{"id":1245,"date":"2024-06-05T02:15:51","date_gmt":"2024-06-05T00:15:51","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1245"},"modified":"2024-06-06T01:23:10","modified_gmt":"2024-06-05T23:23:10","slug":"hohenbeflugelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/06\/05\/hohenbeflugelt\/","title":{"rendered":"H\u00f6henbefl\u00fcgelt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240604_20501683421302976270056388859-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1244\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240604_20501683421302976270056388859-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240604_20501683421302976270056388859-300x225.jpg 300w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240604_20501683421302976270056388859-768x576.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240604_20501683421302976270056388859-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240604_20501683421302976270056388859-600x450.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240604_20501683421302976270056388859.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Eigentlich dachte ich, es wartet die mit w\u00e4rmste Nacht auf mich. Als ich gesehen habe, dass das Auto einmal komplett eingeeist ist, habe ich verstanden, wieso ich friere. Als die Sonne dann alles abgetaut hatte, war dies mein Startschuss f\u00fcr den heutigen Tag. Dem Titicaca-See auf Wiedersehen sagend, fuhr ich zun\u00e4chst erstmal nach Juliaca. Interessant zu sehen, war hier der Schulbetrieb. Zur Schuluniform geh\u00f6rt nicht nur ein Trainingsanzug, sondern auch ein Sonnenhut in entsprechender Schulfarbe. Im Allgemeinen ist es sehr rar einen Peruaner ohne Hut oder M\u00fctze zu sehen. Ich bin dann ein paar Mal an den Gruppen von Sch\u00fclern vorbeigefahren, die gerade Morgensport gemacht haben und in der Gemeinschaft, 2 Sch\u00fcler vorneweg mit Flagge in der Hand, durch die Stra\u00dfen joggten. Da es keinen Gehweg gibt, passiert das Ganze tats\u00e4chlich mitten auf der Stra\u00dfe. Als ich aus Juliaca raus war, er\u00f6ffneten sich recht schnell die Berge, die mich sehr an die schottischen Highlands im Fr\u00fchjahr erinnerten. Grasbewachsene H\u00fcgel so weit das Auge reicht, wobei das Gras nicht mehr bzw. noch nicht wieder gr\u00fcn ist. Es ist eher Ockerfarben. Die Bergstra\u00dfe f\u00fchrt mich vorbei an mehreren gro\u00dfen Seen und die knuffigen Alpakas sind hier im Paradies. Mein erster Stop, gleichzeitig meine Fr\u00fchst\u00fcckspause, ist beim Hojo Solar, einem perfekt runden Krater indem sich Wasser gesammelt hat. Zugegeben, habe ich es mir etwas spektakul\u00e4rer vorgestellt, aber das Spektakul\u00e4rere an diesem Ort war, als ich mein Fr\u00fchst\u00fcck zubereitete und die T\u00fcren vom Auto offen stehen hatte und ich pl\u00f6tzlich ein Ger\u00e4usch h\u00f6rte. Kommt da ein Auto? Ich sehe nichts. Aber es wird immer lauter. Jetzt f\u00e4ngt es langsam aus v\u00f6lliger Windstille an leicht zu winden und mit einem Mal wird es so stark, dass alle T\u00fcren zufliegen und ich erst jetzt sehe, was es ist. Ein Wirbelsturm. Leider hat er auch eine M\u00fcllt\u00fcte mitgenommen. Wie ein Drache steigt sie immer h\u00f6her und h\u00f6her. Bei mir ist es jetzt wieder windstill, doch durch die M\u00fcllt\u00fcte kann ich genau erkennen, wo der Wirbelsturm jetzt ist. 10 Minuten sp\u00e4ter passiert nochmal exakt das Gleiche, nur, dass er diesmal 50 m neben dem Auto lang braust. Verr\u00fcckte Welt. Ich fahre weiter zu einem Wasserfall &#8220;Cataratas Pillone&#8221;. Genau genommen sind es 2. Beim ersten kleineren befindet sich Eis, was mich etwas erschrocken hat, da ich hier in 4500 m H\u00f6he mit T-Shirt unterwegs bin. Der 2. ist bedeutend beeindruckender. Zun\u00e4chst muss