{"id":1751,"date":"2024-09-06T01:56:38","date_gmt":"2024-09-05T23:56:38","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1751"},"modified":"2024-09-06T18:56:43","modified_gmt":"2024-09-06T16:56:43","slug":"hoch-hinaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/09\/06\/hoch-hinaus\/","title":{"rendered":"Hoch hinaus"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"742\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240905_1439356412-742x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1750\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240905_1439356412-742x1024.jpg 742w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240905_1439356412-217x300.jpg 217w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240905_1439356412-768x1059.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240905_1439356412-1113x1536.jpg 1113w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240905_1439356412-1485x2048.jpg 1485w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240905_1439356412-600x828.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/PXL_20240905_1439356412-scaled.jpg 1856w\" sizes=\"auto, (max-width: 742px) 100vw, 742px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nachdem ein wenig Zeit in den Bananenplantagen vergangen war, konnte ich die letzte Nacht genie\u00dfen. Ich verga\u00df die wilden Tiere und Drogenkartelle so gut, dass ich sogar die erste Nacht mit offener Kofferraumklappe schlief, da es super angenehme Temperaturen hatte und ich den Sternenhimmel und die Ger\u00e4uschkulisse genoss. Heute morgen ging es dann in aller Fr\u00fche weg, da ich nat\u00fcrlich keinen bei der Arbeit bel\u00e4stigen wollte. Ich fuhr zun\u00e4chst auf 1500 hm, um direkt wieder auf einer einspurigen Schotterpiste super enge Serpentinen herunterzufahren. Der Kurvenradius hat gerade so f\u00fcr mein Auto gereicht. Google Maps funktioniert hier mal wieder nicht. Es gibt viel zu viele Feldwege, die mein Handy nicht kennt. Aber ich Frage mich durch, denn jeden Kilometer steht eine H\u00fctte. Nach 2 Flussdurchquerungen komme ich mit dem Auto nicht mehr weiter. Eine alte Dame erkl\u00e4rt mir den Weg und ich darf mein Auto auf ihrem Grundst\u00fcck, umgeben von unz\u00e4hligen frei laufenden H\u00fchnern, stehen lassen. Nicht weit und Truthahn macht mich von der Seite an. Ich Frage mich wirklich, wie diese Tiere \u00fcberleben, wenn sie den ganzen lieben langen Tag &#8220;Gubbel-gubbeln&#8221;. Ab dem ersten Meter sehe ich, dass der Weg normalerweise von Pferden genutzt wird. Dementsprechend ausgetrampelt ist er. Gottseidank ist keine Regenzeit, es muss eine Qual sein, hier langzulaufen. Da der Boden trocken ist aber alle Hufbreite eine andere H\u00f6he ist, f\u00e4llt das Laufen zu Fu\u00df etwas schwer aber die Umgebung entsch\u00e4digt. Es geht Kreuz und quer durch Bananenplantagen, Zuckerrohrfelder und vorbei an Cacao-Plantagen. Mitten durch. Die Augen immer auf den viel zu schmalen Trampelpfad, der nicht immer ganz eindeutig ist. Der Weg ist so ausgetreten, dass er an der tiefsten Stelle 2 m unter dem normalen Grund ist. Wie angek\u00fcndigt, komme ich an einer H\u00fctte an. Die Leute erkl\u00e4ren mir den weiteren Weg wenn auch extrem schnell und ich bin \u00fcberrascht, dass ich alles verstehe. Ich bin also schon Profi in Wegbeschreibungen auf Spanisch. Als ich weiter gehe, stehe ich pl\u00f6tzlich vor einem extrem gut gesicherten Tor aus Planken und Stacheldraht. Ich \u00fcberlege, ob es wirklich gewollt ist, dass ich hier langgehe. Ich drehe lieber nochmal um und vergewissere mich. &#8220;Jaja, kriech einfach drunter durch!