{"id":1766,"date":"2024-09-09T05:05:04","date_gmt":"2024-09-09T03:05:04","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1766"},"modified":"2024-09-09T05:05:26","modified_gmt":"2024-09-09T03:05:26","slug":"ich-hab-das-leben-satt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/09\/09\/ich-hab-das-leben-satt\/","title":{"rendered":"Ich hab das Leben satt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240908_153645509.TS_exported_44297_17258114674002-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1764\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240908_153645509.TS_exported_44297_17258114674002-576x1024.jpg 576w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240908_153645509.TS_exported_44297_17258114674002-169x300.jpg 169w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240908_153645509.TS_exported_44297_17258114674002-768x1365.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240908_153645509.TS_exported_44297_17258114674002-864x1536.jpg 864w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240908_153645509.TS_exported_44297_17258114674002-600x1067.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240908_153645509.TS_exported_44297_17258114674002.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Trotz Regenwetter ging es heute raus. Ich hatte noch meinen Plan von gestern zu erf\u00fcllen. Also wieder rein in die Wandersachen und ab in die Stadt. Durch Ba\u00f1os bzw. an Ba\u00f1os vorbei flie\u00dft der Fluss (Rio) Pastaza durch eine riesige Schlucht. Ba\u00f1os trohnt quasi dar\u00fcber. Da ich auf der anderen Seite heut wandern m\u00f6chte, muss ich also erstmal \u00fcber eine super hohe Br\u00fccke. Und dann sehe ich, wie sich ein Teenager bereit macht f\u00fcr seinen gro\u00dfen Sprung von der Br\u00fccke. Nat\u00fcrlich gesichert! Ich schaue mir das ganze an, sieht spa\u00dfig aus. Nebenan balanciert jemand \u00fcber die Schluckt entlang einer Slackline. Ich entscheide mich, ich will auch von der Br\u00fccke springen. Nur dieses eine Mal. Ich bin total cool, bis ich auf der Mini-Plattform an der Kante oben auf der Br\u00fccke stehe und runter in die Schlucht schaue. Das ist doch wirklich Selbstmord. Bitte, lieber Gott, lass mich am Leben. Tats\u00e4chlich habe ich das in diesem Moment gedacht, obwohl ich nicht gl\u00e4ubig bin. Ich soll einen imagin\u00e4ren K\u00f6pfer machen, 3, 2, 1, und hops. Ich falle, freier Fall.&nbsp; Ich kann es nicht sehen, schlie\u00dfe also kurz die Augen oder werde kurz bewusstlos, ich wei\u00df es nicht genau, wenn ich ehrlich bin. Als ich im Seil h\u00e4nge bemerke ich, alles ist gut, ich brauche ein wenig, um mich zu orientieren und sehe ganz viele Sternchen. Und muss pl\u00f6tzlich anfangen zu lachen. Ich baumel in der Schlucht hin und her. Die Welt steht Kopf weil ich mich in den Gurt fallen lasse und genie\u00dfe das Leben. Ahora s\u00ed, denke ich mir. Jetzt ja. Was f\u00fcr ein Gef\u00fchl. Ich werde herabgelassen, aber ich schwinge immer noch so heftig, weil mein Kopfsprung zu kr\u00e4ftig war, also darf ich noch etwas l\u00e4nger auspendeln. Dann muss ich nur noch die Schlucht hochkraxeln und wir verabreden uns f\u00fcr morgen zum Klettern. Falltraining habe ich ja jetzt schon mal wiederholt, kann es also nach viel zu langer Zeit endlich wieder an den Fels gehen. Ich freue mich jetzt schon riesig. Heute aber erstmal wandern. Der Weg f\u00fchrt mich erstmal wieder etwas nach oben in die Felder, in die Orangen und Avocadoplantagen, wo ich heute ganz allein bin, da auch hier zum Sonntag nicht gearbeitet wird. Welch ein Jammer, dass die Fr\u00fcchte noch nicht reif sind. Die einzigen reifen Fr\u00fcchte, die ich finde, sind Wassermelonen. Die m\u00f6chte ich nun wirklich nicht umher schleppen. Der Blick geht die ganze Zeit auf Ba\u00f1os, auf die Schlucht und den Berg, den ich gestern bestiegen habe. Es regnet immer noch aber das macht absolut nichts, die Ausblicke entsch\u00e4digem f\u00fcr alles. Ich brauche das erste Mal in S\u00fcdamerika l\u00e4nger