{"id":2288,"date":"2025-02-02T02:56:24","date_gmt":"2025-02-02T01:56:24","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2288"},"modified":"2025-02-02T18:41:06","modified_gmt":"2025-02-02T17:41:06","slug":"salcantay-trek-tag-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/02\/02\/salcantay-trek-tag-3\/","title":{"rendered":"Salcantay-Trek: Tag 3"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250201_1217287352-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2287\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250201_1217287352-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250201_1217287352-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250201_1217287352-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250201_1217287352-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250201_1217287352-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250201_1217287352-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PXL_20250201_1217287352-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute bin ich in 14 Stunden 45km gewandert. Ich muss erstmal schlafen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem ich ausgeschlafen war, konnte ich auch schlussendlich \u00fcber den gestrigen Tag schreiben:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da es die gesamte Nacht wie in Str\u00f6men durchgeregnet hatte, wurde uns empfohlen, nicht den schmalen Wanderweg, sondern die etwas breitere Bergstra\u00dfe zu nehmen. Es sah aus, als h\u00e4tte da Wetter nur darauf gewartet, dass es Februar ist, denn es regnet immer noch, als wir uns, die neun Franzosen und ich, um 6 Uhr auf den Weg machen. Nicht weit und der Regen zeigt selbst auf dem guten Weg, seine Auswirkungen. Bei einem frischen Felssturz versinken wir teilweise bis zum Knie im lehmigen Schlamm-Stein-Matsch. Aber wir k\u00f6nnen nur dar\u00fcber lachen. Wie \u00fcberqueren den Fluss, der sich Jahrhunderte lang in den Stein gefressen hat, wo ich das Foto des Tages geschossen habe und gehen strammen Schrittes gem\u00e4chlich bergab bis es pl\u00f6tzlich nicht mehr weiter geht. Der Weg ist komplett versch\u00fcttet bzw abgebrochen. Es fallen auch st\u00e4ndig Steine in allen Gr\u00f6\u00dfen von oben nach. Lange \u00fcberlegen wir, was wir machen sollen. Zur\u00fcckgehen und doch den schmaleren und steileren Wanderweg nehmen? Doch der ist doch definitiv auch versch\u00fcttet, wenn dieser Weg schon Probleme macht? Es ausprobieren? Eine andere Alternative \u00fcber den Fluss, der durch letzte Nacht zu einem rei\u00dfenden Strom geworden ist, finden? Ganz in der N\u00e4he finden wir eine Drahtseilvorrichtung mit einem Korb daran. Der Mann, der auf der anderen Seite der Schlucht wohnt, kommt zu uns und erkl\u00e4rt uns, dass wir den Wanderweg auf keinen Fall nehmen k\u00f6nnen! Letzte Woche sind dort 2 Einheimische ums Leben gekommen. Wir k\u00f6nnten seinen Seilzug benutzen und er w\u00fcrde jeden von uns auf die andere Seite bringen, allerdings kommen wir von dort aus nicht wieder nach dr\u00fcben, da das n\u00e4chste Drahtseil keinen Korb mehr hat und bis zum n\u00e4chsten Seil der Wanderweg mehrfach versch\u00fcttet ist. Also gehen wir wieder zur\u00fcck zu unserem Felssturz. Wir m\u00fcssen es versuchen. Da keiner die Initiative ergreift, liegt es an mir. Ich wage mich nach oben. Auf den gr\u00f6\u00dferen Felsen f\u00fchle ich mich noch Recht sicher, je weiter ich nach oben und links komme, umso steiler und loser werden die Steine. Ich taste mich langsam voran. Versuche einen gro\u00dfen Stein zu finden, auf dem mein Fu\u00df Platz findet, das Ger\u00f6ll unter ihm zu verdichten und somit eine Stufe zu kreieren, w\u00e4hrend es neben mir nach und nach alles in den Abgrund rieselt. Ich komme gut voran, bis ich der Wahrheit ins Auge blicken muss. Weiter zu gehen w\u00e4re tats\u00e4chlich Selbstmord. Ich muss umdrehen. Schwierig! In Zeitlupe drehe ich meinen K\u00f6rper und der Stein unter mir rutscht weg. Ich lande auf dem Po und die Steine unter mir fangen an abzurutschen. Physik!!! Ich versuche mein gesamtes Gewicht bestm\u00f6glich auf alle Steine zu verteilen. Im Liegen rutsche ich noch im Schneckentempo etwa einen halben Meter weiter, doch ich werde langsamer und komme langsam zum stehen. Jetzt muss ich nur irgendwie wieder aufstehen, ohne direkt wieder einen Hangrutsch auszul\u00f6sen. Die gro\u00dfen Steine zu meiner linken sind der Schl\u00fcssel. Ganz langsam und mit bedacht, wie beim Klettern nur mal anders herum, den Abgrund direkt vor Augen, verl\u00e4ngere ich mein K\u00f6rpergewicht. Geschafft! Dank der Ruhe der Anderen und der Hilfe der Erfahrensten und nat\u00fcrlich auch meiner Erfahrung konnte ich hier heile wieder herauskommen. Alle sind platt und erstmal sprachlos. Kurz darauf