{"id":1249,"date":"2024-06-06T01:37:19","date_gmt":"2024-06-05T23:37:19","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1249"},"modified":"2024-06-06T01:48:07","modified_gmt":"2024-06-05T23:48:07","slug":"zuruck-auf-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/06\/06\/zuruck-auf-0\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck auf 0"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"769\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240605_13044122123210918697741462402-769x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1247\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240605_13044122123210918697741462402-769x1024.jpg 769w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240605_13044122123210918697741462402-225x300.jpg 225w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240605_13044122123210918697741462402-768x1023.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240605_13044122123210918697741462402-1154x1536.jpg 1154w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240605_13044122123210918697741462402-600x799.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240605_13044122123210918697741462402.jpg 1502w\" sizes=\"auto, (max-width: 769px) 100vw, 769px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist um 6. Ich hatte eine erstaunlich warme Nacht. Das Auto springt auch sofort an. Also fahre ich direkt 4 km weiter zum Startpunkt meiner kleinen Wanderung f\u00fcr heute, &#8220;Catarata Capua&#8221;. Von Weitem kann ich einem Wasserfall ersp\u00e4hen, aber scheinbar ist es nicht der, zu dem ich m\u00f6chte, denn einige auf dem Trampelpfad gelegte Kakteen versperren mir den Weg und der andere Trampelpfad scheint frei. Also nehme ich diesen. Ich steige ab zu einem Flussbett und der Weg f\u00fchrt mich immer flussaufw\u00e4rts in einer schmalen Schlucht entlang. Der Fluss ist eher ein Bach und ringsum ist es sch\u00f6n gr\u00fcn durch Schilf und Bambus. Als der Weg durch zuviel Bambus versperrt ist, wurde ein Minitunnel hereingeschnitten, also Kopf einziehen und durch geht&#8217;s. Die Schlucht wird immer schmaler bis kein Platz mehr f\u00fcr Gr\u00fcnzeug ist. Nur noch der Bach und naja, jetzt auch ich. Ich akzeptiere es, dass ich nun im Wasser weiter gehen muss. Die Temperaturen sind ertr\u00e4glich und ich wei\u00df ja, dass trockene Socken im Auto auf mich warten. Das macht es leichter. Ein erster kleiner Wasserfall regnet als Naturdusche auf mich herab. Ich hoffe mal, das war es noch nicht und gehe weiter. Circa 1 km weiter kommt der n\u00e4chste. Er ist nicht viel h\u00f6her als der vorherige, f\u00fchrt aber mehr Wasser und f\u00e4llt in 2 Stufen am Fels hinab. Hm, ist das der Wasserfall, der angepriesen wurde? Da ein Wanderweg nicht existiert und somit auch keine Beschilderung vorhanden ist, gehe ich einfach mal weiter. Manchmal tapse ich in ein Loch und muss etwas lachen, als ich pl\u00f6tzlich bis zum Knie im Wasser verschwinde. Ansonsten ist der Bach aber nur schuhtief, was sicher stellt, dass meine F\u00fc\u00dfe definitiv eins mit dem Bach werden, aber mehr auch nicht. Einige gro\u00dfe Steine und Felsbrocken versperren jetzt den Weg und es wird doch noch eine kleine Kraxeltour daraus. Um die Ecke und ich nehme das Rauschen eines gr\u00f6\u00dferen Wasserfalls wahr. Ein paar Schritte noch und ich bin am Ende der Schlucht und wow, dieser Wasserfall musste sich mal verdient werden. Es hat sich aber auch gelohnt. In etwa 40 m freiem Fall st\u00fcrzt er herab. Die Felsen schie\u00dfen f\u00fcr mich das heutige Foto des Tages. Da ich langsam Hunger bekomme, mache ich mich nach ein wenig Wasserspa\u00df, ich bin jetzt einmal komplett nass, auch wieder auf den R\u00fcckweg. W\u00e4hrenddessen trocknen bis auf Str\u00fcmpfe und Schuhe meine Klamotten. 