{"id":1389,"date":"2024-07-04T05:54:09","date_gmt":"2024-07-04T03:54:09","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1389"},"modified":"2024-07-04T05:54:09","modified_gmt":"2024-07-04T03:54:09","slug":"keine-papageien-am-pico-do-papagaio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/07\/04\/keine-papageien-am-pico-do-papagaio\/","title":{"rendered":"Keine Papageien am Pico do Papagaio"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"461\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/img-20240703-wa0008125871557819159697799-461x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1388\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/img-20240703-wa0008125871557819159697799-461x1024.jpg 461w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/img-20240703-wa0008125871557819159697799-135x300.jpg 135w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/img-20240703-wa0008125871557819159697799-768x1707.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/img-20240703-wa0008125871557819159697799-691x1536.jpg 691w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/img-20240703-wa0008125871557819159697799-600x1333.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/img-20240703-wa0008125871557819159697799.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die F\u00e4hre bringt mich heute in aller Fr\u00fche auf die Ilha Grande. Zu meiner \u00dcberraschung f\u00e4hrt hier kein einziges Auto, was ich sehr genie\u00dfe. So ist der Weg zum Startpunkt meiner Wanderung schon eine Wanderung f\u00fcr sich. Anstatt auf einer Hauptstra\u00dfe entlang zu latschen und vor Autos in Deckung zu gehen, gehe ich auf einem roten Feldweg in Serpentinen mitten im Wald schon ordentlich viele H\u00f6henmeter nach oben. Nach einer dreiviertel Stunde komme ich bei der Beschilderung an: Pico do Papagaio, H\u00f6he: 959 m, L\u00e4nge: 7,4 km, Dauer: 6 h, Schwierigkeitsgrad: extrem. Rein in den dichteren Dschungel auf den schmalen Trampelpfad extrem steil bergauf. Heute sind es 29\u00b0C und die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch, da es die letzten Tage ja auch noch, zur sonst schon sehr hohen Luftfeuchtigkeit, geregnet hat. Dementsprechend dauert es nicht lange bis mein Gesicht nur so davonschwimmt. Der Schwei\u00df l\u00e4uft mir wirklich in Str\u00f6men die Wangen und das Kinn herunter. Ich muss also heute richtig aufpassen genug zu trinken. \u00dcber das Wurzelwerk geht es wie auf Treppen nach oben. Die V\u00f6gel singen mir dauerhaft ein St\u00e4ndchen. Da ich mich extrem auf den Weg konzentriere bemerke ich nicht mal die Wegezeichen wie mir sp\u00e4ter beim Abstieg auff\u00e4llt. Die riesigen B\u00e4ume mit ihren harten Kanten kann man allerdings nicht \u00fcbersehen und finde sie einfach nur unglaublich, das ist f\u00fcr mich wirklich wie ein Wunder. Ich lege ein ordentliches Tempo ein und treffe nach 2 Stunden auf ein Paar aus Italien. Zusammen gehen wir die letzten Meter gemeinsam zum vermeintlichen Gipfel. Wir m\u00fcssen eine kleine Kletterpartie hinlegen und haben dann eine super Aussicht. Wir ruhen uns aus und st\u00e4rken uns ein wenig bevor uns die W\u00e4rme dazu bewegt doch noch weiter hoch zu kommen auf den scheinbar unerreichbaren Pico do Papagaio. Wir m\u00fcssen also erst wieder ein wenig absteigen, um dann von der anderen Seite wieder aufzusteigen und diesmal klappt es tats\u00e4chlich. Wir sind ganz oben. 360\u00b0 Meerblick. Bis nach Rio k\u00f6nnen wir heute leider nicht schauen, da es etwas diesig ist, aber die Sicht ist trotzdem extrem weitreichend. Ich z\u00e4hle 19 riesige Containerschiffe. Um mir etwas Adrenalin abzuholen, setze ich mich oben auf die Kante. Ein wager Blick nach