{"id":2549,"date":"2025-03-20T06:18:07","date_gmt":"2025-03-20T05:18:07","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2549"},"modified":"2025-03-21T00:09:27","modified_gmt":"2025-03-20T23:09:27","slug":"unterwegs-in-der-kayak-hauptstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/03\/20\/unterwegs-in-der-kayak-hauptstadt\/","title":{"rendered":"Unterwegs in der Kayak-Hauptstadt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"599\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250319_220902719-1024x599.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2548\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250319_220902719-1024x599.jpg 1024w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250319_220902719-300x175.jpg 300w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250319_220902719-768x449.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250319_220902719-1536x898.jpg 1536w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250319_220902719-2048x1198.jpg 2048w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250319_220902719-600x351.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit Hunger aufzuwachen ist immer ein gutes Zeichen. bl\u00f6d nur, wenn man nichts da hat. Also verlasse ich direkt nach dem Aufstehen unser Couchsurfing-Zuhause und kaufe erstmal ein wenig ein. Danach wird das Fr\u00fchst\u00fcck zubereitet, w\u00e4hrend Anna noch in der Koje liegt. Danach rufe ich wie eine Mutti nach oben und zitiere sie herunter zum Essen. Irgendwie witzig. Gestern haben wir uns \u00fcberlegt, uns ein Stadtfahrrad &#8220;mi bici tu bici&#8221; auszuleihen, es gibt sogar Tandems und damit in den Norden der Stadt entlang des Flusses Rio Paran\u00e1 zu fahren. Leider ging unsere Rechnung nicht auf, irgendwas hat bei der Erstellung unseres Nutzeraccounts nicht hingehauen, sodass wir kein Rad ausleihen konnten. Wir schlenderten also erstmal etwas weiter, um uns einen neuen Plan zu machen und kamen dabei zum Monumento Hist\u00f3rico Nacional a la Bandera, ein Monument in Ehren Manuel Belgranos, Sch\u00f6pfer der argentinischen Flagge, welche sie genau hier 1812 das erste Mal gehisst wurde. Man kann sich also vorstellen, dass heute hier sehr viele argentinische Flaggen wehen. Der Plan lautete dann, mit dem Uber zur Rambla in den Norden zu Fahren, da der Bus einen viel zu gro\u00dfen Umweg nahm und somit auch ordentlich Zeit fra\u00df. Dort angekommen, fragten wir in der ersten Guarderia, quasi einer Kajak-Garage nach, ob wir welche ausleihen k\u00f6nnten. Dort nicht, aber man gab uns einen Kontakt. Wir gingen erstmal in die direkt angrenzende Guarder\u00eda und fragten dort. Dort wurde genau dieser Kontakt versucht anzurufen, aber er ging nicht dran. Der 2. Kontakt meldete sich und unser Kayak war gekl\u00e4rt. Wir gingen in eine andere Guarderia, um dort unser Kajak zu bekommen mussten aber noch warten, um am Ende doch von besagtem ersten Kontakt unser Kajak zu bekommen. 3 Kajak-Garagen h\u00f6rt sich vielleicht viel an, aber es gibt insgesamt \u00fcber 100.000 Kajaks in 14 Guarder\u00edas in Rosario, was 1 Kajak auf jede 10. Person macht. Eines davon zu leihen ist aber gar nicht so einfach, da wirklich alle privat sind. Als wir dann aber eines von Marcos&#8217; Kajak bekamen, paddelten wir mit ein paar Einheimischen los Richtung Isla de los M\u00e1stiles, setzten uns aber recht schnell ab und zwar ans Ende. Nicht nur des wegen des Gegenwindes, auch ging es flussaufw\u00e4rts und wir fuhren um ehrlich zu sein ziemlich im Zickzack. Pl\u00f6tzlich, v\u00f6llig aus dem Nichts, als ich nach rechts schaute, war da neben uns ein riesen Containerschiff. Gottseidank noch etwas hinter uns, also paddelten wir wie verr\u00fcckt wieder etwas n\u00e4her zum Ufer, nachdem wir unser Entsetzen verarbeitet hatten. Da konnten wir dann in Ruhe beobachten, wie das Hochhaus an uns vorbeifuhr, w\u00e4hrend wir uns wie M\u00e4use vorkamen. Die n\u00e4chste Sorge war dann, ob es unter der Br\u00fccke durchpasst, aber auch da w\u00fcrden wir am Ende beruhigt. Wir hofften einfach mal, nicht von den Wellen gekentert zu werden, aber mein Ratschlag, locker in der H\u00fcfte zu bleiben, nahm Anna dankend an. Dann stand die \u00dcberquerung des Rio Paran\u00e1 bevor. Gut dass wir nochmal hinter uns schauten, dann da kam schon wieder der n\u00e4chste Ozeandampfer. Also warteten wir geduldig, wurden wieder von der Str\u00f6mung zur\u00fcckgeworfen, bis der Weg frei war. Bei einer Breite von etwa 1 km kamen wir uns manchmal vor, als w\u00fcrden wir absolut nicht von der Stelle kommen. Mein nerv\u00f6ser Blick ging auch st\u00e4ndig flussabw\u00e4rts, um nicht von einem Schiff im Rio Paran\u00e1 versenkt zu werden. Aber wir hatten Gl\u00fcck, es kam kein weiteres. Irgendwann waren wir auf der anderen Seite und beide bereits etwas schulterlahm. Aber wir mussten uns jetzt nur noch einen Platz am langen Strand der Insel aussuchen und w\u00e4ren bereit f\u00fcr unsere Pause. Wir strandeten, suchten uns ein