{"id":1223,"date":"2024-06-02T02:38:45","date_gmt":"2024-06-02T00:38:45","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1223"},"modified":"2024-06-02T02:38:45","modified_gmt":"2024-06-02T00:38:45","slug":"absolutes-verkehrschaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/06\/02\/absolutes-verkehrschaos\/","title":{"rendered":"Absolutes Verkehrschaos"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240601_2117340581855901625793710244-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1222\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240601_2117340581855901625793710244-768x1024.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240601_2117340581855901625793710244-225x300.jpg 225w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240601_2117340581855901625793710244-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240601_2117340581855901625793710244-600x800.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pxl_20240601_2117340581855901625793710244.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Fuchs wie ich bin, habe ich heute das Auto so geparkt, dass direkt die ersten Sonnenstrahlen meinen Motor w\u00e4rmen. Als ich halb 8 aufgewacht bin, habe ich beschlossen, noch 2 Stunden zu lesen und dann den ersten Startversuch zu wagen. Dann aber pl\u00f6tzlich, es klopft an mein Auto und gleich noch einmal. Ich krabbel nerv\u00f6s aus dem Bett und schaue nach drau\u00dfen. 2 M\u00e4nner fragen mich, was ich hier treibe. Mit meinem chilenischen Kennzeichen falle ich nat\u00fcrlich direkt auf. Als ich ihnen sage, dass ich hier geschlafen habe und heute nach La Paz weiter fahre, ist alles wieder gut und sie l\u00e4cheln mich mit ihren 3 \u00fcbrig gebliebenen Z\u00e4hnen an und sind schon wieder weg. Da ich nun schon mal aufgestanden bin, lese ich nach dem ersten Fehlstart drau\u00dfen in der Sonne weiter. Der Motor springt genau 9:30 an, wie urspr\u00fcnglich geplant, auf die Minute. Ich muss etwas schmunzeln.&nbsp; Ich biege wieder auf die Ruta 1 ab und bin ziemlich froh, genau dort geschlafen zu haben, denn ab hier schlie\u00dft sich ein Dorf an das n\u00e4chste. \u00dcber den H\u00fcgel und pl\u00f6tzlich er\u00f6ffnet sich eine Stadt &#8211; La Paz. Ab hier beginnt absolutes Verkehrschaos. Ich habe noch 1,5 Stunden bis zu meiner Unterkunft zu fahren. Meine Mama w\u00e4re in jeder Minute mindestens 5 mal gestorben. 1 Auge beobachtet den Verkehr, der logischerweise ohne Verkehrszeichen im Wirrwarr endet. 1 Auge schaut auf die Karte, um zu wissen, wo ich hin muss. 1 Auge scannt dauerhaft die Stra\u00dfe nach Schlagl\u00f6chern und ich wei\u00df gar nicht, wie die Dinger hei\u00dfen, asphaltierte H\u00fcgelhindernisse auf der Stra\u00dfe, damit man langsamer f\u00e4hrt, die mindestens alle 200 m kommen und wirklich sehr hoch sind und ein Auge beobachtet die Menschen, die ab und zu einfach \u00fcber die Stra\u00dfe rennen, um noch schnell das Sammeltaxi im Kleinbus zu bekommen. Macht summa summarum 4 Augen. Richtig, auch ich habe nur 2 Augen, aber irgendwie klappt&#8217;s dann doch. Mittlerweile glaube ich aber, dass Google Maps Spa\u00df daran hat, mich zu irgendwelchen Stra\u00dfen zu f\u00fchren, die besonders schlecht sind, gerade erst erbaut werden oder gar nicht mit dem Auto passierbar sind. Ich musste ganze 3 Mal umdrehen. Ein Mal in extrem steilen Serpentinen, denn wer es noch nicht wei\u00df, La Paz ist irgendwann mal mitten in den Bergen hinein explodiert. Ich