{"id":1284,"date":"2024-06-14T03:21:30","date_gmt":"2024-06-14T01:21:30","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1284"},"modified":"2024-06-14T03:21:30","modified_gmt":"2024-06-14T01:21:30","slug":"afro-brasil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/06\/14\/afro-brasil\/","title":{"rendered":"Afro Brasil"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240613_1458428925887110909094679754-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1283\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240613_1458428925887110909094679754-768x1024.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240613_1458428925887110909094679754-225x300.jpg 225w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240613_1458428925887110909094679754-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240613_1458428925887110909094679754-600x800.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240613_1458428925887110909094679754.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In Brasilien leben die meisten Nachfahren von Afrikanern au\u00dferhalb Afrikas. Dieser Fakt wurde mir heute im Museu Afro Brasil im Parque Ibirapuera sehr deutlich vor Augen gef\u00fchrt. Ein riesiges Museum voller Beweise. Ein riesiges Museum voller Kunst, voller Kost\u00fcme und voller G\u00e4nsehaut. Brasilien war au\u00dferdem das letzte westliche Land, dass die Sklaverei abschaffte. Erst 1888 sagte man dem entgegen. Unglaublich f\u00fcr uns heute. Ich schlender also durch das Museum und ich bin heute mit extrem vielen Sch\u00fclern hier drin. Bl\u00f6d, dass ich kein portugiesisch kann, sonst k\u00f6nnte ich zuh\u00f6ren, was ihnen unterrichtet wird. Auch die Hinweistafeln sind leider ausschlie\u00dflich auf portugiesisch. Dementsprechend hei\u00dft es nur Bilder und Skulpturen anschauen. Im heutigen Foto des Tages ist eine Arbeit zu sehen, die mir G\u00e4nsehaut am ganzen K\u00f6rper verliehen hat. Dazu gab es 2 Gr\u00fcnde, einen guten und einen schlechten. Den schlechten Grund zuerst. Was hier dargestellt wird, ist traurig, aber die pure Wahrheit. Es stellt den Prozess der Gefangennahme und der Verschiffung der Afrikaner nach Brasilien dar. Sklaverei. Unvorstellbar in unserer heutigen Welt, wo wir wissen, dass wir alle gleich sind. Aber fort mit den tr\u00fcben Gedanken. Jetzt kommt der gute G\u00e4nsehautmoment an der ganzen Sache. Man sieht, dass das Kunstwerk mit M\u00fcll, mit Resten von irgendwelchen handels\u00fcblichen Alltagsgegenst\u00e4nden gestaltet wurde. Ich bin sofort ein paar Jahre zur\u00fcck gereist. Ich bin direkt mit meinen Gedanken in der heimischen Werkstatt. Immer, wenn mein Papa etwas gebaut hat, habe ich mir irgendwelche M\u00fcllreste vom Boden zusammengesucht und daraus etwas gebastelt, es zusammengeklebt und dann damit gespielt oder es verschenkt. Ewig habe ich nicht mehr daran gedacht, aber jetzt f\u00fchlt es sich an, als w\u00e4re es gestern gewesen. Wieder heraus aus meiner Traumblase, raus in die Wirklichkeit, raus ins heute. Der Park ist wundersch\u00f6n. Ich laufe am See entlang und genie\u00dfe die Zeit ein wenig im Schatten einer Palme, beobachte die V\u00f6gel und Kois im Wasser. Als ich weiter gehe, sind auch die Schulklassen wieder da. Sie befragen Passanten, aber irgendwie scheint mir auf der Stirn geschrieben, dass ich kein portugiesisch spreche, da ich erstmal gar nicht angesprochen werde. Erst ganz am Ende traut sich ein M\u00e4dchen mit mir zu reden. Ich stammel mir zurecht, dass ich kein portugiesisch kann. Von hinten ruft es: &#8220;Aber Englisch oder?&#8221; Und ich werde zum Hit des heutigen Tages. Sie freuen sich riesig mit einer Deutschen zu sprechen und ihr Englisch zu pr\u00fcfen. Die Umfrage handelt von brasilianischem Essen. Jackpot, das ist das einzige Thema zu dem ich einen Beitrag leisten kann. Sch\u00fcchtern, aber auch voller positiver Aufregung \u00fcbersetzen sie mir die Fragen: Welche Speisen von denen hast du schon gegessen? Welches dieser Gerichte, denkst du stammt nicht aus Brasilien? Und woher kommt es? &#8220;Feijoada, aus Afrika!&#8221; sage ich stolz und die 13-J\u00e4hrige meint: &#8220;Good job!&#8221; und bezeichnet mich noch zum Abschied als s\u00fc\u00df! Wow so ein Kompliment von einer 13-J\u00e4hrigen. Mit einem riesigen L\u00e4cheln im Gesicht gehe ich weiter im Park, nicht mehr lang und ich habe nach einigen Stunden hier alles gesehen. 4 Museen, 1 Planetarium, 2 Seen, 1 Restaurant, 1 Caf\u00e9, ganz viele BBQ- und Picknick-Bereiche, Spielpl\u00e4tze und ganz viele King-Coconuts zum Erfrischen. Au\u00dferdem werden Fahrr\u00e4der und Dreir\u00e4der f\u00fcr 2 verliehen, da der Park wirklich riesig ist, aber auch einfach wirklich sehr sch\u00f6n. Ich gehe nun die Stra\u00dfe entlang und treffe bald auf die Avenida Paulista. Eine riesige Stra\u00dfe mit Gesch\u00e4ftsgeb\u00e4uden, mit Kunst am Stra\u00dfenrand und nat\u00fcrlich, bei diesem Besucheransturm, auch vielen Stra\u00dfenverk\u00e4ufern. Es ist fast so gesch\u00e4ftig wie auf dem Broadway. Wenn man \u00fcber die Ampel geht, muss man sich einen Weg durch die sich begegnende Menschenmasse suchen und aufpassen, dass man auch wirklich an der anderen Seite ankommt. Ich kann diesmal nicht widerstehen, mir etwas zu g\u00f6nnen. Ich rede mir ein, ich mache mir ein verfr\u00fchtes Geburtstagsgeschenk. Die Sonne geht auch schon unter, also wird es f\u00fcr mich Zeit mit dem Uber\/Taxi zur\u00fcck in meine Unterkunft zu fahren. Schnell in den Badeanzug schl\u00fcpfen und rein in den Pool einige Bahnen ziehen. Das habe ich gebraucht. Ein bisschen Ruhe f\u00fcr mich nach dem regen Treiben am heutigen afrobrasilianischen Tag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Brasilien leben die meisten Nachfahren von Afrikanern au\u00dferhalb Afrikas. Dieser Fakt wurde mir heute im Museu Afro Brasil im Parque Ibirapuera sehr deutlich vor Augen gef\u00fchrt. Ein riesiges Museum voller Beweise. Ein riesiges Museum voller Kunst, voller Kost\u00fcme und voller G\u00e4nsehaut. Brasilien war au\u00dferdem das letzte westliche Land, dass die Sklaverei abschaffte. Erst 1888 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1283,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-1284","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-foto-des-tages"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1284"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1285,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1284\/revisions\/1285"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1283"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}