{"id":1975,"date":"2024-10-07T04:43:28","date_gmt":"2024-10-07T02:43:28","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1975"},"modified":"2024-10-07T04:43:35","modified_gmt":"2024-10-07T02:43:35","slug":"balanceakt-zwischen-himmel-und-holle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/10\/07\/balanceakt-zwischen-himmel-und-holle\/","title":{"rendered":"Balanceakt zwischen Himmel und H\u00f6lle"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"632\" height=\"1023\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG-20241006-WA00203.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1974\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG-20241006-WA00203.jpg 632w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG-20241006-WA00203-185x300.jpg 185w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG-20241006-WA00203-600x971.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Was ich gestern gar nicht erw\u00e4hnt habe, dass ich Mileydi und ihre Freundinnen aus dem gleichen Dorf Kennenlernen durfte. Aufgrund einer Einladung zu einer Messe in Panama-City haben sie ihr indigenes Dorf Embera Drua mitten im Dschungel verlassen und \u00fcbernachten im gleichen Hostel wie ich. Ich lerne ein paar Worte Embera, sie Deutsch, ich bringe ihnen Billiard bei und sie teilen ihr essen mit mir. Am n\u00e4chsten Morgen, also heute, werde ich von Mileydi traditionell angemalt und wir machen zusammen Harinas zum Fr\u00fchst\u00fcck, deren Rezept ich unten verlinkt habe. Wir schlie\u00dfen Freundschaft, sie laden mich in ihr Dorf ein. Bl\u00f6derweise fliege ich heute zur\u00fcck nach Kolumbien, was hei\u00dft, dass ich nochmal zur\u00fcckkommen muss. Ich f\u00fchle mich geehrt, dass sie unter all den Touristen im Hostel gerade mich ausgew\u00e4hlt haben. Mit einer langen Umarmung verabschieden wir uns bis zu einem Wiedersehen. Von der Nostalgie wird es jetzt etwas Krimineller. Das Taxi zum Flughafen soll 18 Dollar kosten. Das sehe ich nicht so wirklich ein. F\u00fcr die Metro brauche ich eine Chipkarte. Rund um die Station hat aber heute alles geschlossen, da Sonntag ist und da ich etwas in Zeitnot bin, beschlie\u00dfe ich, \u00fcber das Drehkreuz der Metro zu springen. Ich f\u00fchle mich richtig kriminell, aber irgendwie ist es auch ein kleines Abenteuer. Nach einer Stunde und 2 mal umsteigen bin ich am Flughafen angekommen, noch einmal \u00fcber die Absperrung springen nicht links und rechts schauen und nach 500m geht der Puls dann auch wieder runter. Geschafft. Am Flughafen l\u00e4uft wie immer alles wie geschmiert, bis&#8230; ich \u00fcber die Lautsprecher aufgerufen werde. Ich soll nachweisen, dass ich auch wieder aus Kolumbien ausreise, ansonsten nehmen sie mich nicht mit dem Flugzeug mit. Genauer gesagt, wollen sie ein Flugticket. Aber mein Auto steht in Kolumbien, das macht also alles keinen Sinn. Meine Autopapiere reichen nicht aus. Wir k\u00f6nnen das System nicht austricksen. Also muss ich wieder in meine Trickkiste greifen und gef\u00fchlt abermals etwas v\u00f6llig falsches tun. Ein echtes Flugticket ist viel zu teuer. Ich habe aber geh\u00f6rt, dass es Fake-Tickets geben soll, die bei dem Erlangen eines Visums helfen, man aber nicht den Flug wahrnehmen kann. Genau sowas besorge ich mir. F\u00fcr kleines Geld, habe ich eine Minute sp\u00e4ter mein gef\u00e4lschtes Flugticket und darf dann auch in den Flieger. Muss das alles immer so aufregend sein? Der Flug ist entspannt und auch die Busfahrt zu meinem Hostel in Santa Marta. Zur\u00fcck in Kolumbien beobachte ich aus dem Bus, wie 3 junge Kerle versuchen in einen Laden einzubrechen. Ab jetzt hei\u00dft es also wieder 100 Mal mehr auf meine Sachen aufpassen. Im Hostel zu bleiben bringt aber auch nicht, da ich die Gegend etwas erkunden m\u00f6chte. An der Hafenkante ist noch reges Treiben, der Strand ist voll. Ich werde das erste Mal in meinem Leben von einem Bauchladenverk\u00e4ufer nach Marihuana gefragt und muss extrem schmunzeln. Eine Freundin von mir sagt mir sp\u00e4ter, dass sie hier sogar nach Kokain gefragt wurde. Ich schlender etwas durch die Gassen. Die Stra\u00dfenkunst ist hier wirklich richtig sch\u00f6n. Ein Grafitti nach dem anderen. Als es dunkel wird, wir es dann doch etwas gruselig. Und dann kommt gottseidank ironischerweise die Kathedrale um die Ecke. Als ich die Musik h\u00f6re trete ich ein und nehme am Gottesdienst Teil. Ich gehe nicht sehr oft in die Kirche, aber heute ist es ja irgendwie passend, so wie ich ges\u00fcndigt habe. Nach der Kirche f\u00fchlt sich der Weg auch viel sicherer, besch\u00fczter an. Ich finde endlich etwas frisches zu essen, habe einen Plausch mit der Verk\u00e4uferin und \u00fcberall sehe ich nur Kreuze h\u00e4ngen. Irgendwas versucht mir Mutter Erde heute zu sagen. F\u00fcr heute habe ich genug ges\u00fcndigt, ich wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht&#8217;s zum Rezept vom heutigen Fr\u00fchst\u00fccksbrot: <a href=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/10\/07\/harina\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/10\/07\/harina\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ich gestern gar nicht erw\u00e4hnt habe, dass ich Mileydi und ihre Freundinnen aus dem gleichen Dorf Kennenlernen durfte. Aufgrund einer Einladung zu einer Messe in Panama-City haben sie ihr indigenes Dorf Embera Drua mitten im Dschungel verlassen und \u00fcbernachten im gleichen Hostel wie ich. 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