f\u00fcr eine Wanderung als angedacht, da ich so viel stehen bleibe und die Aussicht fotografiere. Der Weg erinnert mich wirklich sehr an die Saalehorizontale in Jena, was mich etwas wie zu Hause f\u00fchlen l\u00e4sst. Ich bin super gl\u00fccklich aber auch ziemlich geschafft. Der Anblick der Br\u00fccke zur\u00fcck auf die andere Seite motiviert mich nochmal.was f\u00fcr eine sch\u00f6ne Stahlseil-H\u00e4ngebr\u00fccke. Sie ist Recht klein, wackelt aber wie eine gro\u00dfe. Unten an der Br\u00fccke noch voller Freude, da ich Br\u00fccken einfach mag und als ich mich nach oben zur und durch die Stadt qu\u00e4le und meine Energie suche, entscheide ich mich dazu, eine Pause einzulegen. Eine Pause der besonderen Art, da ich inspiriert werde von der Stra\u00dfe, durch die ich gehe. In s\u00fcdamerika haben ja die meisten Stra\u00dfen ein Thema, in der einen gibt es nur Stoffl\u00e4den und in der n\u00e4chsten nur Automechaniker. Die Stra\u00dfe, durch die ich heute gegangen bin, hatte eine Physiotherapie und Kosmetikstudio nach dem n\u00e4chsten. Ich bleibe vor einer Preisliste stehen und bin dabei. Man hat mich schon ersp\u00e4ht und fragt mich, ob ich irgendwo Schmerzen oder Probleme habe. Ich meine nur scherzhaft, mein K\u00f6rper ist das Problem aber im Grunde ist das nicht mal gelogen. Ich darf also 1,5 Stunden einer therapeutischen Ganzk\u00f6rpermassage genie\u00dfen, habe am Ende 5 Dollar weniger gezahlt und 30 Minuten mehr bekommen. Wieso wei\u00df ich nicht aber jetzt geht es mir wieder deutlich besser. Jetzt kann ich meinen urspr\u00fcnglichen Plan fortsetzen. Ba\u00f1os hat nicht nur wundersch\u00f6ne Natur zu bieten, sondern ist auch aufgrund der vielen Zuckerrohrfelder in der Umgebung ein wahres Candytown. Die gesamte Hauptstra\u00dfe der Stadt ist ein einziger S\u00fc\u00dfwarenmarkt. Und jeden Tag wird die z\u00e4he Zuckermasse gezogen, mitten auf der Stra\u00dfe. 3 Meter lang bis der Gehweg zu Ende ist. Der Bus f\u00e4hrt vorbei, aber das st\u00f6rt hier nicht. Ich bin auf dem Weg zur Schokoladenfabrik. Am Eingang werde ich gefragt, ob ich eine englische oder spanische Tour m\u00f6chte. Englisch w\u00e4re besser, Spanisch geht aber auch. Ich will keine Umst\u00e4nde machen. Aber ich bekomme eine englische private F\u00fchrung noch vor allen anderen, die auf den spanischen Rundgang warten. Ich hatte ja absolut keine Ahnung, wie Schokolade hergestellt wird und ich bin sehr froh, dass ich diese kleine s\u00fc\u00dfe Fabrik in Ba\u00f1os unterst\u00fctze mit meinem Besuch, da sie 100% organisch sind, die Familien der Kakaoplantagen direkt bezahlen und ihre Schoki wirklich nur hier vertreiben. Die Kakaobohnen werden fermentiert, getrocknet, gebacken, gemahlen, mit \u00dcberdruck und Hitze gepresst, um die Kakaobutter vom Kakaopulver zu trennen und dann kann man mit der Butter wei\u00dfe Schoki und mit dem Pulver Milchschokolade oder Bitterschoki herstellen. Alle Produkte der Herstellung k\u00f6nnen verwendet werden. Die Schale zum Beispiel landet im Tee. Ich bin begeistert. In der Fabrik arbeiten nur etwa 20 Leute und ich darf bei allem zuschauen. Alles geschieht von Hand. Als die Schoki eingepackt wird, komme ich mir wirklich wie bei Charlie und die Schokoladenfabrik vor. Ich darf alles probieren, vom Tee, zum Brotaufstrich, zu den vielen verschiedenen Sorten. Am Ende muss ich mich wehren, nicht noch mehr zu probieren, da ich wirklich nicht mehr kann. Mein absoluter Favorit: Zartbitter mit Zimt. Schmeckt nach 100% Zimt, einfach genial. Vollgefuttert habe ich somit meinen Plan von gestern erf\u00fcllt und damit am Ende 2 Tage gef\u00fcllt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz Regenwetter ging es heute raus. Ich hatte noch meinen Plan von gestern zu erf\u00fcllen. Also wieder rein in die Wandersachen und ab in die Stadt. Durch Ba\u00f1os bzw. an Ba\u00f1os vorbei flie\u00dft der Fluss (Rio) Pastaza durch eine riesige Schlucht. Ba\u00f1os trohnt quasi dar\u00fcber. 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