{"id":2372,"date":"2025-02-18T23:20:03","date_gmt":"2025-02-18T22:20:03","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2372"},"modified":"2025-02-26T17:38:41","modified_gmt":"2025-02-26T16:38:41","slug":"mit-adrenalin-die-todesstrase-hinunter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/02\/18\/mit-adrenalin-die-todesstrase-hinunter\/","title":{"rendered":"Mit Adrenalin die Todesstra\u00dfe hinunter"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG-20250219-WA0090-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2371\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG-20250219-WA0090-768x1024.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG-20250219-WA0090-225x300.jpg 225w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG-20250219-WA0090-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG-20250219-WA0090-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG-20250219-WA0090-600x800.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG-20250219-WA0090-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>7:20 Uhr werden wir vor unserem AirBnb abgeholt. Bereits im Minibus, also mit von der Partie ist Kurt, 66 Jahre aus der Schweiz und unsere 2 Guides Juan und Mauricio und der Fahrer, der sp\u00e4ter immer ganz brav hinter uns her fahren wird. Jetzt m\u00fcssen wir nur noch die anderen 3 einsammeln und wir sind vollz\u00e4hlig. Billy, mit dem ich in einer Seilschaft auf dem Huyana Potos\u00ed war, ist auch dabei. Er hat noch 2 aus seinem Hostel \u00fcberreden k\u00f6nnen, sodass wir die gesamte Tour zu einem spitzen Preis bekommen konnten. Los geht es also. Mit dem Bus fahren wir aus La Paz raus, auf 4600 Meter hoch. Hier oben liegt Schnee. Bevor es losgeht, bekommen wir ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck, Kurt probiert schon mal die Fahrr\u00e4der aus, w\u00e4hrend er sich eine Kippe angez\u00fcndet hat und die anderen w\u00e4rmen sich am Kaffee oder genie\u00dfen einfach nur die wundersch\u00f6ne Aussicht auf die uns umliegende Bergwelt. Nachdem wir uns gest\u00e4rkt haben, bekommen wir unsere Sachen zugeteilt, da wir bei der Buchung unsere Gr\u00f6\u00dfe angeben mussten, passt alles recht gut. Schoner f\u00fcr Knie, Schienbeine, Ellbogen und Unterarme, Handschuhe, einmal Plastikklamotten und eine Regenjacke. Bei der Helmprobe ende ich nat\u00fcrlich mal wieder beim kleinstm\u00f6glichen. Alles passt und wir bekommen noch unsere Fahrr\u00e4der zugeteilt. Mit Alkohol segnen wir noch unseren heutigen Tag. Der erste Schluck geht wie immer an Pachamama, der zweite aufs Fahrrad, dass es uns heile den Berg herunter bringt und der dritte ist f\u00fcr uns, dass wir mit Obacht und m\u00f6glichst viel Aufmerksamkeit, aber auch Spa\u00df und Freude den Tag genie\u00dfen k\u00f6nnen. 96-prozentiger Alkohol hat au\u00dferdem den Effekt, dass er auch direkt noch ein wenig von innen w\u00e4rmt. Es kann also los gehen. Die ersten 22 km sind noch auf asphaltierter Stra\u00dfe. Wir k\u00f6nnen uns also alle erstmal an unsere Drahtesel gew\u00f6hnen. Die Beine haben nicht viel zu tun, da wir nur nach unten rollen. Die H\u00e4nde immer an den Bremsen hie\u00df es. Aber ich f\u00fchle mich mit meinem Fahrrad schon jetzt so verbunden und die Stra\u00dfe ist so gut, dass meine H\u00e4nde schon bald die wenigste Zeit am Lenker sind. Singend fliege ich \u00fcber die Stra\u00dfe und bin von hinterster Position nach vorn direkt hinter Mauricio gelangt. Auch auf dem Sattel kann ich mich nur schwer halten. Die Natur ist atemberaubend sch\u00f6n. Zu unserer Rechten flie\u00dfen von den Bergen alle 50 m Wasserf\u00e4lle die braunen Felsw\u00e4nde herunter. Ein, zwei Stopps sp\u00e4ter und wir kommen an der Abzweigung an, wo die alte Schotterpiste, die den Namen &#8220;Death Road&#8221; &#8211; &#8220;Stra\u00dfe des Todes&#8221; tr\u00e4gt, von der neuen Asphaltstra\u00dfe abgeht. Die Schotterpiste war vor dem Neubau der Asphaltstra\u00dfe die einzige Verbindung hinunter in den Dschungel und aus beiden Richtungen befahrbar. Hier herrscht noch heute Linksverkehr. Wieso? Ganz einfach: Die Stra\u00dfe ist so eng, dass der Fahrer, der Links sitzt, deutlich besser sehen kann, wie weit er an den Abgrund fahren kann, und der Gegenverkehr kann auch besser sehen, wie nah er an den Fels heranfahren kann. Trotz dieser Regel kam es nat\u00fcrlich immer wieder zu Abst\u00fcrzen von LKWs, Bussen und so weiter, weshalb die Stra\u00dfen ihren Namen bekommen hat, die gef\u00e4hrlichste Stra\u00dfe der Welt. Heute gibt es die neue breitere Asphaltstra\u00dfe und die