{"id":1969,"date":"2024-10-06T02:28:19","date_gmt":"2024-10-06T00:28:19","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1969"},"modified":"2024-10-06T02:29:11","modified_gmt":"2024-10-06T00:29:11","slug":"panama-ein-land-entzweit-eine-welt-vereint","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/10\/06\/panama-ein-land-entzweit-eine-welt-vereint\/","title":{"rendered":"Panama &#8211; Ein Land entzweit, eine Welt vereint"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/PXL_20241005_1815332412-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1968\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/PXL_20241005_1815332412-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/PXL_20241005_1815332412-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/PXL_20241005_1815332412-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/PXL_20241005_1815332412-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/PXL_20241005_1815332412-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/PXL_20241005_1815332412-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/PXL_20241005_1815332412-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Muss wenn man in Panama ist, der Panama-Kanal. Ich habe mich extra viel belesen und \u00fcberall habe ich gefunden, dass die Schiffe morgens von 9 &#8211; 11 Uhr den Panamakanal kreuzen und Nachmittags von 15 &#8211; 17 Uhr. Deshalb ging es zeitig zum Kanal. Als wir dort ankamen und die Zeiten gesehen haben, brach eine kleine Welt f\u00fcr mich zusammen: Schiffe im Kanal heute bis 7:30 und ab 13:30. Es ist gerade 8:30 und das Besucherzentrum erst seit 8 Uhr ge\u00f6ffnet. Ich denke, ich habe jetzt gen\u00fcgend Zeiten aufgeschrieben, aber das musste kurz sein zur besseren Veranschaulichung. Ich bin extrem froh, dass ich die beiden Jungs davon \u00fcberzeugen konnte, nach dem Ticketkauf, doch nochmal etwas anderes zu machen und die Tickets sp\u00e4ter einzul\u00f6sen. Da wir aber recht au\u00dferhalb von Panama-City sind, tun wir uns etwas schwer, einen Zeitvertreib zu finden. Nachdem uns ein super netter Mitarbeiter im vesselfinder.com gezeigt hat, wo im Kanal sich die Schiffe zur Zeit befinden, hat er uns auch empfohlen, was wir in der Zwischenzeit machen k\u00f6nnen. Es geht in die Stadt des Wissens. Wir sind zun\u00e4chst sehr skeptisch. Wir laufen an einem riesigen Zaun entlang bis wir endlich auf das Campus-\u00e4hnliche Gel\u00e4nde kommen. Wir entdecken eine Karte und laufen etwas ab. Wir kommen an einem Laden vorbei, gehen herein und ich Frage frei heraus: &#8220;Was ist das hier?&#8221;. Die Frau f\u00e4ngt an uns ihre Arbeit zu beschreiben. Die appc (Assoziation Panamas f\u00fcr Konservation) arbeitet mit Tieren, die quasi Waisen sind. Zieht sie auf und wildert sie wieder aus. Haupts\u00e4chlich arbeiten sie mit Faultieren und so lernt sie uns extrem viel \u00fcber die Stinker. Wir lernen, dass sie nur einmal pro Woche auf Toilette gehen, wieso das so ist, dass sie ihre Kleinen 1,5 Jahre aufziehen, bis sie wieder allein unterwegs sind, dass sie ziemlich schnell sein k\u00f6nnen und wer ihre Feinde sind. Ich lerne auch zum ersten Mal, dass die Harpyie, der st\u00e4rkste Greifv\u00f6gel der Welt, existiert, der einzige Vogel, den das Faultier als Feind hat. Wir verquatschen uns eine Stunde mit der Dame und sind nun froh \u00fcber all die zuf\u00e4lligen Dinge, die auf Reisen passieren k\u00f6nnen. Der Kaffeedurst der beiden Jungs treibt uns in eine B\u00e4ckerei. Ich bekomme meine hei\u00dfe Schoki und beobachte ein bisschen das Geschehen. Mir f\u00e4llt auf, dass die Leute hier ein bestimmtes Brot in Massen kaufen. Auch aus der Backstube kommt es in Massen heraus. Ich sitze an einer Art Bar. Hinter der Bar ist ein Steinofen und ein junger Mann jongliert mit den Backblechen herum. Ich frage ihn, was das Besondere an dem Brot ist. &#8220;Es ist mit K\u00e4se und Chilli&#8221;, antwortet er. Moritz sagt scherzhaft: &#8220;und kostet vermutlich 20 US-Dollar.&#8221; Er schmunzelt und meint: &#8220;14.&#8221; Mir f\u00e4llt alles aus dem Gesicht, aber ich Frage ihn auch: &#8220;Ist es vielleicht m\u00f6glich es zu probieren?