{"id":2343,"date":"2025-02-12T02:36:02","date_gmt":"2025-02-12T01:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2343"},"modified":"2025-02-26T18:57:19","modified_gmt":"2025-02-26T17:57:19","slug":"kleiner-packesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/02\/12\/kleiner-packesel\/","title":{"rendered":"Kleiner Packesel"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250212_001331743.MP2_-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2345\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250212_001331743.MP2_-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250212_001331743.MP2_-300x169.jpg 300w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250212_001331743.MP2_-768x432.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250212_001331743.MP2_-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250212_001331743.MP2_-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250212_001331743.MP2_-1160x653.jpg 1160w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250212_001331743.MP2_-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine kleine &#8220;Reise nach Jerusalem&#8221; stand mir heute bevor. Fernando, Freund und Anwalt, wird in Cusco alles f\u00fcr mich regeln, um Biesti m\u00f6glichst wieder zu bekommen. F\u00fcr den Antrag haben wir 20 Tage Zeit. Heute ist Tag 2. Er braucht noch einige Dokumente von mir, welche ich ihm per Post zusenden soll. In Yunguyo, wo ich gerade bin, gibt es allerdings keine Post, also bringt mich Johan, bei dem ich untergekommen bin, zum Collectivo, welches mich zur\u00fcck nach Puno bringt, wo ich vor 2 Tagen schon mitten im Carneval gelandet bin. Dort dann die Hiobsbotschaft, es ist immer noch Carneval. Alles ist geschlossen. Heute ist der letzte von 11 Tagen. Kein Mototaxi m\u00f6chte mich mitnehmen, bis sich Juan Jos\u00e9 ein Herz fasst und f\u00fcr mich herum telefoniert. Wir finden ein B\u00fcro, das ge\u00f6ffnet ist. Dort angekommen: Es dauert 20-30 Tage. Mir f\u00e4llt alles aus dem Gesicht, die Zeit haben wir leider nicht. Wir fragen nach, ob noch irgendwas anderes ge\u00f6ffnet hat und bekommen zur Antwort, der Busbahnhof. Also tuckern wir dort hin, nachdem wir uns wieder durch den Umzug zur\u00fcck gequ\u00e4lt haben. Am Bahnhof angekommen, finden wir direkt die zust\u00e4ndige Person. Als Absender kommt nur mein Name drauf, auch die Zustellung ist interessant. Fernando sein kompletter Name kommt drauf, seine Identifikationsnummer und dann nur Cusco. Ich muss ein paar Mal nachfragen, wo es hin geliefert wird, um Nichts falsch zu verstehen. Aber ich habe die letzten Male an den Busbahnh\u00f6fen schon beobachtet, dass sie als Post fungieren und Pakete ein und ausladen. Mein Brief wird also mit einem Bus zum Busbahnhof in Cusco gelangen, hoffentlich. Auch Fernando&#8217;s Telefonnummer musste ich hinterlegen, dass er Bescheid bekommen kann, wenn der Brief da ist. Wieder total viele neue Eindr\u00fccke und \u00e4u\u00dferst interessant dieses System. Nachdem meine Aufgabe in Puno erledigt ist, kann ich weiter reisen, leider ohne Biesti. Wie schon vor 2 Tagen, geht es zur Grenze, diesmal im Collectivo, 3 Stunden f\u00fcr 15 Soles (keine 4\u20ac). Juan Jos\u00e9 zeigt mir noch, welches der unz\u00e4hligen Collectivos ich nehmen muss, dr\u00fcckt mir seine Handynummer in die Hand und ich ihm als Dank eine ordentliche Summe Trinkgeld. Das hat er sich verdient. Ich helfe ihm gern dabei, seinem Traum als Lehrer f\u00fcr soziale F\u00e4cher ein St\u00fcck n\u00e4her zu kommen. Wie immer im Collectivo l\u00e4uft laut Musik und doch schafft es die ganze Mannschaft wie immer einzuschlafen. An der Grenze angekommen, laufe ich erstmal an der Schlange vorbei, da ich mir denke, das kann nicht f\u00fcr die Migration sein. Bevor ich aber meinen Kartoffelsack in dem all meine Sachen sind, noch weiter sinnlos herumschleppe, frage ich lieber und verdammt, es ist die Schlange f\u00fcr die Passkontrolle, also wieder zur\u00fcck und anstellen. Locker 100 m ist sie lang. Nach einer Stunde komme ich dran, bekomme mal wieder einen Ausreisestempel aus Peru und muss nur noch wie ein Packesel \u00fcber den