man ihn sich erst einmal verdienen und 200 m seilversichertes Gel\u00e4nde absteigen. Ich komme richtig aus der Puste. Kann mal jemand den Sauerstoffgehalt der Luft erh\u00f6hen? Meine sonst so trittsicheren Schritte taumeln etwas umher. Unten angekommen, kann man bis zum gesch\u00e4tzt 100 m breiten und 20 m hohen Wasserfall gehen und sich etwas abk\u00fchlen. Zusammen mit der Sonne zaubert er einen Regenbogen, aber auch ein ohrenbet\u00e4ubend lautes Rauschen. Ich setze mich etwas hin, zum einen, um das Naturschauspiel zu bewundern, zum anderen aber auch ganz ehrlich, um mich auszuruhen. Wenn ich schon vom Abstieg aus der Puste bin, wie soll dann der Aufstieg aussehen? Ich kann es sagen: Ich habe mich gef\u00fchlt, wie die unsportlichste Person auf Erden. Unfassbar. Mein Puls rast und die Muskeln sind so schwach. Ich bin froh, als ich am Auto ankomme. Ich bin nicht so fertig nach einer 12-Stunden-Wanderung. Nur 3 Minuten weiter gibt es einen Mirador\/Aussichtspunkt inmitten von Felsformationen. Es geht wieder ein St\u00fcck bergauf. Meine Schritte sind langsam und tr\u00e4ge, aber entgehen lassen m\u00f6chte ich es mir auch nicht. Oben angekommen, merke ich pl\u00f6tzlich, dass ich kurz davor bin umzufallen und mir 1 Sekunde schwarz vor Augen wird. Ich kann mich nochmal zusammenrei\u00dfen und bleibe auf den Beinen. Pass auf dich auf! Das Gute ist, ich bin in sicherem Terrain. Trotzdem torkle ich jetzt nur noch zur\u00fcck zum Auto und rutsche auf v\u00f6llig geradem Untergrund zu Seite weg und muss \u00fcber mich selbst lachen. Ich f\u00fchle mich wie auf Drogen. Ich setze mich ins Auto und brauche erstmal 5 Minuten bevor ich losfahre. Alles andere w\u00e4re zu gef\u00e4hrlich. Es f\u00e4llt selbst schwer, die Arme zum Lenkrad hoch zu heben und das Bein zwischen Kupplung und Bremse zu wechseln. Krass, dabei bin ich vielleicht allerh\u00f6chstens 3 km und 300 hm gelaufen. Auf einen weiteren Spaziergang verzichte ich deshalb heute mal. Ich fahre nun mit ganz vielen LKW die Passstra\u00dfe entlang und dann passiert es. Ich erlebe meinen ersten LKW-Unfall mitten in den Anden. Ich kann gottseidank noch rechtzeitig in die Bremsen treten, aber dann geht erstmal nichts vor und zur\u00fcck. Dem Fahrer ist gottseidank nichts passiert. Die Polizei kommt, der Abschlepper und der Verkehr wird nach und nach mit einer roten und gr\u00fcnen Fahne am Unfall vorbei geleitet. Eigentlich wollte ich heute bei Thermalquellen \u00fcbernachten, aber als ich den Coca-kauenden einheimischen Opi frage, wo sie sind, lachte er nur und meinte, die haben im Moment 0-12\u00b0C. Oh nein danke, also fahre ich weiter. Die Blicke immer in den Bergen und ich ersp\u00e4he 2 rauchende Vulkane. Wow. Ich kann es nicht fassen. Zwischen den LKWs qu\u00e4len wir uns nun noch wieder nach unten und hier sieht es ganz anders aus, als heute morgen auf der anderen Seite. Saftig gr\u00fcn. Ich halte schnell an und schie\u00dfe das heutige Foto des Tages. In der ersten Stadt setze ich den Blinker und fahre von der Hauptstra\u00dfe ab, um meinen Schlafplatz in den umliegenden H\u00fcgeln zu suchen. Schon geht auch die Sonne unter, ich habe Blickkontakt zu einem weiteren aktiven Vulkan und der Sternenhimmel erscheint 17:45.<\/p>\n\n\n\n<p>Heutige Wildtiersichtungen: tausende Alpakas und Vicu\u00f1as <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich dachte ich, es wartet die mit w\u00e4rmste Nacht auf mich. Als ich gesehen habe, dass das Auto einmal komplett eingeeist ist, habe ich verstanden, wieso ich friere. Als die Sonne dann alles abgetaut hatte, war dies mein Startschuss f\u00fcr den heutigen Tag. Dem Titicaca-See auf Wiedersehen sagend, fuhr ich zun\u00e4chst erstmal nach Juliaca. 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