kommt Hilfe. Die einheimischen M\u00e4nner fangen von beiden Seiten an, einen Weg zu bauen. Mit Spitzhacke k\u00e4mpfen sie sich durch das St\u00fcck, an dem ich gescheitert bin. Immer wieder m\u00fcssen sie ihre Arbeit unterbrechen, da Steine von oben nach fallen. Doch dann ist es vollbracht. Nach einer Stunde, haben wir einen gef\u00e4hrlichen aber passierbaren Weg. Und schaffen es alle auf die andere Seite. Von hier an gehe ich erstmal ein ganzes St\u00fcck hinter der Gruppe weiter. Ich muss etwas herunterfahren und mich wieder mit der Natur und Umgebung verbinden. Der Strom tobt immer noch links unterhalb von mir. St\u00e4ndig sehe ich ein Motorrad am Wegrand, das mir verr\u00e4t: Etwas weiter unten gibt es ein Drahtseil zur anderen Seite, wo wohl jemand wohnt. Auch den Wanderweg bekomme ich ab und zu zu Gesicht und er ist wirklich total versch\u00fcttet und nicht mehr passierbar. Ich muss ein paar Fl\u00fcsse durchqueren, die sich alle mit dem Strom vereinigen wollen. Da aman ja direkt am Anfang mit dem Fu\u00df im Schlamm steckte, kann man jetzt auch einfach durch das Wasser waten ohne Angst zu haben, nasse F\u00fc\u00dfe zu bekommen. Daf\u00fcr ist es eh zu sp\u00e4t. Halb 12 treffe ich wieder auf die anderen. Sie haben ein gutes Pl\u00e4tzchen f\u00fcr unsere Mittagspause gefunden, also Geselle ich mich dazu. Nach nur kurzem Ausruhen geht es weiter. Diesmal wieder steiler bergauf. Der Weg f\u00fchrt uns zun\u00e4chst durch ein paar Kaffeeplantagen in denen uns hier und da ein Huhn oder ein Truthahn hallo sagt. Je h\u00f6her wir kommen, umso feuchter wird das Klima. Bananen gesellen sich zum Bild hinzu. Die Gruppe wird durch unterschiedliche Lauftempo getrennt. Ich bin irgendwo in der Mitte wieder allein. 3 Stunden l\u00e4uft mir der Schwei\u00df im vom Gesicht. Dann sehe ich das Zeichen &#8220;Llactapata&#8221;. Ich komme an der Inka-Ruine vorbei und wei\u00df, jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Unterkunft. Der Weg ist mittlerweile wie im Dschungel. Nass, schmal und super gr\u00fcn. Es regnet wieder wie in Str\u00f6men nachdem es sich zwischendurch gottseidank etwas beruhigt hatte. Als ich ankomme, sind die ersten bereits seit 40 Minuten da. Zu meiner \u00dcberraschung haben sie noch niemanden gefunden, der uns in Empfang nimmt. W\u00e4hrend ich aus den nassen Schuhen und Klamotten schl\u00fcpfe, kommen 2-3 Arbeiter vorbei, die von uns nichts wissen wollen. Nach 1,5 Stunden ist die Gruppe wieder vollst\u00e4ndig. Gemeinsam entscheiden wir, die morgige Tagesetappe noch dranzuh\u00e4ngen, da man uns hier scheinbar nicht haben m\u00f6chte. Es ist halb 4 als wir uns wieder auf die Socken machen. Wir haben bereits 29 km hinter uns. Beim Abstieg auf der anderen Seite des Berges fallen dann die ersten Gebrechlichkeiten auf. Die Muskeln beginnen zu krampfen, die Knie und Kn\u00f6chel tun weh. Bei Manu, die seit dem morgen ihren 60-Liter-Rucksack ohne Wanderst\u00f6cke durch die Gegend schleppt, versagen die Beine. Ich kann nach einer kleinen Predigt die Gruppe davon \u00fcberzeugen, ihre Sachen auf uns aufzuteilen und sie bekommt Wanderst\u00f6cke vom jemandem, der noch fit auf den Beinen ist. So kann es wieder weiter gehen. Unten angekommen, \u00fcberqueren wir mit einen schwungvollen H\u00e4ngebr\u00fccke abermals den Fluss. Noch ein St\u00fcck flach am Fels weiter und wir kommen bei der &#8220;Hydroelectrica&#8221; an. Dem Zug, der uns nach Aguas Calientes h\u00e4tte bringen k\u00f6nnen. Doch nat\u00fcrlich sind wir zu sp\u00e4t. Also hei\u00dft es noch 2,5 Stunden entlang der Bahnschienen laufen. Zu unserer rechten rauscht es unaufhaltsam. Der Fluss ist riesig und durch die vielen Sedimente rosa gef\u00e4rbt. Noch ein bisschen Regen und er tritt \u00fcber die Ufer und wir k\u00f6nnten hier nicht mehr laufen. Die F\u00fc\u00dfe tun weh von den Steinen zwischen den Schienen. Es wird dunkler und dunkler. Wir entdecken eine Schlange, eine Korallenschlange, super giftig. Wir laufen also die Bahnschienen entlang und sind alle nur noch wie in Trance. Die Beine laufen von ganz allein, der Kopf ist ganz wo anders. Zweimal fallen mir sogar w\u00e4hrend des Laufens die Augen zu. Irgendwann kommen die Stirnlampen zum Einsatz und man sieht erstmal, wie feucht die Luft von dem rei\u00dfenden Strom neben uns ist. Um 8 Uhr kommen wir nach 1,5 Stunden wandern entlang der Bahnschienen im Dunkeln in Cusco an. Die Rucks\u00e4cke werden im Hostel gelassen, der ein oder andere h\u00fcpft noch schnell unter die Dusche und bevor man es sich zu gem\u00fctlich macht, gehen wir noch was zusammen Essen. Sowie wir zur\u00fcck sind, fallen alle in ihre Betten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute bin ich in 14 Stunden 45km gewandert. 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