{"id":2237,"date":"2025-01-25T23:54:55","date_gmt":"2025-01-25T22:54:55","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=2237"},"modified":"2025-01-26T02:24:56","modified_gmt":"2025-01-26T01:24:56","slug":"choquequirao-trek-tag-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2025\/01\/25\/choquequirao-trek-tag-3\/","title":{"rendered":"Choquequirao-Trek: Tag 3"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PXL_20250125_1825231062-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2239\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PXL_20250125_1825231062-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PXL_20250125_1825231062-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PXL_20250125_1825231062-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PXL_20250125_1825231062-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PXL_20250125_1825231062-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PXL_20250125_1825231062-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PXL_20250125_1825231062-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wow, was f\u00fcr ein Tag, ich wei\u00df gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll, heute habe ich wieder so viel erlebt, das reicht eigentlich f\u00fcr mindestens eine Woche. Also gut, wie immer fange ich einfach mal chronologisch an. Nach dem Aufstehen, heute lie\u00df ich es etwas ruhiger angehen, da heute eigentlich mein entspannter Tag werden sollte, gab es erst um 8 Fr\u00fchst\u00fcck. Als ich gerade so mein Fr\u00fchst\u00fccksei verputze, fangen die H\u00fchner vom Hof an etwas am Rad zu drehen und laufen da hin, wo sie eigentlich gar nicht sollten. Die ganze Familie ist involviert, die h\u00fchner wieder wie Schafe zusammen zu treiben. Das kleine K\u00fccken macht am meisten Schwierigkeiten. Ich h\u00f6re nur, wie meine Gastgeberin sagt: &#8220;Du bist du kleinste und machst am meisten Krach. Wenn du nicht gleich den Mund h\u00e4lst, schlage ich dir den Kopf ab.&#8221; Und ich muss anfangen lauthals zu lachen. Ein Bild f\u00fcr die G\u00f6tter. Als es sich wieder etwas beruhigt hat, kann ich meine Aufmerksamkeit wieder eher in die Natur richten und sehe auch direkt einen Kolibri an den Disteln. Heute scheints zu laufen und das noch bevor ich \u00fcberhaupt losgegangen bin. Halb 10 starte ich dann auch. Es sind nur 3 km, die vor mir liegen. Es geht auf und nieder immer wieder, konzentriert schaue ich auf den Weg. Aus dem Augenwinkel, sehe ich was ungew\u00f6hnliches. Ein vierbl\u00e4ttriges Kleeblatt? Meistens sind die Bl\u00e4tter ja nur verfranst, dass es doch nur 3 sind, aber nein. Nachdem ich es gecheckt habe, sind es immer noch vier. Und jetzt das v\u00f6llig unglaubliche,direkt daneben ist noch eines. Ich denke mir, was ein Gl\u00fcckstag und \u00fcberlege noch bringt das dann noch Gl\u00fcck oder eher wieder Pech? Ich beschlie\u00dfe, Gl\u00fcck ist ja was positives, also plus und nicht wie &#8220;minus und minus ist gleich plus&#8221; oder &#8220;doppelte Verneinung hebt sich auf&#8221;. Nein Gl\u00fcck ist was positives und plus und plus bleibt immer noch plus nur halt ein bisschen mehr. Also werden sie abgepfl\u00fcckt und da ich ein Buch dabei habe, sogar direkt gepresst. Ab jetzt ist also das Gl\u00fcck auf meiner Seite, im 2. Reisejahr wird alles besser. Alles Pech habe ich ja eh schon aufgebraucht. Die Messen sind gelesen oder so. Oder um es mit den Worten der Inka zu sagen: &#8220;Die Sterne sind nach mir ausgerichtet.&#8221;. Jetzt kann ich verstehen, wieso die Inka hier gelebt haben, irgendwas muss hier in der Luft oder im Boden sein, dass die Kleebl\u00e4tter so gut vierbl\u00e4ttrig werden. Voller Begeisterung geht es also weiter. Zu meiner \u00dcberraschung entdecke ich noch 3 weitere der Schmetterlinge, des gestrigen Fotos des Tages, also war es gestern doch gerechtfertigt. Irgendwann nach 1,5 Stunden komme ich dann endlich in Choquequirao an. Erstmal bin ich etwas verbl\u00fcfft, da ich keine Ahnung habe, wo es lang geht. Riesige Mauern, giftgr\u00fcne Terrassen. Irgendwann ruft mir jemand zu, nach oben. Also geht es hoch. Angekommen verlangen die beiden Ranger\/Guides mein Ticket. Ich habe aber keines. Ich habe nie einen Ort gesehen, an dem ich es h\u00e4tte kaufen k\u00f6nnen. Ich wei\u00df, dass es 60 Soles kostet. Die beiden scheinen einen genauso guten Tag wie ich zu haben und kn\u00f6pfen mir nur 30 Soles ab. Sie erkl\u00e4ren mir noch, wo ich \u00fcberall langgehen kann und verraten mir noch einen sch\u00f6neren Weg zur\u00fcck, wie ihn mir auch Renato aus Cusco, der schon neun mal hier war, empfohlen hat. Jetzt werde ich ihn definitiv nehmen. Ich gehe in die ersten beiden Sektoren. Die Inka-Stadt Choquequirao ist deutlich gr\u00f6\u00dfer als Machu Picchu. Ich bin erstaunt von der