Nebenarm des Titicacasees gehen und bin in Bolivien. Hier wartet exakt die gleiche Menge an Menschen auf den bolivianischen Stempel, also wieder anstellen. Die Frau vor mir zwingt mir ein Gespr\u00e4ch auf. Naja man hat ja sonst nichts Besseres zu tun. Als ich den Einreisestempel im Pass habe, steuere ich geradewegs auf die Fahrradtaxis zu, da mir die Finger vom Kartoffelsackschleppen schon ziemlich weh tun. Vor dem Lenker befinden sich zwei Sitze auf denen ich und mein Gep\u00e4ck Platz finden und er f\u00e4hrt mich zum n\u00e4chsten Collectivo nach La Paz. Ich f\u00fclle den letzten freien Platz im Bus, also direkt zwischen Fahrer und der Frau, die vorher vor mir in der Schlange stand, mein Gep\u00e4ck wird auf dem Dach festgeschnallt und wir fahren los. Wieder 3 Stunden Fahrt, diesmal f\u00fcr 25 Bolivianos (3,50 \u20ac). Die Strecke gef\u00e4llt mir so gut, weil ich die ganze Zeit schon die Bergkette sehen kann, in der ich die n\u00e4chsten 3 Tage unterwegs sein werde. Ich tr\u00e4ume also schon mal etwas vor mich hin und hoffe auf gutes Wetter in den n\u00e4chsten Tagen. Irgendwann tun mir R\u00fccken und Stei\u00dfbein so weh, dass ich alle 2 Minuten hin und her rutsche. Es wird Zeit, dass wir ankommen. Wir werden irgendwo mitten in der Stadt rausgelassen und anders als sonst, bewege ich mich keinen Meter von der Stelle. Normalerweise laufe ich immer zu meinen Unterk\u00fcnften, aber ich schaffe keine 50 m mehr mit meinem Gep\u00e4ck, also warte ich und winke mittlerweile wirklich gekommt, das erste Taxi heran. Taxis in S\u00fcdamerika zu erkennen ist so eine Sache f\u00fcr sich. Meistens muss man schauen, ob das Auto sehr alt und heruntergewirtschaftet ist, dann macht man diese gekonnte Handbewegung, die ich mir kleinlichst abgeschaut habe und entweder man hat Gl\u00fcck und das Auto h\u00e4lt, weil es ein Taxi ist oder eben nicht. In meinem Fall, war mein erster Versuch ein Treffer. Er h\u00e4lt an, fragt, wo ich hin m\u00f6chte, ich frage wie viel es kostet, er sagt einen Preis, ich sage die H\u00e4lfte und wir sind im Gesch\u00e4ft. Er bringt mir sogar noch mein Gep\u00e4ck nach oben ins Hostel. Die letzten 4 Etagen nach dem Einchecken muss ich dann noch selbst schaffen. Ich lasse alles neben meinem Bett im 10er Schlafsaal stehen und liegen und gehe direkt zu meiner Touragentur, mit der ich schon seit einigen Tagen in Kontakt stehe und buche die n\u00e4chsten 3 Tage. Ich probiere meine Leihklamotten an, alles kommt in einen Beutel mit meinem Namen und wir verabschieden uns bis morgen fr\u00fch. Als Tipp, wo ich g\u00fcnstig und mit Einheimischen essen kann, habe ich den Mercado Lanza empfohlen bekommen, also gehe ich direkt dorthin, um endlich was ordentliches zu essen, da es bisher nur Kekse und Cracker gab. Ich schaue mich erstmal um. Ein super cooles System. Es gibt ganz viele kleine Nieschen nebeneinander, wie Garagen, die etwa jeweils 6 qm gro\u00df sind und eine K\u00fcche und einen Tisch f\u00fcr etwa 8 Leute beinhalten. Die Wahl f\u00e4llt schwer, also lasse ich mich von der ersten Dame, die mich anquatscht, hinrei\u00dfen. Ich habe keine Ahnung was ich bestelle, aber am Ende bin ich extrem froh. Ich bekomme 2 Br\u00f6tchen, eines mit einem Br\u00e4tel und Zwiebeln, eines mit Avocado, Tomate und K\u00e4se, dazu eine riesen Tasse frischen Tee. Ich und mein Magen sind happy. Ich schlender nur noch zur\u00fcck zum Hostel und schie\u00dfe das heutige Foto des Tages, dass ich nur machen durfte, weil ich auch Popcorn aus der Schubkarre bei der Dame gekauft habe. Etwas widerwillig aber dennoch einverstanden. Meine Reise hat eine riesen Wendung genommen. Anstatt allein im Biesti zu schlafen, bin ich diese Nacht mit 7 anderen in einem Raum.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kleine &#8220;Reise nach Jerusalem&#8221; stand mir heute bevor. Fernando, Freund und Anwalt, wird in Cusco alles f\u00fcr mich regeln, um Biesti m\u00f6glichst wieder zu bekommen. F\u00fcr den Antrag haben wir 20 Tage Zeit. Heute ist Tag 2. Er braucht noch einige Dokumente von mir, welche ich ihm per Post zusenden soll. 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