{"id":1166,"date":"2024-05-30T01:32:04","date_gmt":"2024-05-29T23:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/?p=1166"},"modified":"2024-05-30T15:33:35","modified_gmt":"2024-05-30T13:33:35","slug":"salz-fur-die-seele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/2024\/05\/30\/salz-fur-die-seele\/","title":{"rendered":"Salz f\u00fcr die Seele"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"757\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/pxl_20240529_15145767224850977350939293828-757x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1165\" srcset=\"https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/pxl_20240529_15145767224850977350939293828-757x1024.jpg 757w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/pxl_20240529_15145767224850977350939293828-222x300.jpg 222w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/pxl_20240529_15145767224850977350939293828-768x1039.jpg 768w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/pxl_20240529_15145767224850977350939293828-1136x1536.jpg 1136w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/pxl_20240529_15145767224850977350939293828-600x811.jpg 600w, https:\/\/lets-world.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/pxl_20240529_15145767224850977350939293828.jpg 1479w\" sizes=\"auto, (max-width: 757px) 100vw, 757px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Erstmal \u00fcberlegen, wo ich heute aufgewacht bin. Heute ist so viel passiert. Ich bin ziemlich froh, mittlerweile das Foto des Tages als Tagebuch zu verwenden, sonst w\u00fcrden so viele Eindr\u00fccke in Vergessenheit geraten. Ich habe heute einen neuen Fr\u00fchaufsteher-Rekord hingelegt. Bereits 6:45 war ich unterwegs. Ich fahre nicht lange und schon sammle ich die erste Person ein, die den Daumen heraush\u00e4lt. Halt, es sind 2. Aber ich habe nur einen freien Platz. Kein Problem Marie und ihre Mutter quetschen sich zu zweit auf den Beifahrersitz und wir fahren weiter. Sie m\u00fcssen zur Arbeit, die wie in Deutschland auch 8 Stunden dauert. Sie sind beide Stra\u00dfenarbeiterinnen. Wir unterhalten uns wieder super und am Ende wird &#8220;Tsch\u00fcss, Mama!&#8221; zu mir gesagt, da die Mutter von ihr, dessen Namen ich leider vergessen habe, auch Patricia hei\u00dft. Als sie mich fragen, wie viel ich haben m\u00f6chte, bin ich kurz verwirrt und sage nat\u00fcrlich gar nichts. Der Weg f\u00fchrt mich weiter durch die bunten Berge. \u00dcberall stehen einzelne verlassene Steinh\u00fctten. Von vielen Stra\u00dfenschildern werde ich hingewiesen: &#8220;Paso de animales&#8221;. Auf den Schildern sind Lamas, Vicu\u00f1as und Suris (Laufv\u00f6gel) abgebildet. Und tats\u00e4chlich sehe ich die n\u00e4chsten 100km extrem viele davon bzw. gibt es in keinem Augenblick, in dem ich nichts zu Gesicht bekomme in diesem Gebiet. Wow, ich f\u00fchle mich wie im Paradies und das, obwohl die Flora hier gar nicht \u00fcppig ist, eher steppen\u00e4hnlich, gefolgt von Sandd\u00fcnen und im Hintergrund schlie\u00dfen sich die Berge an. Langsam wird der Boden immer salziger und pl\u00f6tzlich bin ich in Uyuni. Ich irre etwas auf den unbefestigten staubigen Stra\u00dfen der Stadt umher, in der Hoffnung ein Schild zu finden, das mir den Weg in die Salar wei\u00dft. Als ich am anderen Ende angekommen bin, frage ich mich durch und stehe pl\u00f6tzlich mitten in der gr\u00f6\u00dften Salzw\u00fcste der Welt. Ohne einen Parkeingang oder sonstiges. Ohne einen Pfennig daf\u00fcr zu bezahlen. Da es relativ gef\u00e4hrlich ist, auf eigene Faust hier zu sein, h\u00e4nge ich mich direkt an ein anderes Fahrzeug hinten dran, das gerade an mir vorbeigefahren ist und ziemlich zielstrebig irgendwohin zu fahren scheint. Wir kommen zu einem Punkt, wo ein Zeichen &#8220;Bolivien&#8221; aufgestellt ist und ein paar Salzh\u00fcgel aufgeschichtet sind. Die anderen Touristen machen davor Fotos, ich jedoch interessiere mich viel mehr f\u00fcr die beiden Bolivianer, die an einem Wasserbecken ihre Beine ins Wasser halten. Ich frage, ob es warm ist, da es blubbert. Der Mann meint, es sei hei\u00df und lacht dabei. Nach einer kurzen Probe merke ich, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Die Frau erkl\u00e4rt mir, dass sie Schmerzen in den Beinen hat und das Wasser die Durchblutung f\u00f6rdert und so den Schmerz lindert. Ich setzte mich kurz dazu, versuche den Schwefel-Geruch nach faulen Eiern, der mir entgegen str\u00f6mt zu ignorieren und bekomme eine ordentliche Salzkruste auf meiner Haut. Der Guide, dem ich zuvor gefolgt bin, erkl\u00e4rt mir voller Freude, wo ich als n\u00e4chstes hinfahren kann. Ich komme an einem Denkmal mit extrem vielen Flaggen und einem Hotel an. Hm, war es das? Cedric, ein Fahrradreisender aus Frankreich, will gerade an mir vorbeifahren, als ich ihn frage, ob er eine Idee hat, was wir hier noch so machen k\u00f6nnen. Eine Cola sp\u00e4ter schwingen wir sein Rad auf mein Dach und navigieren uns gemeinsam durch die Salzw\u00fcste. An der Isla Inca Huasi angekommen, entdecken wir andere Reisetruppen, die hier tats\u00e4chlich ein riesiges Buffet aufgebaut haben und auf St\u00fchlen mit Stuhlhussen sitzen. Unglaublich, aber wahr. Mitten in der gr\u00f6\u00dften Salzw\u00fcste der Welt hat man scheinbar keine anderen Probleme. Wir setzen uns kurz an den unwirklichen Ort, einer kleinen Insel aus Stein mit Kakteen bewachsen inmitten 10.582 km\u00b2 flachen Salzbodens. Da Cedric von Nord nach S\u00fcd unterwegs ist und ich in umgekehrter Richtung, erkl\u00e4rt er mir noch den Weg zur\u00fcck, da man sich hier sehr leicht verirren kann, da alles eine wei\u00dfe Ebene ist und Entfernungen absolut falsch eingesch\u00e4tzt werden. Immer den Vulkan vor Augen fahre ich nun wieder ausw\u00e4rts, beschlie\u00dfe aber die Nacht in der Salar zu bleiben. Ich hole den Campingstuhl heraus und mache absolut nichts. Es ist extrem ruhig hier. Nur wenn ich \u00fcber das Salz laufe, h\u00f6rt es sich an, als w\u00fcrde ich auf Glasscherben gehen. Der Sonnenuntergang ist besonders. Der Himmel verwandelt sich in eine Art Regenbogen. Meine Kamera kann es leider nicht aufnehmen. Sowie die Sonne weg ist, wird es kalt und ich krabbel in mein Bett. Ich bin gespannt, wie kalt es in der Nacht noch wird&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmal \u00fcberlegen, wo ich heute aufgewacht bin. Heute ist so viel passiert. Ich bin ziemlich froh, mittlerweile das Foto des Tages als Tagebuch zu verwenden, sonst w\u00fcrden so viele Eindr\u00fccke in Vergessenheit geraten. Ich habe heute einen neuen Fr\u00fchaufsteher-Rekord hingelegt. Bereits 6:45 war ich unterwegs. 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