2 Stunden sp\u00e4ter bin ich beim Ausgangspunkt angelangt und mir begegnen 3 M\u00e4nner, die den Weg freischneiden wollen und erkundigen sich bei mir, wie ich es fand. Spitze, unglaublich! Au\u00dferdem kommt jetzt gerade eine Schulklasse an. Sie schw\u00e4rmen auf die umliegenden Felder zur Feldarbeit aus. Ich suche mir mit meinem Auto einen sch\u00f6nen Aussichtspunkt auf die umliegenden H\u00fcgel und fr\u00fchst\u00fccke in Ruhe. Als ich fertig bin geht&#8217;s auf die Stra\u00dfe. Die Landschaft ver\u00e4ndert sich sehr schnell und die Berge sehen aus wie Sandd\u00fcnen in der Sahara. Und ich mittendrin auf einer asphaltierten Stra\u00dfe. Es wird immer hei\u00dfer und die kurvenreiche Strecke f\u00fchrt in ein Tal. Pl\u00f6tzlich ist alles gr\u00fcn. Hier muss ein Fluss sein und so ist es auch. Au\u00dferdem bekomme ich heute meine ersten Kaktusfelder zu Gesicht. Ich bin mir sicher, dass hier Kaktusfeigen abgebaut werden. Nebendran stehen Weinreben. Und dahinter sieht man die &#8220;Sandd\u00fcnen&#8221;, die eigentliche Berge aus Sandstein sind. Ein unwirkliches Bild. Die Stra\u00dfe f\u00fchrt wieder aus dem Tal heraus, also genauso steil, wie es eben bergab ging, geht es jetzt wieder bergauf. Das ganze Spiel machen wir ein paar mal bis ich schlie\u00dflich am Meer ankomme. Gestern noch auf 4500 hm bin ich jetzt wieder auf Meeresh\u00f6he angekommen. Naja nicht ganz. Am Liebsten w\u00fcrde ich hereinspringen, aber ich finde einfach keinen Zugang. Wir befinden uns an Steilklippen. Was es hier aber gibt, sind unz\u00e4hlige aneinander gereihte Imbisse und Restaurants. Ich bekomme also so langsam Hunger vom Anblick und dem Geruch, der immer wieder durch das offene Fenster zu mir ins Auto str\u00f6mt. Ich beschlie\u00dfe mir heute mal eine gute Mahlzeit zu g\u00f6nnen, wei\u00df aber nicht so recht, wo. Zu gro\u00df ist die Auswahl. Als ich etliche LKW am Stra\u00dfenrand geparkt sehe, halte auch ich. Das ist immer ein gutes Zeichen. Gehe dort hin, wo die meisten Einheimischen hingehen. Und auch die Trucker wissen immer, wo es schmeckt. Also gehe ich hinein und bestelle eine Ceviche und eine Limo. Ich bekomme sofort eine riesige Sch\u00fcssel Suppe. Ein Fischkopf lunst mich an. Ich dachte zwar Ceviche sei was anderes, aber die Fischsuppe schmeckt auch hervorragend. Als ich noch nicht ganz fertig, aber schon ordentlich ges\u00e4ttigt bin, kommt meine Ceviche. Wow, was ein Anblick, das sieht nicht nur klasse aus, das schmeckt auch super. Nur, das soll ich jetzt noch essen? Kann ich es einpacken lassen und mitnehmen? Geht leider nicht. Naja, dann hei\u00dft es jetzt Reinhauen. Aber ganz schaffe ich es nicht. Auch der eine Liter Limonade f\u00fcllt meinen Magen ordentlich, aber die Fl\u00fcssigkeit habe ich definitiv gebraucht. Ich bin extrem froh \u00fcber meine Auswahl und falle im Fresskoma wieder in den Autositz. Ab jetzt geht es immer entlang der K\u00fcste. Die K\u00fcstenstra\u00dfe ist aber auch eine Bergstra\u00dfe. Was f\u00fcr eine Kombination. Eine gef\u00e4hrliche vor allem. Die Stra\u00dfenschilder wie &#8220;Zone mit gef\u00e4hrlichen Kurven&#8221;, &#8220;Gib acht auf dein Leben&#8221;, &#8220;Gib viel acht&#8221;, &#8220;Zone mit gef\u00e4hrlichem Steinschlag&#8221;, aber auch die vielen Kreuze am Wegrand weisen mich alle paar Meter darauf hin, dass ich die Augen besser auf der Stra\u00dfe behalten und nicht die dauerhaft traumhafte Aussicht auf Meer und Klippen genie\u00dfen sollte. Da die Sonne sich bereits senkt, muss ich nun wirklich mal einen Schlafplatz finden. Ab und zu sehe ich einen Strand unterhalb der Stra\u00dfe, aber es gibt absolut kein Herankommen. Und dann endlich, die Stra\u00dfe ist etwas tiefer und ich finde einen Weg zum Meer. Ein paar Einheimische sammeln die letzten Algen in riesigen B\u00fcscheln zusammen und sind auch schon weg. Einen Strand suche ich hier zwar vergebens, auch wenn er &#8220;Playa las Lamas&#8221; hei\u00dft, aber ich sitze auf einem Fels und schaue raus aufs Meer, w\u00e4hrend das Einzige, was die Sinne noch wahrnehmen k\u00f6nnen, das Meeresrauschen und die frische Brise sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heutige Wildtiersichtungen: 1 Chinchilla, 60-100 Andenkondore<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist um 6. Ich hatte eine erstaunlich warme Nacht. Das Auto springt auch sofort an. Also fahre ich direkt 4 km weiter zum Startpunkt meiner kleinen Wanderung f\u00fcr heute, &#8220;Catarata Capua&#8221;. 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