&#8221;. Er \u00fcberlegt hin und her und antwortet schlie\u00dflich: &#8220;Klar, ich kann da bestimmt was f\u00fcr euch machen.&#8221; Er nimmt ein frisches, noch warmes Brot vom Blech und schneidet es an. 14 Dollar futsch. Er richtet es sogar sch\u00f6n an und wir bekommen nicht einmal wenig. Und das Brot ist wirklich extrem lecker und reichhaltig, obwohl es Wei\u00dfbrot ist. Wir bedanken uns 5 Mal und k\u00f6nnen unser Gl\u00fcck kaum fassen. Dieser Ort, was bis 1999 ein amerikanischer Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt war, schien am Anfang so verlassen und stellte sich dann als so interessant und cool heraus. Es wirkt alles fast wie eine intelligente reiche Kommune, die hier zusammen lebt und arbeitet. Fu\u00dfballfelder &amp; Co. sind auch vorhanden. Am Ende reicht die Zeit gar nicht aus, um alles zu entdecken und wir &#8220;m\u00fcssen&#8221; zur\u00fcck zum Kanal. Die Tickets haben wir ja schon, also geht es direkt herein. Zur Einstimmung gibt es einen Film, aber was f\u00fcr einen. Von Morgan Freeman in die Wege geleitet lernen wir hier alles. Warum ist ein Panama-Kanal n\u00f6tig gewesen. Warum ist der erste Versuch gescheitert und weshalb hat beim 2. Mal alles geklappt. Der Regenwald hat seine t\u00fccken: 8 Monate Regen, Krankheiten, wie Malaria und Gelbfieber, die man noch nicht kannte, ein rei\u00dfender Fluss. All das hat beim ersten Versuch 20000 Menschenleben gekostet. Die Strategie wurde gewechselt, der Fluss gestaut und der Kanal nur am s\u00fcdlichsten und n\u00f6rdlichsten Ende gebuddelt. Dr. Gorka entdeckte Gelbfieber in M\u00fccken und so gingen die Arbeiten voran. Heute werden 300 000 000 Tonnen G\u00fcter pro Jahr durch den Kanal geschifft und so 1920 H\u00e4fen miteinander verbunden und 3 Wochen Umweg in gef\u00e4hrlicher See gespart. Als ich alles wissen in mich aufgesaugt hatte, wollte ich nun auch in Wirklichkeit das Wunder bestaunen. Es ist zwar extrem \u00fcberf\u00fcllt hier, aber ich bin gut im ausblenden anderer Menschen. Wir sind gerade auf der Aussichtsplattform angekommen, kommt auch schon das erste Containerschiff aus S\u00fcdkorea. Nachmittags kommen alle von Nord nach S\u00fcd, nachdem am Morgen alle von S\u00fcd nach Nord durch den Kanal in Miraflores sind und sich auf dem gestauten Fluss, welches heute der Gatun-See ist, treffen. Zentimeterarbeit ist angesagt. Z\u00fcge an den Seiten, die den Schiffen dabei helfen, durch den Kanal mit manchmal nicht mehr als 20cm pro Seite zu navigieren, leiten nach und nach den Weg durch die 3-Etagen-Schleuse. Diese Durchfahrt kostet 320 000 Dollar. Selbst wenn alles nur durch Schwerkraft des Wassers funktioniert, denn hier ist nicht eine Wasserpumpe verbaut, l\u00e4sst sich Panama ihr Wunderbauwerk gut bezahlen. Auch wenn es die Amerikaner waren, die den Bau leiteten, \u00fcberschrieben sie den Kanal 1977 an Panama. Auch der Eintritt war nicht billig, aber es war es wert, mal tief in den Geldbeutel zu greifen. Man sieht nicht jeden Tag ein Containerschiff von 3 Fu\u00dfballfeldl\u00e4ngen scheinbar \u00fcber das Land fahren. Ich bin den Tr\u00e4nen nah, als ich realisiere, was wir alles erschaffen k\u00f6nnen. W\u00fcrde ich es nicht vor Augen haben, w\u00fcrde ich es nicht glauben. Als die F\u00fc\u00dfe beginnen weh zu tun beschlie\u00dfen wir ein Taxi zur\u00fcck ins Zentrum zu nehmen. Der Preis schreckt uns ab und wieder kann ich die beiden von etwas \u00fcberzeugen. Daumen raus, das dritte Auto h\u00e4lt an und sie meinen, dass es bei ihnen nie so schnell geht. Ich bin es als Frau so gewohnt. Kleiner Bonus nebenher. Ich verabschiede mich schlussendlich von Yair und nach einem kleinen gemeinsamen Spaziergang auch von Moritz. Wir reisen in verschiedene Richtungen weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Muss wenn man in Panama ist, der Panama-Kanal. Ich habe mich extra viel belesen und \u00fcberall habe ich gefunden, dass die Schiffe morgens von 9 &#8211; 11 Uhr den Panamakanal kreuzen und Nachmittags von 15 &#8211; 17 Uhr. Deshalb ging es zeitig zum Kanal. 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