&#8221;. Ich schwinge meine Rucksack dr\u00fcber und suche mir die mit 30 cm h\u00f6chste Stelle. Elegant wie eine Katze quetsche ich mich hindurch und bin saudreckig. Jetzt ist es wirklich nicht mehr weit bis mich die Hunde anknurren. Ich warte brav bis jemand kommt und Frage, ob ich zu dem Wasserfall kann. Nat\u00fcrlich! Ich werde \u00fcber das Gel\u00e4nge gef\u00fchrt, was eine eigene kleine Wanderung mit vielen H\u00f6henmetern f\u00fcr sich sein k\u00f6nnte. Durch die private Bananen- und Cacao-Plantage und dann unterbreche ich die Arbeit vom Vater, der gerade dabei hilft, dass das Haus endlich mit Strom versorgt wird. Die Gemeinde zahlt daf\u00fcr. Nun f\u00fchrt mich der Vater weiter und gibt mir eine Tour. Stolz zeigt er mir das G\u00e4stehaus, mit BBQ-Bereich, Aussichtspunkt und Schlafm\u00f6glichkeiten. Ich glaube ich bin im Paradies gelandet. Auch \u00fcber all seine Pflanzen zum Essen und Blumen, wei\u00df er genau Bescheid und teilt sein Wissen mit mir. Ich muss mich sputen, dass ich hinter ihm herkomme, als er von Stein zu Stein h\u00fcpft, als wir am Fluss ankommen. Er zeigt mir, wo ich baden kann und den Wasserfall Cascada de Vergel. Der Fluss hat ganz viele nat\u00fcrliche Pools geformt. Ich suche mir den sch\u00f6nsten aus und werde allein gelassen. Was f\u00fcr eine Abk\u00fchlung. Zum Fr\u00fchst\u00fcck gibt es eine Papaya, die ich auf dem Herweg gefunden habe und die den perfekten Reifegrad hat. Das Foto das Tages zeigt genau den Pool, den ich mir ausgesucht habe. Der R\u00fcckweg wird zur Torture. Es geht extrem steil bergauf und ich merke erst gegen Ende, dass ich aus Versehen einen anderen Trampelpfad genommen habe. Im Auto werde ich dadurch, dass ich klitschnass geschwitzt bin durch den Fahrwind gut herunter gek\u00fchlt. Ich fahre nur bergauf. In Guaranda entdecke ich einen besch\u00e4ftigten Markt und beschlie\u00dfe Halt zu machen. Erstmal gibt Obst und Gem\u00fcse zum Spotpreis, Nudeln, Haferflocken und ein neues Taschenmesser. Dann entdecke ich auch noch ein paar St\u00e4nde, wo Mittag gegessen wird. Es ist immer eine ziemliche Herausforderung wenn man fremd ist und nicht wei\u00df, was es gibt und wie das Prozedere ist. Denn heute habe ich nur einen Tisch mit essen gesehen und einen an dem schon 3 Frauen und 3 Kinder sa\u00dfen. Ich frage also etwas bl\u00f6d, was es gibt und wie es funktioniert. Ich darf mich noch mit an den Tisch quetschen, bekomme eine H\u00fchnersuppe und als Hauptspeise Bohnen mit Reis, Rote-Bete-Salat, meine erste rote Bete in S\u00fcdamerika, unfassbar, und Chuleta, was eine Scheibe R\u00fcckenfleisch vom Schwein ist, wenn ich es richtig verstanden habe. Dazu gab es selbstgemachten Heidelbeersaft, super lecker. Voll gefuttert ging es dann immer weiter und weiter nach oben. Ich wollte meiner Anzeige im Auto nicht glauben. H\u00f6r auf immer weiter anzusteigen. Ich darf nicht so weit oben schlafen. Ich bin bei 100 hm gestartet, sollte also maximal bis 3000 rauf. Aber das ist schon die oberste Grenze. Naja, was soll ich machen, wenn zwischen Stra\u00dfe und Natur eine riesen Bordsteinkante ist, die ich nicht \u00fcberwinden kann und so keinen Schlafplatz finden kann. Wen ich aber finde hier oben sind meine liebsten Vicu\u00f1as, die ich seit Argentinien sehr vermisst habe, haufenweise. Als ich am Nationalpark-Eingang Chimborazo ankomme, darf ich eigentlich nicht mehr rein, da es schon zu sp\u00e4t ist, aber hinter dem Tor, immer noch sehr st\u00fcrmisch, ist es deutlich &#8220;windstiller&#8221; als auf dem Parkplatz vorher. Das Nationalparks Bild wei\u00dft mich nochmal darauf hin, wie hoch ich bin und so sitze ich nun windumtost in der Sonne bei 4386 H\u00f6henmetern im abgeschlossenen Park und trinke flei\u00dfig literweise Coca-Tee, um nicht h\u00f6henkrank zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ein wenig Zeit in den Bananenplantagen vergangen war, konnte ich die letzte Nacht genie\u00dfen. Ich verga\u00df die wilden Tiere und Drogenkartelle so gut, dass ich sogar die erste Nacht mit offener Kofferraumklappe schlief, da es super angenehme Temperaturen hatte und ich den Sternenhimmel und die Ger\u00e4uschkulisse genoss. 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