{"id":2369,"date":"2025-02-18T03:56:22","date_gmt":"2025-02-18T02:56:22","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2369"},"modified":"2025-02-26T17:54:56","modified_gmt":"2025-02-26T16:54:56","slug":"tatsachen-skurilitaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/02\/18\/tatsachen-skurilitaten\/","title":{"rendered":"Tatsachen &amp; Skurilit\u00e4ten"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250217_1442291642-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2368\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250217_1442291642-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250217_1442291642-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250217_1442291642-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250217_1442291642-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250217_1442291642-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250217_1442291642-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250217_1442291642-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unser Weg f\u00fchrt uns heute zun\u00e4chst zum Rathaus. Dort startet unsere Free Walking Tour mit Roberto von Alpaka Steps. Gemeinsam gehen wir zum Plaza Muelle, wo sich das Regierungsgeb\u00e4ude und der Senat befinden. Hier erfahren wir einiges zur Geschichte Boliviens. Warum hei\u00dft es Bolivien? Da 1825 die Unabh\u00e4ngigkeit milit\u00e4risch durch Simon Bolivar durchgesetzt wurde. Nicht nur durch ihn, sondern auch mit Hilfe von Antonio Jos\u00e9 de Sucre, weshalb die Hauptstadt den Namen Sucre tr\u00e4gt. Bolivien ist eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder S\u00fcdamerikas, es hat viele Fehler in der Vergangenheit gemacht. Daran soll auch die Uhr erinnern, die am Senatsgeb\u00e4ude h\u00e4ngt. Betrachtet man die Uhr auf dem heutigen Foto des Tages genauer, so f\u00e4llt einem auf, dass das Ziffernblatt in verkehrter Reihenfolge dargestellt ist. Nach dem Motto: &#8220;The past is infront of us&#8221; &#8211;\u00a0 &#8220;Die Vergangenheit liegt vor uns&#8221;. Oder wie man zu gut deutsch sagen w\u00fcrde: &#8220;Aus Fehlern kann man nur lernen&#8221;. Ich finde das irgendwie super tiefgr\u00fcndig und auch interessant, dass sie dazu stehen. Ein weiterer interessanter Fakt ist, dass Bolivien 36 offizielle Landessprachen hat. Es ist also extrem vielf\u00e4ltig und Rassismus ist hier komplett Fehl am Platz. Man kann sogar 5 Jahre ins Gef\u00e4ngnis daf\u00fcr kommen, wenn man erwischt wird, dass man Rassismus aus\u00fcbt. Das sollte sich der Deutsche Bundestag auch mal \u00fcberlegen einzuf\u00fchren&#8230; Als n\u00e4chstes gingen wir zum Plaza Sucre. Direkt daneben steht eines der weltbekanntesten Gef\u00e4ngnisse der Welt. Warum es so bekannt geworden ist? Ich denke es liegt an der Vielzahl der absurden Fakten, die es hier\u00fcber zu berichten gibt. Platz ist hier f\u00fcr 500 Gefangene, die Eintritt zahlen m\u00fcssen, um in diesem Gef\u00e4ngnis sein zu d\u00fcrfen. Aktuell leben etwa 2000 Gefangene hier drin. Und nicht nur sie, sondern auch teilweise ihre Frauen und Kinder. Zahlt man nicht, wird man umgebracht. Au\u00dferdem ist das Gef\u00e4ngnis daf\u00fcr bekannt, dass eine Kokainfabrik darin sein soll. &#8220;Zucker&#8221;, so haben wir es die ganze Zeit in unserer Tour genannt, da wir verhaftet werden k\u00f6nnen, falls wir das Wort &#8220;Kokain&#8221; vor dem Gef\u00e4ngnis in den Mund nehmen oder ein Bild vom Gef\u00e4ngnis machen. Der Zucker wird dann mit Tauben in der Stadt oder durch Coca-Cola-Trucks in S\u00fcdamerika vertrieben. Ich habe also am heutigen Tage beschlossen, Coca Cola abzuschw\u00f6ren. Ich bin v\u00f6llig baff. Um die Gem\u00fcter wieder etwas zu entspannen, gehen wir zu einer der 10 Seilbahnen der Stadt und fahren rauf nach El Alto, um uns hier etwas mit der Aymara-Kultur zu besch\u00e4ftigen, die man auf dem Markt sehr gut beobachten kann. Was Cholitas sind, wissen wir ja nun schon seit dem Wrestling gestern Abend. Warum sie aber wresteln, beantwortete sich heute. Cholitas sind eine der indigenen Truppen Boliviens, die lange Zeit nichts, aber