{"id":2567,"date":"2025-03-24T05:37:57","date_gmt":"2025-03-24T04:37:57","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2567"},"modified":"2025-03-25T16:33:19","modified_gmt":"2025-03-25T15:33:19","slug":"wir-sind-alle-gleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/03\/24\/wir-sind-alle-gleich\/","title":{"rendered":"Wir sind alle gleich"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG-20250323-WA0079-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2566\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG-20250323-WA0079-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG-20250323-WA0079-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG-20250323-WA0079-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG-20250323-WA0079-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG-20250323-WA0079-1153x2048.jpg 1153w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG-20250323-WA0079-600x1066.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG-20250323-WA0079-scaled.jpg 1441w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Da der Plan f\u00fcr heute gestern Abend schon feststand, konnten wir heute einen Ruhigen morgens machen. Als wir unseren Kram fertig hatten, holte uns Cristi ab, unsere Hippie-Polizistin, bei der wir diese Nacht wohnen durften. Wir lassen unser Gep\u00e4ck noch bei ihr und gehen zu Juliana, die wir gestern schon kennenlernen durften. Auch sie ist Polizistin, ihr Mann Aldo ist Anwalt. Der Grill brennt schon. Wir sitzen gar nicht lange am Tisch und schon werden Chorizos, Morchillas (Blutw\u00fcrste) und Rippchen serviert. Dazu gibt es wie immer einen Wein aus Mendoza. Zum Nachtisch gibt es noch Bud\u00edn de Pan, von dem ich noch versuche ein Rezept zu finden, welches ich dann hier wieder verlinken w\u00fcrde. Aber bis dahin, muss ich ihn allein genie\u00dfen. Gest\u00e4rkt wurden wir dann auch los gelassen, auch wenn sie sich jetzt schon extreme Sorgen um uns machten. Wir wurden von allen zu unserem Hitchhiking-Startpunkt gebracht, mussten aber vorher noch unsere R\u00fccks\u00e4cke bei Cristi abholen und als wir gerade die Last schultern wollten, packte sie all ihren selbstgemachten Schmuck aus und wir sollten uns ein Armband oder Fu\u00dfkettchen aussuchen. Da ich mich nicht entscheiden konnte, steckte sie mir nach der langen Entscheidung das zweite auch noch zu. Die anderen beiden warteten noch im Auto und wurden unruhig, aber auch Cristi bekam wieder ein Zettel mit lieben Worten und ein Armband von Annas vorheriger Reise. Dann brachten sie uns aber wirklich an die Ruta 11 und wir verabschiedeten uns, selbstverst\u00e4ndlich mit 2 K\u00fcssen. Also schreit aus dem Auto, da kommt ein LKW, der muss euch mitnehmen und ich kann es nicht glauben, aber er f\u00e4hrt wirklich Ran, um uns einzusacken. Ein paar Verhandlungen sp\u00e4ter und ich musste feststellen, dass Leute aus Paraguay klingen wie Inder, die Spanisch sprechen und extrem schwer zu verstehen sind. Da er aber auf dem Weg nach Paraguay ist, f\u00e4hrt er quasi fast an Corrientes vorbei, wir k\u00f6nnen also bei ihm mitfahren. Er hei\u00dft Hector und kommt gerade aus Chile. Ich finde zusammen mit den Rucks\u00e4cken auf dem Bett Platz, Anna bekommt den Sitz. Auf Anna wirkt H\u00e9ctor extrem unfreundlich, dabei tut er nur freundliche Sachen. Er bietet uns sein Wasser, seine Kekse an und selbst, als wir in eine Polizeikontrolle geraten, zahlt er ohne mit der Wimper zu zucken und das wir es wissen Schmiergeld an die Polizei, da wir ja zu dritt sind. Wir fahren nicht lang und wie schon den Tag zuvor, an dem wir getrampt sind, gibt es links und rechts riesige Soja- und Baumwollfelder. Und diesmal sehen wir sogar einige Emus. Anna ihre Augen strahlen. F\u00fcr die n\u00e4chsten Polizeikontrollen muss ich mich verstecken, aber darin habe ich ja \u00dcbung. Es wird dunkler und dunkler und irgendwann brechen die Wolken zusammen. Die meisten Autos halten an, aber wir kriechen weiter \u00fcber die Stra\u00dfen. Der