{"id":2444,"date":"2025-03-03T00:55:02","date_gmt":"2025-03-02T23:55:02","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2444"},"modified":"2025-03-03T00:56:06","modified_gmt":"2025-03-02T23:56:06","slug":"ein-neues-kapitel-beginnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/03\/03\/ein-neues-kapitel-beginnt\/","title":{"rendered":"Ein neues Kapitel beginnt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250302_1538114942-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2443\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250302_1538114942-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250302_1538114942-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250302_1538114942-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250302_1538114942-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250302_1538114942-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250302_1538114942-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/PXL_20250302_1538114942-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sonntag und Tag 8 in Yunguyo. Heute habe ich mir vorgenommen, weiter zu reisen. Ich bin zwar immer noch ziemlich verschnupft, aber im Allgemeinen geht es mir viel besser. Da ich heute zum f\u00fcnften, aber finalen Mal aus Peru ausreisen werde, musste ich noch einige Vorkehrungen treffen, bevor ich das Land verlassen konnte. Nein, es betrifft leider nicht Biesti, ich denke, wir werden uns wohl nicht wieder sehen, also geht es ohne Auto weiter auf meiner Reise. Da ich den lila Mais und all seine Verarbeitungen liebe, wird heute nochmal ein ordentliches Care-Paket auf dem Markt zusammengestellt: Mazamorra morada, Api und dann kommt Johan auf die beste Idee. Warum nehme ich nicht einfach 2 Maiskolben mit nach Hause und probiere diese anzubauen. Er musste mich nicht lange davon \u00fcberzeugen. Und wer wei\u00df, vielleicht vertreibe ich in Zukunft lila Mais in Deutschland. Auf dem Markt ist heute die H\u00f6lle los, so viele Menschen habe ich lange nicht gesehen und da heute der Karneval beginnt, gibt es noch mehr Marktst\u00e4nde. Einen davon habe ich auf dem heutigen Foto des Tages festgehalten. Auch werden hier und dort Leute am Stra\u00dfenrand geschminkt oder frisiert, kurz gesagt, f\u00fcr den Karneval schick gemacht. Als wir alles beisammen hatten, gab es mal wieder einen herzensschweren Abschied. Johan brachte mich noch zum Collectivo und ich war auf dem Weg zur bolivianischen Grenze in Desaguadero. Wie sch\u00f6n das letzte Mal, war eine unendlich Lange Schlange vor der Migrationskontrolle, nur dass sie diesmal doppelt so lang war. Ich hatte keine andere Wahl, als mein Schicksal zu akzeptieren und mich hinten anzustellen. Mit Sack und Pack ging es schleppend voran. Die Sonne wurde mit jeder Minute st\u00e4rker. Die Familien wechselten sich ab und gingen\u00a0 eviche am Stra\u00dfenrand essen, sich ein Kaltgetr\u00e4nk oder Eis holen oder wechselten schon mal Geld. Da ich allein unterwegs bin, musste ich auch allein eisern meinen Platz in der Reihe verteidigen und ausharren. Irgendwann machte mein Kreislauf schlapp, dass ich mich auf meinen Kartoffelsack setze und anfing zu lesen, um mir so die Zeit zu vertreiben. Beste Entscheidung in diesem Moment. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ging es voran und als ich kurz vor dem Eingang war, bat mich eine Frau, sie vorzulassen. Es l\u00e4ge ein Notfall vor. Ich bin ja nicht so, also lie\u00df ich sie vor. Was ich damit f\u00fcr ein Aufstand anfochte, ahnte ich nicht. Alle Leute redeten, besser schrien auf sie und mich ein. &#8220;Wir warten hier seit 2 Stunden!&#8221;, &#8220;Was soll das?!&#8221;, &#8220;Das kann doch nicht sein!&#8221;. Die Diskussion setze sich im Migrationssaal lautstark fort. Mit Fingern wurde auf die Frau gezeigt, die mittlerweile weinte. Ein Grenzbeamter ging zu ihr. Alle dachten, nun wird sie aus der Reihe geschmissen, doch zu meinem Triumph fragte er, was es f\u00fcr eine Art Notfall sei und sie kam sogar noch schneller an die Reihe. Ich lachte mir insgeheim ins F\u00e4ustchen und bekam bald darauf meinen Ausreisestempel. Nun musste ich das ganze nur noch in Bolivien hinter mich bringen. Zu meiner \u00dcberraschung gab es hier kaum eine Schlange, sodass ich nach der ganzen Aufregung, schnell meinen bolivianischen Einreisestempel im Pass hatte und im Collectivo nach La Paz sa\u00df. Aus dem Collectivo raus, h\u00e4lt sofort ein Taxi ohne heranwinken an und er f\u00e4hrt in eine ganz andere Richtung wie ich eigentlich will. Nach misstrauischem Nachfragen meint er, es gibt einen neuen Busterminal in El Alto, der ist N\u00e4her und hat mehr Abfahrten. Gut, dass er das einfach mal von sich aus entschieden hat und ich nat\u00fcrlich wie immer noch kein Ticket habe, da geht das klar. Ich bleibe trotzdem weiterhin sehr skeptisch und verfolge alles auf Google Maps mit, ohne zu sehen, wo dieser Busbahnhof ist. Der 25-j\u00e4hrige Taxifahrer fragt mir indes L\u00f6cher in den Bauch und will mit mir nach Deutschland kommen. Ich kann nur dar\u00fcber lachen. Direkt neben dem Flughafen taucht dann auch ein riesiger Busbahnhof auf. Er hat also doch Recht gehabt. Ich schleppe also mein Zeug in die riesige Halle und werde von allen Verk\u00e4ufern angefallen wie Frischfleisch. Der erstm\u00f6gliche Bus nach Sucre ist meiner! Wer hat welche Zeit zu bieten? 18:15 habe ich den Busbahnhof betreten, wobei Busbahnhof wirklich komplett untertrieben klingt. Es sieht eher aus wie in einem Flughafen und ist auch genauso sauber erstaunlicherweise. 18:30 ist Boarding und 19:00 geht es los. Da ich heute erst Fr\u00fchst\u00fcck hatte, decke ich mich am Bahnhof noch mit essen ein. Zum Avocado-K\u00e4se-Sandwich gibt es einen hei\u00dfen Anis-Tee und als Nachtisch hole ich mir noch wo anders warmen Milchreis. Als ich all meine Sachen mit meinen 5 H\u00e4nden und Armen irgendwie verstaut habe und meinen Platz im Bus gefunden habe, ich werde 11 Stunden durch die Nacht fahren, finde ich keine Toilette. Ich frage also direkt noch nach, ob es wirklich keine Toilette gibt und darf mich noch schnell im Busbahnhof entleeren gehen, bevor ich all mein Essen direkt neben dem Essen-und-Trinken-verboten-Schild genie\u00dfe, w\u00e4hrend unsere Namen mit unseren Sitzpl\u00e4tzen abgeglichen werden und wir bevor wir vom Gel\u00e4nde herunterfahren, jeder noch 2,50 Bolivianos f\u00fcr die Nutzung des Busterminals l\u00f6hnen m\u00fcssen. Und dann beginnt die Fahrt durchs dunkle Bolivien&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag und Tag 8 in Yunguyo. Heute habe ich mir vorgenommen, weiter zu reisen. Ich bin zwar immer noch ziemlich verschnupft, aber im Allgemeinen geht es mir viel besser. Da ich heute zum f\u00fcnften, aber finalen Mal aus Peru ausreisen werde, musste ich noch einige Vorkehrungen treffen, bevor ich das Land verlassen konnte. 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