wei\u00df nicht wieso ausgerechnet hier eine Millionenmetropole entstanden ist, wenn es hunderte Kilometer vorher absolutes Flachland gibt. Naja, ich bin ziemlich stolz auf mich, dass ich das Auto genau dort wenden konnte. Als ich dann bei meiner Unterkunft ankam, war ich v\u00f6llig platt und durchgeschwitzt, aber das Wichtigste: Biesti steht unbeschadet und sicher in einer Tiefgarage. Wenn ich schon mal in La Paz bin, dachte ich mir, muss ich mir die Stadt auch anschauen. Zugegeben ging mein erster Gedanke in die Boulderhalle, aber die hat leider am Wochenende geschlossen, also musste ich doch mal ein richtiger Tourist sein. Nun gut, so ganz dann doch nicht. Zu den Bergen mit der Gondel hochfahren brauche ich nicht, da ich von genau dort gekommen bin und auf dem Weg schon ein paar mal ausgestiegen bin und die Aussicht genossen habe, aber ich will zum Markt. Samstags ist Markttag und wo lernt man eine Kultur besser kennen, als auf einem Markt. Es gibt nicht wirklich einen Marktplatz, es werden einfach die Stra\u00dfen benutzt. Nicht nur links und rechts, nein es passen kaum 2 Menschen nebeneinander zwischen den St\u00e4nden durch, so dicht an dicht sind sie gedr\u00e4ngt und verkaufen alles m\u00f6gliche, von Gem\u00fcse \u00fcber Obst, wie Cherimoya und Drachenfrucht, zu Brot und K\u00e4se, auch Gew\u00fcrze, Kohle in Plastiks\u00e4cken und Kleidung wird Feil geboten. Die einzigen Waren, die \u00fcberdacht angeboten werden, sind Fleisch und Fisch, vermutlich, um vor der Hitze Schutz zu haben. Einige Verk\u00e4ufer sind sehr engagiert bei der Sache, w\u00e4hre Marktschreier, w\u00e4hrend andere schon eingenickt sind oder am Handy herumspielen. Ich bin im Paradies und scherze mit einigen Leuten herum. Ich merke, dass sie hier eher daran gew\u00f6hnt sind, Touristen zu sehen, als an den Orten in Bolivien, wo ich bisher war. Oder sie sind einfach weltoffener, weil sie in einer Gro\u00dfstadt leben bzw. arbeiten. Ein anderer Tourist ist mir auf dem Markt jedenfalls nicht \u00fcber den Weg gelaufen. In meinem Einkaufsbeutel landen Tomaten, Avocados, \u00c4pfel, Bananen, Paran\u00fcsse, Ingwer, Knetbrot und sogar Erdbeeren. Ich kann nicht daran vorbeigehen. Und selbstverst\u00e4ndlich durfte ich alles vorher probieren. Mein Weg f\u00fchrt mich weiter zu einer Stra\u00dfe, die mit Regenschirmen \u00fcberspannt ist &#8220;La Calle de los Paraguas&#8221; und scheinbar die Wollstra\u00dfe ist. In jedem Laden gibt es hier Dinge aus Lama- und Alpakawolle. Auf sowas habe ich gewartet. Ich verbringe ziemlich lange damit, die Standardware herauszufiltern und Einzelst\u00fccke zu finden. Am Ende bin ich um 2 Wollpullis, 2 Kissenh\u00fcllen und einen Rucksack reicher. Ich bin sehr froh, diese Einzelst\u00fccke herausgefischt zu haben und selbst ein anderer Verk\u00e4ufer war von meinem Rucksack begeistert und hat gefragt, wo ich ihn her h\u00e4tte und wollte ihn mir abkaufen. Jackpot. Eine bessere Best\u00e4tigung k\u00f6nnte ich nicht bekommen. Mit schweren Taschen und schwer atmend geht es nun nur noch zur\u00fcck ins Hostel, da es so langsam dunkel wird. Die Erdbeeren werden heute zum Abendessen vernascht und ich denke dabei ein wenig an zu Hause, wie ich die Walderdbeeren vom Teich naschen w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fuchs wie ich bin, habe ich heute das Auto so geparkt, dass direkt die ersten Sonnenstrahlen meinen Motor w\u00e4rmen. 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