Wind weht unseren 40-Tonner nach links und rechts und nach vorne sehen k\u00f6nnen wir wegen des starken Regens eh nicht mehr wirklich. Ab und zu sehen wir die st\u00e4rksten Blitze, die ich je in meinem Leben gesehen habe und selbst von wir vorher noch ein wenig sehen konnten, sind wir sp\u00e4testens nach dem Blitz v\u00f6llig blind. So zu sterben w\u00e4re echt unspektakul\u00e4r denke ich mir und deswegen haben wir heute einfach \u00fcberlegt. Als wir in die N\u00e4he von Resistencia\u00a0 kommen, gebe ich Horacio bescheid, der uns vor 2 Tagen beim Hitchhiken mitgenommen hat und uns beherbergen m\u00f6chte. Auch wieder v\u00f6llig unerwartet, gibt er Bescheid uns von dort abzuholen, wo uns Horacio herausschmei\u00dfen wird. Bl\u00f6d nur, dass das in einem riesigen Kreisel geschieht. Gut nur, dass der Regen etwas nachgelassen hat, was hei\u00dft, dass wir nicht direkt bis auf die Unterw\u00e4sche nass werden, als wir uns einen Unterstand suchen. Horacio kommt fast p\u00fcnktlich. Wir m\u00fcssen nur 1 Stunde im Regen warten. Aber da ich gerade meine 5 Minuten habe, beziehungsweise eine ganze Stunde, habe zumindestens ich Spa\u00df, w\u00e4hrend Anna verwundert ganz neue Facetten meines Charakters kennenlernt. Nachdem wir endlich im Trockenen sind, geht es von der Provinz Chaco \u00fcber den Rio Paran\u00e1 in die Provinz Corrientes. Ich bekomme schon mal einen Vorgeschmack auf morgen. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, heute erstmal im Dunkeln, dass ich morgen im Hellen nicht v\u00f6llig ausraste, fahren wir 3 km \u00fcber eine riesengro\u00dfe wundersch\u00f6ne Br\u00fccke in die 500.000-Einwohner-Stadt, die ebenfalls Corrientes hei\u00dft. Horacio m\u00f6chte noch eine kleine Stadtrundfahrt mit uns machen. Er zeigt uns die K\u00fcste und als wir an der Costanera zum Hafen fahren und ich meine, das weckt in mir Erinnerungen an Angra dos Reis, meint auch er, es s\u00e4he sehr gleich hier aus. W\u00e4hrend wir so hin und her fahren, entstehen pl\u00e4ne f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage. Ich mag diesen Prozess. Irgendwann geht&#8217;s dann doch &#8220;heim&#8221;. Wir wohnen im Zimmer seiner T\u00f6chter, die ausgezogen sind und haben eine spektakul\u00e4re Aussicht, da wir im 10 Stock sind und weit und breit das einzige Hochhaus. Horacio holt uns noch eine Pizza und dann sitzen wir 2 Stunden zusammen und unterhaltend uns. F\u00fcr Anna und mich ist es extrem spannend. Da er Geschichtslehrer ist, driften das Thema nat\u00fcrlich in die Richtung ab, aber es wir auch etwas psychologisch-philosophisch-politisch, da wir das Thema der Gleichberechtigung, Gleichstellung oder der Gleichheit der Ureinwohner, also der indigenen Bev\u00f6lkerung, mit den Gringos, den Wei\u00dfen, besprechen. Wir k\u00f6nnen das Thema nicht beenden aber wir sind zu m\u00fcde. Das Thema ist super interessant und jeder hat etwas beizutragen, w\u00e4hrend ich dauerhaft \u00fcbersetzte. Dass ich mittlerweile solche Unterhaltungen auf spanisch f\u00fchren kann macht mich extrem stolz. Wieso haben manche Ureinwohner immer noch Angst vor einer wei\u00dfen Person? Warum ist jede F\u00fchrungsposition immer noch nur mit einer wei\u00dfen Person besetzt? Warum gibt es Gesetze, bei denen Menschen 50 Peitschenschl\u00e4ge bekommen, weil sie eine wei\u00dfe Person anschauen oder sogar anreden? Warum dachten oder sogar denken manch wei\u00dfe Menschen heute noch, sie seien etwas besseres, als andere? Warum machen wir solche Unterschiede? Es gibt keine Unterschiede, wir sind alle gleich!!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da der Plan f\u00fcr heute gestern Abend schon feststand, konnten wir heute einen Ruhigen morgens machen. Als wir unseren Kram fertig hatten, holte uns Cristi ab, unsere Hippie-Polizistin, bei der wir diese Nacht wohnen durften. Wir lassen unser Gep\u00e4ck noch bei ihr und gehen zu Juliana, die wir gestern schon kennenlernen durften. 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