Baukunst. Wie haben sie das nur hinbekommen? Von Quolquas geht&#8217;s nach Hanan. Von hier oben hat man eine unglaubliche spektakul\u00e4re Aussicht auf die umliegenden Berge. Hier h\u00e4tte ich auch gewohnt. \u00dcberall sind Treppenstufen. Sie entsprechen auf jeden Fall nicht der deutschen Norm, sondern sind eher doppelt bis 3 mal so hoch. Die Inka m\u00fcssen echt sportlich gewesen sein. Und kleine Menschen k\u00f6nnen sowas eigentlich auch eher schwer hochsteigen und dabei sind die Peruaner ja im Durchschnitt einen Kopf kleiner als ich. Als der Regen aufgeh\u00f6rt hat, setze ich mich mit Weitsicht erstmal hin und mache meine Snackpause. Ich packe gerade wieder zusammen und will ein paar andere Treppen dicht neben dem Abgrund nach unten, da geschieht es pl\u00f6tzlich. Mein Highlight des Tages. Ich bin direkt neben der Klippe und von unten steigt auf einmal was auf. Ich erschrecke mich kurz, weil es so riesig ist, aber als ich es erkenne und es mir ausweicht, komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Zeit steht still. Unmittelbar \u00fcber mir ein Andenkondor. 3 Sekunden kommen mir vor wie eine Ewigkeit. Er fliegt nur einen Meter \u00fcner mich hinweg. Die schwarzen Federn gl\u00e4nzen, das wei\u00dfe Haupt schillert in der Sonne. Ich denke nicht mal dran, das Handy zu z\u00fccken. Dieser Moment ist nur f\u00fcr mich und meine Erinnerung. Ein Augenblick, den ich nie wieder vergessen werde. Mein Herz rast und die Tr\u00e4nen steigen mir in die Augen. Ist das gerade wirklich passiert? Ich brauche irgendwem, dem ich es erz\u00e4hlen kann, also hole ich mein Handy heraus und quatsche in die Kamera. Ich brauche noch locker eine halbe Stunde bis der Adrenalinspiegel in meinem Blut gesunken ist und ich das Erlebte verarbeitet habe. Das Gl\u00fcck ist definitiv auf meiner Seite. Jetzt gehe ich aber wirklich wieder nach unten. Und nach unten hei\u00dft in diesem Fall ziemlich weit nach unten, um in den n\u00e4chsten Sektor zu gelangen. Die Sonne knallt mittlerweile ordentlich. Ich soll ja nicht die Treppen nehmen, sondern die Serpentinen neben dran, wurde mir gesagt. Als ich oben an den Treppen stehe, verstehe ich wieso. Sie gehen fast senkrecht nach unten. Im Bauch kribbelt es ordentlich als ich nach unten schaue, also geht es ganz freiwillig die Serpentinen nach unten. Ich bin im Sektor Llama angekommen. Ich gehe direkt noch weiter zu einem Aussichtspunkt, auf dem man erst wirklich wahrnimmt, wieso er so hei\u00dft. Auf dem heutigen Foto des Tages k\u00f6nnt ihr es sehen, die Lamaterassen. Und wieder frage ich mich, wie zum Teufel? Leider gibt es auf dem gesamten Gel\u00e4nde, nicht eine Info-Tafel. Ich lege meine 2. Pause ein, da ich mittlerweile bestimmt schon 1000 Treppen Stufen und auch H\u00f6henmeter gemacht habe und da es mittlerweile viel zu hei\u00df ist, muss auch das T-Shirt weichen. Alles kein Problem, da ich heute hier die einzige Besucherin bin. Als ich es in der Sonne nicht mehr aushalte, wage ich mich wieder an den Aufstieg und nehme den letzten der 4 Hauptsektoren in Angriff. Vom tiefsten geht es zum h\u00f6chsten Punkt. In Ushnu angekommen genie\u00dfe ich mal wieder die Aussicht, diesmal auf einen Gro\u00dfteil des Gel\u00e4ndes und beginne dann mit meinem alternativen R\u00fcckweg. Dieser f\u00fchrt mich an noch weiteren Sektoren vorbei, Pikiwasi und wie sie nicht alle hie\u00dfen. Der Weg ist deutlich sch\u00f6ner, enger und bietet auch unglaublich tolle Ausblicke. Ich finde mein drittes 4-bl\u00e4trriges Kleeblatt denn alle guten Dinge sind ja schlie\u00dflich 3 und komme nach 1 Stunde wieder auf den Hauptwanderweg. Den Weg zur\u00fcck kenne ich ja bereits. Wieder an den 2 Wasserf\u00e4llen vorbei, absteigen um direkt wieder steil aufzusteigen und diesmal mit der eigenen Energie k\u00e4mpfen. Nach 8 Stunden auf den Beinen mit so vielen H\u00f6henmetern, ist man dann doch froh, irgendwann wieder anzukommen. Der Raps verr\u00e4t mir, dass ich bald am D\u00f6rfchen bin und ein kurzer Blick in die Disteln zeigt mir den gleichen Kolibri wie heute Morgen. Ersch\u00f6pft lasse ich mich aufs Bett fallen und fange an, den Artikel zu schreiben, dass er dann auch in den 5 Minuten, in denen es WLAN gibt, online gehen kann. Die Hausherrin verscheucht w\u00e4hrenddessen mit der Zwille die Pferde. Gleich gibt es auch schon Abendessen und dann geht&#8217;s auch bald ins Bettchen. Sobald die Sonne untergegangen ist, kann man hier eh nicht viel mehr anstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wow, was f\u00fcr ein Tag, ich wei\u00df gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll, heute habe ich wieder so viel erlebt, das reicht eigentlich f\u00fcr mindestens eine Woche. Also gut, wie immer fange ich einfach mal chronologisch an. 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