{"id":1256,"date":"2024-06-08T15:58:38","date_gmt":"2024-06-08T13:58:38","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1256"},"modified":"2024-06-08T15:58:38","modified_gmt":"2024-06-08T13:58:38","slug":"abgefahrener-waschtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/06\/08\/abgefahrener-waschtag\/","title":{"rendered":"Abgefahrener Waschtag"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"796\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/dji_fly_20240606_150436_179_1717704310131_photo_optimized25444465727578268413-1024x796.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1252\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/dji_fly_20240606_150436_179_1717704310131_photo_optimized25444465727578268413-1024x796.jpg 1024w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/dji_fly_20240606_150436_179_1717704310131_photo_optimized25444465727578268413-300x233.jpg 300w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/dji_fly_20240606_150436_179_1717704310131_photo_optimized25444465727578268413-768x597.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/dji_fly_20240606_150436_179_1717704310131_photo_optimized25444465727578268413-1536x1193.jpg 1536w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/dji_fly_20240606_150436_179_1717704310131_photo_optimized25444465727578268413-600x466.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/dji_fly_20240606_150436_179_1717704310131_photo_optimized25444465727578268413.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ganz aufgeregt wartet mein Biesti heute darauf, gestartet zu werden. Ich habe den Schl\u00fcssel nicht einmal komplett umgedreht und der Motor schnurrt wie ein K\u00e4tzchen. Bevor es aber auf die Stra\u00dfe geht, mache ich in aller Ruhe Fr\u00fchst\u00fcck am Meer. Mit jeder Minute wird es w\u00e4rmer und ich w\u00fcrde am liebsten ins Wasser h\u00fcpfen, bei dem Wellengang und Felsen ist mir das allerdings zu gef\u00e4hrlich. Was mache ich also, als ich losfahre? Richtig, Ausschau nach einem Strand halten. Gar nicht so einfach hier, aber irgendwann bin ich f\u00fcndig geworden. Ich schnappe mir direkt erstmal das Shampoo, springe ins Wasser und wasche mich das aller erste Mal im Meer. Das ist wirklich anspruchsvoll, wenn der Wellengang so stark ist, nicht seine Seife zu verlieren, sich auf den Beinen zu halten und dann noch das Atmen nicht zu vergessen. Diesmal musste ich ordentlich \u00fcber mich schmunzeln. H\u00e4tte ich mich selbst beobachtet, eyeyey. Immer diese seltsamen Touristen. Mir egal, danach war ich sauber und konnte das Meer, den Strand und die Sonne genie\u00dfen. Was ich schon vorher auf dem Weg beobachtet habe, ein paar Leute scheinen sich mit Blasentang Geld zu verdienen. Sie stehen am Wasser und schwingen einen kleinen Anker an einer Leine hin und her, bis der Tang in guter Position ist, werfen den Anker und holen ihn samt Gr\u00fcnzeug wieder ein. Die einen sind da erfolgreicher, die anderen weniger. Aber ziemlich interessant, womit man sich alles sein t\u00e4glich Brot verdienen kann. Der weitere Weg ist heute sehr verlassen, ich fahre durch eine riesige W\u00fcste. Und dann komme ich in ein Dorf, die hier meistens nur auf ein paar H\u00fctten bestehen und \u00fcberall wird das Gleiche verkauft, irgendwelche bunten Dosen. Bei genauerem Hinschauen f\u00e4llt es mir wie Schuppen von den Augen. Das sind Oliven! W\u00fcrde ich sie gern essen, w\u00e4re ich hier im Paradies. Ein Stand nach dem n\u00e4chsten und alle verkaufen sie Oliven. Nach dem Dorf folgen dann die entsprechenden Olivenb\u00e4ume und schon bin ich wieder in der W\u00fcste. Noch immer bin ich mit recht vielen LKW auf der Stra\u00dfe, bis ich auf einen unbefestigten Weg ausweiche in Richtung Marcona. Ein paar Meter und ich brauche mein Allrad