wirklich gar nichts durften. Heute, seit dem ersten indigenen Pr\u00e4sidenten Morales, sind sie mit allen gleichgestellt. Sie d\u00fcrfen zur Schule gehen, sie d\u00fcrfen arbeiten, sie d\u00fcrfen alles, wieso also nicht wresteln. Cholitas sind harte Arbeiterinnen, da sie es nun endlich d\u00fcrfen und zeigen auch gern, wie hart sie arbeiten. Als Attraktivit\u00e4tsmerkmal bei ihnen gelten die Waden, denn wer kr\u00e4ftige Waden hat, arbeitet scheinbar auch hart. Ihren Reichtum zeigen sie gern mit Gold, nicht nur in Form von Schmuck, sondern auch mit Goldz\u00e4hnen, so hat fast jede Cholita oder auch Caserita (gute Verk\u00e4uferin) auf dem Markt, mag sie noch so arm aussehen auf den ersten Blick, Goldz\u00e4hne. Der Reichtum liegt nicht in der Touristenmetropole La Paz mit seinen abgefahrenen Restaurants und Partys, nein, viel mehr liegt er versteckt hier oben in El Alto. Ganz nach den 3 Grundgesetzen der Aymara, sind sie nicht nur nicht faul, sondern d\u00fcrfen auch nicht l\u00fcgen und nicht stehlen. Geschieht es doch und man wird erwischt, kann man get\u00f6tet werden. Vielleicht f\u00fchle ich mich deshalb hier so sicher. Klauen ist in Bolivien kein Ding, Dank Aymara-Kultur. Weiter gehen wir zu den Chiflerias. Hier kommt jetzt das Absurdeste von heute. Bolivianer sind sehr abergl\u00e4ubige Menschen, nicht kirchlich, denn das Ganze wurde ihnen ja eher von den Spaniern aufgebrummt, nein, viel mehr geht es um den Einklang mit Mutter Natur. Wir laufen an einigen Schamanen vorbei, die hier ihre eigene kleine Kommune haben und betreten unsere erste Chifleria. Hier h\u00e4ngen tote konservierte Lama-Feten und Lama-Neugeborene von den Decken zum Verkauf. Wird ein Haus gebaut, opfert man noch heute, Wasser, Blut und Zucker f\u00fcr Mutter Erde. Blut in diesem Fall ist ein Lama. Je nach Gr\u00f6\u00dfe des Hauses, wird die Gr\u00f6\u00dfe des Lamas ausgew\u00e4hlt. Kommen wir zu Hochh\u00e4usern, wird es noch skurriler und unglaubhafter. F\u00fcr ein solches Bauwerk reicht kein Lama mehr, dazu braucht es was anderes, einen Menschen. Richtig, noch heute werden Menschen beim Bau eines Hochhauses in Bolivien geopfert. Die Frage ist, wie geht das rechtm\u00e4\u00dfig und ethisch von statten? &#8220;Gut&#8221;, dass Bolivien so arm ist. Es hat also extrem viele arme Obdachlose, die ein hartes Leben leben m\u00fcssen. Freiwillige, die ihr Leben satt haben, k\u00f6nnen zum Cementerio de los elefantes gehen, bekommen dort Alkohol, und schlafen dann im frischen Zement ein. Sie haben sich damit selbst gerettet, denn sie wachen im n\u00e4chsten Leben an der Seite von Pachamama &#8211; Mutter Erde wieder auf. Unglaublich, aber wahr! Noch heute gibt es das. V\u00f6llig schockiert und \u00fcberrumpelt, fahren wir mit der Seilbahn wieder herunter nach La Paz. Hier verabschieden wir uns voneinander. Super interessante Tour, super interessante Kultur und Geschichte. Jetzt brauchen wir aber etwas Entspannung und gehen erstmal wieder in der Markthalle essen. Diesmal entscheiden wir uns f\u00fcr das traditionelle Gericht Sopa de Man\u00ed &#8211; Erdnusssuppe. Gest\u00e4rkt gehen wir in die Verhandlungen des morgigen Tages. Ich habe eine Truppe zusammenbekommen, um die Tour morgen zum g\u00fcnstigsten Preis zu bekommen. Verraten tue ich noch nicht, wo es morgen hingeht, aber wir m\u00fcssen noch ein paar Besorgungen machen, bevor es wieder zur\u00fcck in unsere Unterkunft geht. Heute wartet ein Filmabend auf uns. Au\u00dferdem traue ich mich auch das erste Mal in S\u00fcdamerika Essen \u00fcber PedidosYa online zu bestellen, was auch wieder ein kleines Abenteuer f\u00fcr sich war.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Weg f\u00fchrt uns heute zun\u00e4chst zum Rathaus. Dort startet unsere Free Walking Tour mit Roberto von Alpaka Steps. Gemeinsam gehen wir zum Plaza Muelle, wo sich das Regierungsgeb\u00e4ude und der Senat befinden. Hier erfahren wir einiges zur Geschichte Boliviens. Warum hei\u00dft es Bolivien? Da 1825 die Unabh\u00e4ngigkeit milit\u00e4risch durch Simon Bolivar durchgesetzt wurde. 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