Schotterpiste wird zu gro\u00dfen Teilen nur noch vom Tourismus genutzt. F\u00fcr uns geht es heute also die gef\u00e4hrlichste Stra\u00dfe der Welt nach unten. Mauricio vorn Weg und ich direkt hinterher. Das gef\u00e4llt mir. Noch ist es kalt, doch mit jedem Meter, den wir weiter nach unten fahren wird es w\u00e4rmer und gr\u00fcner. Wir machen immer wieder kleine Stopps, um die Gruppe wieder zu versammeln und das n\u00e4chste St\u00fcck, das vor uns liegt zu besprechen. Jeder hat seinen Platz in der Schlange, die den Berg herabd\u00fcst, gefunden und die M\u00e4nner sind beeindruckt, wie schnell ich unterwegs bin. Wir sind auch insgesamt eine schnelle Gruppe und \u00fcberholen 2 andere riesige Mountainbike-Touren auf unserem Weg. Der Weg ist besser als ich anfangs dachte. Der felsige Untergrund mit den vielen gro\u00dfen Steinen verlangt unserem K\u00f6rper, aber vor allem unseren H\u00e4nden, alles ab. Dauerhaft scannen wir den Untergrund nach der besten Fahrtstrecke und wenn es dann passt, kommt auch der ein oder andere Sprung, um sich daran zu erinnern, dass man nicht m\u00f6glichst schnell, sondern mit m\u00f6glichst viel Spa\u00df hier herunterkommen soll. Ganz vorn steht aber immer noch die Sicherheit und so werden wir st\u00e4ndig auf irgendwelche Schwierigkeiten hingewiesen. Da es Regensaison ist, kommen auch hier immer wieder Wasserf\u00e4lle auf den Weg herab geregnet, die ich gern mit vollem Anlauf durchquere. Als ich mir sp\u00e4ter Videos anschaue, musste ich feststellen, dass ich mal wieder die einzige Bekloppte war, die das gemacht hat. Aber es hat unglaublich viel Spa\u00df gemacht und genau darum ging es ja. Ab und zu fliegen uns gro\u00dfe Schmetterlinge \u00fcber den Weg, die je nach Fl\u00fcgelschlag gelb oder blau im Sonnenlicht funkeln. Sie k\u00fcndigen uns an, dass wir bald im Dschungel sind. Auch unsere Klamotten fallen nach und nach. Am Morgen sind wir noch bei etwa 0\u00b0C gestartet und jetzt sind wir sicher bei 20\u00b0C. Wir machen einen Stop. Hier gibt es eine Zipline, also ein 500m langes Drahtseil, dass 350m in die Tiefe auf die andere Seite f\u00fchrt. Dazu kann ich nicht nein sagen. In Superman-Pose fliege ich wie ein Vogel \u00fcber die B\u00e4ume hinweg. Was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Moment. Nur leider viel zu kurz. Die anderen wollen nicht, also wieder zur\u00fcck und ein letztes St\u00fcck ab auf die R\u00e4der. Jetzt ist die Stra\u00dfe etwas besser, also fliegen wir. Trotzdem muss man weiterhin extrem aufmerksam sein. Ein kleiner Fehler und man fliegt vom Fahrrad. Ein paar Mal hebt es mich von den Pedalen. Am Ende hat sich trotz 2 St\u00fcrzen in unserer Gruppe keiner verletzt. Gebrochene Schl\u00fcsselbeine und Arme sind wohl keine Seltenheit. Au\u00dferdem waren wir wirklich schnell. In Coroico, auf 1500 hm angekommen, wartet ein Buffet und eine Poollandschaft auf uns. Mittlerweile sind es 30\u00b0C. Was f\u00fcr Gegens\u00e4tze. Wir schlagen uns also die B\u00e4uche voll und springen ab in den Pool. 3 Stunden lang bekommt man mich nicht heraus. Der urspr\u00fcngliche Plan war, um 4 zur\u00fcck nach La Paz zu fahren. Manche Gruppen haben nur eine halbe Stunde im Pool Zeit zum Erholen. Uns gef\u00e4llt es hier so gut, dass wir unsere Guides \u00fcberreden k\u00f6nnen, bis um 6 zu bleiben, als gerade eine andere Truppe erst von der Death Road ankommt. Wir verstehen uns so gut mit unseren Guides, dass die 3-st\u00fcndige R\u00fcckfahrt zur Party wird. Irgendjemand kauft 6 2-Liter-Flaschen fertig gemischten Cuba libre. Der Becher macht die Runde, viel zu schnell. Wir lernen ein paar Trinkspr\u00fcche aus Bolivien, nebenbei l\u00e4uft meine S\u00fcdamerika-Playlist \u00fcber Billy&#8217;s Lautsprecher. Die Stimmung ist einfach der Hammer, wir tanzen halb und am Ende bleibt der Bus nicht mehr so ganz heile. &#8220;Arriba, abajo, al centro, al sexy movimiento&#8221; hei\u00dft es nur und am Ende sind 5 von den 6 Flaschen leer. Wer das alles getrunken hat, keine Ahnung. Die Guides sind begeistert von unserer Gruppe und hatten super viel Spa\u00df mit uns. Wir werden noch in unseren Unterk\u00fcnften abgeliefert und hauen uns in unsere Betten. Was f\u00fcr ein unerwarteter Tag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7:20 Uhr werden wir vor unserem AirBnb abgeholt. Bereits im Minibus, also mit von der Partie ist Kurt, 66 Jahre aus der Schweiz und unsere 2 Guides Juan und Mauricio und der Fahrer, der sp\u00e4ter immer ganz brav hinter uns her fahren wird. 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