schattiges Pl\u00e4tzchen und genauso schnell war ich auch drin im Wasser. Ein bisschen Schwimmen, ein bisschen Entspannen, ein bisschen quatschen und schon kam Marcos nach Feierabend vorbei. Der Strand f\u00fcllte sich nach und nach. In Rosario wei\u00df man, wie man seinen Feierabend verbringt. Wenn nicht im Kajak, dann im Motorboot, Segelboot oder Jetski. Die Fischer, die seit Anfang an neben uns waren, laden uns ein, zeigen uns voller Begeisterung ihren Fang, fragen wie die Fische auf deutsch hei\u00dfen und gottseidank erkenne ich die Welse und eine Dorade hei\u00dft in Spanisch auch nur Dorado. Beim Boga muss ich passen. Der \u00dcbersetzer spuckt Silberfisch aus. Und bei den Fischen sprechen wir nicht von kleinen Fischen, sondern von richtig gro\u00dfen Kloppern mit bis 1 m L\u00e4nge. Nach der kleinen Lehrstunde ging das normale Strandleben weiter und ich verpflichtete die allseits besch\u00e4ftigte Anna zum Nichtstun. Auf den R\u00fcckweg machten wir uns zusammen mit Marcos und irgendwie schienen wir alle etwas wie auf Drogen, da wir alles witzig fanden und uns kaputt lachten. Trotzdem brauchten wir statt 1,5 Stunden wie auf dem Hinweg nur 30 Minuten f\u00fcr den R\u00fcckweg und ich machte mein heutiges Foto des Tages mit Blick auf die Br\u00fccke Nuestra Se\u00f1ora de Rosario. Dann stand wieder die gro\u00dfe Frage an, wie wir zur\u00fcck in die Stadt kommen. Ein gro\u00dfes Plus an Anna ist, dass sie genauso reist und reiseerfahren ist, wie ich, das hei\u00dft, wir entschieden uns zu trampen. Noch bevor wir unseren Stand eingenommen hatten und gerade \u00fcber den Zebra-Streifen gingen, hielt ich den Daumen raus, setzte mein L\u00e4cheln auf, Anna folgte und das Auto hielt. Ich fragte, ob sie bis zum Monumento fahren und nachdem die Zustimmung kam, war das Auto voll. Anders als erwartet fuhren wir aber nicht weit, sondern stiegen bei der ersten Guarderia aus. Bruno, der urspr\u00fcnglich von Rosario kommt, derzeit aber in Salzburg arbeitet und einer der Mitinsassen im Auto war, fing an, uns mit seinem Deutsch zu seinem Abschieds-Asado einzuladen. Kurze Absprache mit Anna, wir sind dabei. Wir gehen also gemeinsam zum Haus eines Freundes und schmei\u00dfen schon mal den Grill an, d\u00fcrfen duschen, gehen noch gemeinsam was einkaufen, werden aber zu allem eingeladen, bis der erste Gast, Charlie, mit 3 riesigen Fischen im Gep\u00e4ck, wie wir sie heute gesehen haben, ankommt. Scherzhaft meinen wir, dass er drei Haie mitgebracht hat. Nach und nach kommen immer mehr Leute, die immer mehr essen mitbrachten. Die Party konnte also starten. Ich entschied, wo die Tische im Garten zu stehen kamen und zu meiner \u00dcberraschung h\u00f6rte alles auf mich. Eine tolle Anmerkung von Anna zu dem Abend: &#8220;Ich finde es gerade richtig sch\u00f6n, wie alles seine Eigendynamik entwickelt und jeder mit irgendwas besch\u00e4ftigt ist und keiner gestresst ist oder gelangweilt und stumm am Tisch sitzt.&#8221; Wir standen n\u00e4mlich entweder in der Runde, tranken schon einen Wein, w\u00e4hrend wir etwas snackten oder bereiteten den Fisch das Fleisch, Salat oder das Dessert vor. Nat\u00fcrlich war jeder wieder interessiert daran, sich mit uns zu unterhalten und auszutauschen, auch wenn der Anteil der Englisch-sprachigen Leute in der Gruppe nicht so gro\u00df war wie In Buenos Aires aber Anna lernt rasant schnell spanisch und den Rest habe ich \u00fcbersetzten. Irgendwann, ich denke es war bereits nach Mitternacht, war das Asado fertig und wir versammelten uns alle um den Tisch. Die die keinen Stuhl fanden, standen gem\u00fctlich hinter den anderen und da Fleisch in Argentinien eh immer aufgeschnitten wir, a\u00dfen wir entweder mit den H\u00e4nden oder gingen um den Tisch mit unserer Gabel und eroberten uns hier und da unser Essen. Als das Essen weg war, wurden die Instrumente herausgeholt und da circa sie h\u00e4lfte der 25 Leute in einer Band waren, war es, als w\u00fcrde man einem kostenlosen Life-Konzert zuschauen. Und genau so verstrich die Zeit bis in die fr\u00fchen Morgenstunden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Hunger aufzuwachen ist immer ein gutes Zeichen. bl\u00f6d nur, wenn man nichts da hat. Also verlasse ich direkt nach dem Aufstehen unser Couchsurfing-Zuhause und kaufe erstmal ein wenig ein. Danach wird das Fr\u00fchst\u00fcck zubereitet, w\u00e4hrend Anna noch in der Koje liegt. Danach rufe ich wie eine Mutti nach oben und zitiere sie herunter zum [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2548,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2549","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-foto-des-tages"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2549"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2549\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2551,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2549\/revisions\/2551"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2548"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}