht vorstellen, wie es hier im Sommer ist. Jetzt ist fast Winter und absolute Nebensaison. Gottseidank, denn die Massen, die mir angek\u00fcndigt wurden, treffe ich nicht an. Der Aufstieg geht durch eine Felsspalte nach oben. Der erste Schatten wartet also oben, wenn man n\u00e4her am Fels ist. Die Akustik ist spektakul\u00e4r hier. Jeder freut sich \u00fcber die 1000-fach wiederkehrenden Echos. F\u00e4ngt einer von unten an etwas zu schreien, stimmen alle anderen Wanderer mit ein und man jodelt gemeinsam um die Wette, was allen neue Kraft gibt. Die Stimmen prallen an den W\u00e4nden ab und werden hin und her geworfen. Und dann kommt der &#8220;Gipfel&#8221; doch eher als erwartet. Ich bin oben, oben auf dem Tafelberg. Hier ist fast alles flach. Da ich noch nicht ganz befriedigt bin, \u00fcberlege ich mir kurzer Hand zu dem h\u00f6chsten Punkt zu gehen, den ich vor zwei Tagen vom Devils Peak aus gesehen habe, wei\u00df aber nicht so genau, wo lang ich gehen muss. Ich spreche eine Truppe an, die sich hier auszukennen scheint. Mir gef\u00e4llt die Antwort: &#8220;The way takes you all the way along the table&#8221; &#8211; &#8220;Der Weg wird dich einmal \u00fcber den gesamten Tisch (Tafel) f\u00fchren&#8221;. Ich mache mich also auf den Weg, um den Tisch von oben zu entdecken. Zun\u00e4chst f\u00fchrt der Weg \u00fcber die Felsen, manchmal Granit, manchmal Sandstein. Was mich allerdings sehr verwundert, wie schnell es feucht wird. Wo kommt das viele Wasser her? Ich hatte eine v\u00f6llig trockene Steinplatte hier oben erwartet, aber stattdessen ist hier ein Feuchtgebiet mit s\u00e4mtlichen Schilf- und Gr\u00e4serarten. Holzstege f\u00fchren \u00fcber die sumpfigen Gebiete, wenn mal keine Steinplatten vorhanden sind. Die Aussichten sind die gesamte Zeit spektakul\u00e4r. Umso mehr ich aber in die Mitte des Tisches komme, umso weniger sieht man. Irgendwann habe ich die Mitte passiert und der Blick \u00f6ffnet sich wieder. Ich entdecke den Maclear&#8217;s Beacon, den h\u00f6chsten Punkt. Er ist zwar nur einige Meter h\u00f6her als der Rest hier oben, aber es f\u00e4llt auf. Dort angekommen, wundere ich mich, dass ich den Devils Peak nicht sehe, bis mir auff\u00e4llt, dass er heute in den Wolken liegt. Ich setzte mich mit Blick in Richtung Kap-Halbinsel schauend auf die andere Seite und genie\u00dfe meine Gipfel-Snackpause. Das T-Shirt wird ausgezogen und als Sonnenschutz \u00fcber den Kopf gezogen. Ich m\u00f6chte keinen Sonnenstich riskieren. Als ich fertig mit ausruhen und genie\u00dfen bin, geht es wieder los und irgendwie sieht alles anders aus. Fr\u00fcher wollte ich auf Wanderungen nie den gleichen Weg hin und zur\u00fcck laufen, bis ich begriffen habe, dass es aus jedem Blickwinkel anders aussieht und genau das war heute der Fall. Die Aussichten waren ganz andere. Ich entdeckte einen Stausee, und hatte ganz andere Einblicke auf die Halbinsel. Die Grillen oder vielleicht waren es auch Fr\u00f6sche, ich konnte es nicht wirklich identifizieren, musizierten flei\u00dfig f\u00fcr mich, w\u00e4hrend ich ab und zu inne hielt, die Ruhe oder eben das Konzert genoss. Kein Mensch begegnete mir. Als ich wieder bei der Platteklipp angekommen war, beschloss ich auf die andere Seite zu gehen. Hier waren alle Leute, den hier in der N\u00e4he befand sich auch die Seilbahn. Die Aussichten waren unbezahlbar. Aussichten auf die 12 Apostel, eine Bergkette, wo ich am liebsten mein Kletterseil direkt herausgeholt h\u00e4tte und nun auch der Atlantik. Alle 5 m weiter \u00e4nderte sich das Bild. \u00dcberall standen Hinweistafeln zum informieren \u00fcber die Natur, bis ich vor einem Schild stand, auf dem geschrieben stand, dass der Tafelberge eines der neuen 7 Naturweltwunder ist. Dass das gesamte Gebiet Naturschutzgebiet ist, haben wir mal wieder Nelson Mandela zu verdanken. Umso n\u00e4her ich zur Seilbahn kam, umso gr\u00f6\u00dfer wurde die Idee in mir, diese nach unten zu nehmen. Ich genoss erstmal noch jegliche Aussichten und machte von der Bergstation aus das heutige Foto des