unten und mir wird richtig schwindlig bei dem Anblick. Schnell wieder zur\u00fccklehnen und die Aussicht mit immer noch gen\u00fcgend Bauchkribbeln genie\u00dfen. Die 800m freien Fall m\u00f6chte ich nicht am eigenen Leib erfahren und deshalb geht es nach 5 Minuten wieder in etwas sicherere Gefielde, auch wenn ich noch etwas gel\u00e4hmt bin vom Blick nach unten, was meine Beweglichkeit tats\u00e4chlich etwas einschr\u00e4nkt. Angst l\u00e4sst den K\u00f6rper auf seltsame Weise vergessen, wie man sich zu bewegen hat. Ein kurzer Blick auf die Uhr und ich habe nicht bemerkt, wie wir hier oben 2 Stunden verbracht haben. Verdammt, ich muss wieder runter. Ich nehme etwas die Beine in die Hand, auch wenn es etwas schwer f\u00e4llt, da es wirklich steil ist. Die H\u00e4nde klettern also fast die ganze Zeit mit. Entweder schwinge ich mich von Baum zu Baum oder die Steine geben einen guten Halt oder Sitz, um knieschonender und schneller nach unten zu gelangen. Als ich einmal kurz stehen bleibe, h\u00f6re ich etwas rascheln. Ich muss nicht lange suchen und sehe ein G\u00fcrteltier. Mit seinem K\u00f6pfchen w\u00fchlt es im Laub nach Nahrung und bekommt mich absolut nicht mit. Ich bleibe ganz still und leise stehen und beobachte das Ganze sicher eine halbe Stunde lang bis es 2 m hinter mir den Weg kreuzt und wieder die Nase ins Laub steckt. Ich beschlie\u00dfe weiter zu gehen, aber ganz langsam und leise. Und h\u00f6re direkt wieder ein Rascheln. Und nat\u00fcrlich entdecke ich auch direkt das n\u00e4chste G\u00fcrteltier, das aber davon schleicht. Wieder einige Meter weiter das n\u00e4chste Rascheln. Und diesmal h\u00e4lt es direkt auf mich zu. Einen halben Meter vor mir bleibt es stehen. Ich h\u00f6re es jetzt ganz laut schn\u00fcffeln. Ich bewege mich keinen Centimeter. Es stellt sich auf die Hinterl\u00e4ufe und versucht herauszufinden, was dieser seltsame ungewohnte Geruch ist. Ich kann es extrem gut beobachten. Die Krallen an den klauen\u00e4hnlichen F\u00fc\u00dfen, die borsten\u00e4hnlichen Haare an dem Panzer oder der ledrigen Haut, ich kann es gar nicht wirklich beschreiben, die lange Nase und dann dieser viel zu kleine Kopf f\u00fcr den gro\u00dfen K\u00f6rper. Es kommt n\u00e4her, schn\u00fcffelt an meinem Schuh und beschlie\u00dft, dass ich vermutlich nicht schmecken werde und geht unbeeindruckt weiter. Ich platze bald vor Freude, aber ich muss wirklich weiter. Ich will die F\u00e4hre nicht verpassen und ich habe keine Ahnung wie sp\u00e4t es ist, da mein Handyakku leer ist, weswegen ich auch kein Foto von den G\u00fcrteltieren habe. Also steige ich jetzt wieder etwas schneller und lauter ab und pl\u00f6tzlich kreischte oder quiekt es extrem laut auf meiner linken Seite. Ich bleibe kurz stehen und warte ab, aber nichts. Ich gehe weiter und genau das gleiche Ger\u00e4usch ert\u00f6nt nochmal, aber zu meiner Rechten. Ich sehe wie die Baumkronen wackeln und entdecke einen Lemur, wie er von Ast zu Ast springt. Ich f\u00fchle mich wie auf der Pirsch und mein Adrenalinspiegel ist mit den ganzen Tieren mindestens genauso hoch, wie auf dem Gipfel. Ich wei\u00df nicht, was ich mehr mag, aber ist ja auch v\u00f6llig egal. Hauptsache man genie\u00dft die Zeit, ganz egal wie und wo. In der Natur kann ich es aber definitiv immer am Besten. Was f\u00fcr ein Tag. Ich kann mein Gl\u00fcck kaum fassen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die F\u00e4hre bringt mich heute in aller Fr\u00fche auf die Ilha Grande. Zu meiner \u00dcberraschung f\u00e4hrt hier kein einziges Auto, was ich sehr genie\u00dfe. So ist der Weg zum Startpunkt meiner Wanderung schon eine Wanderung f\u00fcr sich. 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