{"id":2632,"date":"2025-04-03T05:37:47","date_gmt":"2025-04-03T03:37:47","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2632"},"modified":"2025-04-03T05:38:05","modified_gmt":"2025-04-03T03:38:05","slug":"unsere-weggefahrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/04\/03\/unsere-weggefahrten\/","title":{"rendered":"Unsere Weggef\u00e4hrten"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"668\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PXL_20250402_1459042092-668x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2634\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PXL_20250402_1459042092-668x1024.jpg 668w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PXL_20250402_1459042092-196x300.jpg 196w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PXL_20250402_1459042092-768x1177.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PXL_20250402_1459042092-1002x1536.jpg 1002w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PXL_20250402_1459042092-1336x2048.jpg 1336w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PXL_20250402_1459042092-600x919.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PXL_20250402_1459042092-scaled.jpg 1671w\" sizes=\"auto, (max-width: 668px) 100vw, 668px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die schlechten Nachrichten zuerst: mein Ohr ist \u00fcber Nacht nicht besser geworden. Die Schmerzen sind noch st\u00e4rker geworden und mein Ohrknorpel ist angeschwollen. Somit ist fast klar, dass ich wahrscheinlich ein Perichondritis, also eine Knorpelentz\u00fcndung habe, also Antibiotika brauche. Chacho, Mercedes und selbst die 17-j\u00e4hrige Aileen sind besorgt und begleiten mich sogar zur Apotheke. Wir machen vorher noch ein gemeinsames Erinnerungsfoto vorm Haus. Ein Freund der Familie f\u00e4hrt uns noch aus der Stadt heraus, damit wir einen guten Startpunkt haben, um die Daumen in die Luft zu heben. Heute ist mal wieder ein Feiertag, also habe ich mit sehr wenig Verkehr gerechnet. Nach dem gestrigen Tag ist aber alles viel Verkehr. Ein bisschen m\u00fcssen wir schon warten, aber dann nimmt uns ein Pick-Up mit. Wir kommen wieder auf die Ladefl\u00e4che. Alles wird gut eingepackt, da es regnet und damit mein Ohr nicht noch kranker wird, aber erstaunlicher Weise bleiben wir bei der Geschwindigkeit unter freiem Himmel trotz Regen trocken. Wir d\u00fcsen also los und irgendwie erinnert mich dieses Rauschen, wenn man hinten auf einem Pick-Up sitzt ans Motorrad fahren und ich bekomme etwas Sehnsucht. Diese berauschende Stille ist schon was besonderes. Keiner von uns beiden sagt was, der Blick geht in die Natur, \u00fcber die Felder, Wiesen und W\u00e4lder. Hier und da sehen wir ein paar V\u00f6gel, viele Reiher, ein Paar L\u00f6ffler und sogar \u00fcber 20 Nandus. Nach 100km werden wir an einer gro\u00dfen Weggabelung herausgelassen und gehen zu unserem n\u00e4chsten Stop, wo wieder der Daumen herausgehalten wird. Vorher sagt uns aber die Spinne, rote Chile-Vogelspinne, noch hallo und geht in Angriffsstellung und wir nehmen Abstand, da wir nicht wissen, ob sie giftig ist, oder nicht. Unsere Biologenfreunde, die auch die Spinnenart bestimmt haben, meinten ja, aber nicht sehr. Aber sicher ist sicher. Das Problem unseres jetztigen Standorts war, dass wir an einer riesigen Stra\u00dfe mit viel Verkehr, vor allem LKW-Verkehr standen und es stark regnete. Wir bekamen also jedes Mal, wenn ein LKW an uns vorbei fuhr, eine ordentliche Ladung Wasser ab. Dass uns so keiner mitnehmen wollte, irgendwie verst\u00e4ndlich, aber auch irgendwie unsch\u00f6n, zwei M\u00e4dels im Regen stehen zu lassen. Nach 1,5 Stunden warten, fuchtelte ich wahrscheinlich bereits so wild mit meinen Armen, dass sich Jorge ein Herz fasste und anhielt. Ich rannte zum LKW, das Ziel wurde besprochen und wir waren eingeladen. Eigentlich wollten wir nach San Ignacio, da Jorge aber heute nach Posadas f\u00e4hrt, beschlossen wir w\u00e4hrend der Fahrt auch einen Stop dort einzulegen. Alle drei hatten wir gottseidank zur gleichen Zeit Hunger und es gab ein brasilianisches Gericht Fejoada\/Poroto, da wir nun in der letzten argentinischen Provinz, Missionen, vor Brasilien waren. V\u00f6llig unerwartet lud uns Jorge auch noch zum Essen ein. Zur\u00fcck im LKW schlug bei mir die argentinische Angewohnheit der Siesta v\u00f6llig zu. Da ich eh schon halb im Bett des LKW lag, legte ich mich zusammengerollt neben unsere Rucks\u00e4cke und schlief 2 Stunden durch. Als ich wieder aufwachte, war ich in einer anderen Welt. \u00dcberall Teeplantagen. Jetzt fehlten nur noch die hei\u00df ersehnten Mate-Felder, aber auch die lie\u00dfen nicht mehr lange auf sich warten. Da Jorge selbst eine kleine Mate-Plantage besitzt, konnte er uns einiges Wissen vermitteln und ich fragte ihn nat\u00fcrlich L\u00f6cher in den Bauch. Wer wei\u00df, vielleicht steht in meinem zuk\u00fcnftigen Haus, neben einem Curry-Baum aus Sri Lanka und lila Mais aus Peru auch bald eine Yerba-Mate-Pflanze. Als die Zollpapiere erledigt waren und wir in der N\u00e4he von Posadas ankamen, wurde im Halbdunkeln der LKW ent- und beladen, w\u00e4hrend wir daneben standen, Fernando, einen Freund Jorges kennenlernten, Mate tranken und Chipa a\u00dfen. Die beiden fanden meinen Humor zum Schreien und machten ebenso viele Witze. Ich \u00fcbersetzte flei\u00dfig alles f\u00fcr Anna und sie dachten, ich erz\u00e4hle ihr irgendeinen Bl\u00f6dsinn, weil ich anscheinend immer etwas verschmitzt dabei lachte. Danach sollte es weitergehen. Der Plan war, dass wir noch was gemeinsam in der Stadt essen gehen. Was dann aber geschah war etwas bescheiden. Wir fuhren wieder durch die Zollkontrolle durch und standen quasi wieder weit weg von der Stadt, die LKW durften nun nicht mehr rein. Die beiden M\u00e4nner wollten sich duschen, es gab aber keine Duschen und nachdem klar war, dass wir nicht mit in ihren LKWs schlafen wollen, wollten sie auch nicht mehr mit uns essen gehen. Nett waren sie trotzdem noch und warteten mit uns auf das scheinbar unerreichbare Ziel ein Taxi dort zu bekommen und bezahlten es auch, da sie uns ja erst in die Situation man\u00f6vriert hatten. Nach dem ganzen Hin und Her g\u00f6nnen wir uns dann heute mal eine Unterkunft zum bezahlen. F\u00fchlt sich aber auch nicht anders an. Bett bleibt Bett.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die schlechten Nachrichten zuerst: mein Ohr ist \u00fcber Nacht nicht besser geworden. Die Schmerzen sind noch st\u00e4rker geworden und mein Ohrknorpel ist angeschwollen. Somit ist fast klar, dass ich wahrscheinlich ein Perichondritis, also eine Knorpelentz\u00fcndung habe, also Antibiotika brauche. Chacho, Mercedes und selbst die 17-j\u00e4hrige Aileen sind besorgt und begleiten mich sogar zur Apotheke. 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