Tages. Der Tafelberg zur Rechten, wie er allm\u00e4hlich in den Devils Peak \u00fcbergeht, der nun auch klare Sicht hatte. Mit dieser letzten spektakul\u00e4ren Aussicht war ich g\u00e4nzlich zufrieden und konnte mir ruhigen Gewissens ein Ticket f\u00fcr die Seilbahn kaufen. Und irgendwie freute ich mich auch darauf. Der Kontrolleur freute sich, dass ich scheinbar hochgelaufen war und wir hielten den Verkehr durch unser Pl\u00e4uschchen etwas auf. Ich betrat als Erste die Seilbahn und wusste, ich hatte die richtige Entscheidung getroffen. Sie war halb offen. Noch nie in meinem Leben habe ich das gesehen. Als die Fahrt dann startete und die Kabine sich anfing langsam zu drehen, strahlten meine Kinderaugen. Was f\u00fcr eine Idee. So konnte jeder mal alles sehen. Spitzenklasse. Nach ein und einer viertel Drehung waren wir unten und alles folgte mir zum Ausgang, wo ich angesprochen wurde, ob es mir gefallen hatte. Ich antwortete h\u00f6flich und nach kurzem Z\u00f6gern fragte ich nach dem k\u00fcrzesten Weg nach unten. Ich wusste nicht dass ich es mit dem Sicherheits-Ranger des Tafelbergs zu tun hatte, aber er wollte mich nicht allein nach Hause laufen lassen. Er begleitete mich. Wir gingen die Stra\u00dfen entlang und kamen ins Gespr\u00e4ch. Er hatte gerade alle Kameras nach Diebst\u00e4hlen und Raub\u00fcberfallen kontrolliert und war nun kurz vor Feierabend. Wir hielten ein paar Bekannte an, klatschten mit der Polizei ab, die Kaffeelady vom Startpunkt wurde zum Bus eskortiert und erinnerte sich auch an mich, als ich vor ihrem Stand meine erste Trinkpause machte und ich konnte mehr Vertrauen in die Parkplatzw\u00e4chter hier gewinnen. Seit meinem Autoeinbruch f\u00e4llt es mir schwer, diesem Leuten zu vertrauen, aber hier scheinen sie ihren Job zu machen. Robby, der Ranger, bringt mir meine ersten Worte und am Ende sind es sogar S\u00e4tze auf Afrikaans bei und ich ihm im Gegenzug Deutsch. Wir haben super viel Spa\u00df und ich hoffe mitten in der Strecke, dass er kein Geld von mir verlangt. Aber dem war nicht so. Im Gegenteil, er wollte meine Nummer, was ja kein Problem ist. Eine dicke Umarmung zur Verabschiedung und ich kam wieder bei dem ersten Parkplatzw\u00e4chter von heute morgen vorbei, der ganz erschrocken war, dass ich immer noch auf den F\u00fc\u00dfen war. Er war froh, mich sicher und gesund zu wissen. Jetzt hatte ich nur noch einen Weg vor mir. Ich wollte ein kleines Abschiedsgeschenk f\u00fcr Handr\u00e9 kaufen. Danach gings zu ihm und er freute sich riesig \u00fcber seine Schokolade. Wir verabschiedeten uns, wir werden definitiv in Kontakt bleiben und ich fuhr mit dem Uber ins Hostel f\u00fcr meine letzte Nacht hier. Alle freuten sich, mich wieder zu sehen. Mit Dean a\u00df ich unsere Reste vom gestrigen Abendessen, wir gingen noch gemeinsam ein Eis essen und schauten uns dann gemeinsam auf der Hostel-Couch einen Film an. So hatte ich einen super entspannten letzten Abend hier in Kapstadt. Aber das aller Beste ist, dass ich diese Nacht einen 12er-Schlafsaal f\u00fcr mich ganz alleine habe. Ich werde also gut schlafen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am letzten Tag in Kapstadt war es endlich so weit, ich machte mich auf den Weg zum Tafelberg. Handr\u00e9&#8217;s Wanderst\u00f6cke in der Hand, hatte ich 1000 H\u00f6henmeter vor mir. Von der Stadt machte ich mich in den Deer Park, wo ich direkt mal wieder einen D\u00e4mpfer bekam. Ein Mann, der sich als Parkplatzw\u00e4chter auswie\u00df, hatte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2821,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2819","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-foto-des-tages"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2819"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2819\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3720,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2819\/revisions\/3720"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2821"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}