schon. Der Wind hat hier so viel Sand auf die Stra\u00dfe geweht, dass ich mich direkt festfahre, wenn nur der Vorderradantrieb arbeitet. Ich bin v\u00f6llig allein hier. Schon etwas unheimlich, aber auch irgendwie abenteuerlich. Ich hole meine Drohne heraus und schie\u00dfe das heutige Foto des Tages. Weiter geht&#8217;s nach Marcona. Als es wie aus dem Nichts auftaucht und doch eine relativ gro\u00dfe Stadt ist, komme ich mir vor, als w\u00e4re ich gerade in einem guten Science-Fiction-Film. Die Stadt scheint die Farbe der W\u00fcste angenommen zu haben, scheint aber auch sehr viel Industrie zu haben. Schon aus der Ferne sehe ich riesige Silos und Maschinen. Als ich dort Richtung &#8220;Naturreservat San Fernando&#8221; abbiegen m\u00f6chte, ist die Stra\u00dfe durch eine Schranke versperrt. Der Pf\u00f6rtner fragt mich, wo ich hin m\u00f6chte. Ins Reservat! Er wieder: &#8220;Dazu brauchst du eine Zutrittsbescheinigung f\u00fcr die Mine, die du durchqueren musst.&#8221; Gottseidank erkl\u00e4rt er mir au\u00dferdem, wo ich diese bekomme und meint, dass es f\u00fcr mich kein gro\u00dfer Aufwand w\u00e4re. Ich fahre also diesmal nach Marcona herein, am Hafen vorbei, ist wirklich s\u00fc\u00df hier, und zum Officina Shougang. Sicherheit wird hier gro\u00df geschrieben. Die T\u00fcren sind schwere Eisentore und ich muss klingeln, um hereingelassen zu werden. Ich erkl\u00e4re kurz, was ich m\u00f6chte und die 2 Herren sind super freundlich. Der eine ist begeistert von meinem Biesti und der andere fragt mich: &#8220;Borussia Dortmund oder Bayern M\u00fcnchen?&#8221;, als er meinen deutschen Pass entziffert. Die, die mich gut genug kennen, wissen die Antwort, ansonsten m\u00f6chte ich hier eher liberal bleiben. Er meinte auch, dass ich mich sehr gl\u00fccklich sch\u00e4tzen kann, dass ich heute hier bin, da morgen Feiertag in Peru ist und somit niemand im B\u00fcro arbeiten wird. Wow, was f\u00fcr ein Gl\u00fcck, ich hatte grob damit geplant, eigentlich Samstag im Reservat zu sein. Da ich die letzten Tage aber so gut vorangekommen bin, ist es zu Freitag geworden und ich hatte heute au\u00dferdem beschlossen, schon mal die Nacht dort zu verbringen. Nach 10 Minuten hatte ich meine schriftliche Erlaubnis in den H\u00e4nden, f\u00fcr 2 Wochen die Mine mit Biesti betreten zu d\u00fcrfen. Erst jetzt bekomme ich mit, was f\u00fcr ein riesiges Ding das ist und erst jetzt wird mir klar, dass Shougang irgendetwas asiatisches zu sein scheint. Ich werde noch 3 Mal kontrolliert, muss jedes Mal meinen Reisepass und die Einfuhrerlaubnis vorzeigen und w\u00e4hrend ich hereinfahre, werden die Minenarbeiter mit Bussen in den Feierabend gebracht. Interessant, dass Google Maps auf diesem Privatgel\u00e4nde jeden noch so kleinen Feldweg kennt. Da die Sonne schon den Horizont ber\u00fchrt, fahre ich nur noch in eine nicht so besch\u00e4ftigte Gegend der Mine, aber heute nicht mehr ins Reservat. Jetzt muss alles flink gehen. Campingkocher raus, Gem\u00fcse schnibbeln und schnell f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage mit vorkochen. Der Hunger wird mit super leckeren vegetarischen Spagetti Bolognese gestillt. Das letzte Sonnenlicht reicht gerade so aus, um alles wieder im Auto zu verstauen und auch ich husche schnell hinterher. Heute schlafe ich also in einer hochsicheren vermutlich chinesischen Mine. Die Containerschiffe ankern auch schon vor dem Hafen und warten darauf beladen zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz aufgeregt wartet mein Biesti heute darauf, gestartet zu werden. Ich habe den Schl\u00fcssel nicht einmal komplett umgedreht und der Motor schnurrt wie ein K\u00e4tzchen. Bevor es aber auf die Stra\u00dfe geht, mache ich in aller Ruhe Fr\u00fchst\u00fcck am Meer. 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