
Es hat nicht viel Überzeugung gebraucht, lediglich eine Online-Registrierung und schon war ich mit UV heute morgen früh auf den Beinen. Der Weg führt uns direkt ins Tal “Cañadon de la Oveja” zunächst durch einen Wald und sowie wir ein paar Höhenmeter machen, werden die Bäume durch Steine ausgetauscht und der Blick öffnet sich. Die Wettervorhersage für heute sah ziemlich schlecht aus mit viel Regen. Wir werden von Sonnenstrahlen gekitzelt, während der Mond noch immer hoch am Himmel steht. Wir können uns also nicht beschweren. Wir quälen und den Berg nach oben, um anschließend mit Weitsicht und unglaublich vielseitigen Ausblicken 1 Stunde weiter taleinwärts zu gehen. Ein wenig um die Ecke und wir erspähen unser Ziel, die “Cueva de Jimbo”. Noch viel weiter oben auf der anderen Seite des Tales. Da wir keinen Trampelpfad dorthin entdecken und wissen, dass es definitiv keinen markierten Wanderweg dorthin gibt, waren wir unheimlich froh, dass wir sie so einfach erspäht haben, es bedeutete aber auch, dass wir erst nach unten ins Tal, den Fluss queren und auf der anderen Seite wieder hoch müssen. Da ich mehr Erfahrung von uns beiden habe, liegt es in meiner Hand, den Weg auszuwählen. Dadurch, dass die Berge recht steil sind und alles nur loser Schutt ist, entscheide ich mich dazu im Gletscherflussbett nach oben zu steigen, wo die Steine etwas größer und festeren Halt haben. Immer wieder ein Blick hinter beziehungsweise unter mich, aber UV schlägt sich wirklich gut. Soetwas macht definitiv nicht jeder mit. Im Nachhinein bedanke ich mich bei ihr, dass sie mit mir dort aufgestiegen ist und sie sich bei mir, dass ich sie dort hochgequält habe. Als wir oben ankommen, sind sofort alle Flüche und Bedenken verflogen. Wer denkt, dass ich in der Antarktis genug Eis gesehen habe, täuscht sich. Wir sehen eine riesige Gletscherhöhle. Es reizt mich sehr hindurch zu gehen, aber diese Gefahr kann ich nicht auf mich nehmen. Gefahren, für die ich selbst verantwortlich bin ja, aber von einem Eisklotz erschlagen zu werden, steht nicht auf meiner Bucket-List. Vor 2 Jahren ist nämlich genau das mit einem Touristen passiert und seitdem ist der Tunnel gesperrt. Diesmal bleibe ich also brav und befolge die Aufforderung, den Tunnel nicht zu betreten. Es ist trotzdem ein unglaublich traumhafter Anblick. Wieder einmal nicht von dieser Welt und doch unglaublich, dass es von dieser Welt ist und unsere Erde in der Lage ist, so etwas unglaublich Schönes zu kreieren. Wir haben unsere Mittagspause hier, aber als es anfängt zu schneien entscheiden wir uns für den Abstieg. Von oben haben wir einen kleinen Trampelpfad entdeckt und gehen diesen entlang, die Sonne kommt heraus und der Himmel schenkt uns 2 Regenbögen. Wir könnten nicht glücklicher sein. “Radio Patricia” läuft jetzt wieder auf Hochtouren. Für alle, die noch nicht wissen, was das ist: Sowie ich glücklich bin und es mir gut geht, muss ich beim Wandern anfangen zu singen. Wir haben die kompletten 4 Stunden auf dem Rückweg gesungen. UV ist der perfekte Wanderpartner dafür, da sie jedes Lied und jeden Liedtext kennt. Der Rückweg führt uns unten im Tal entlang des Flusses. Die vielen Wildpferde scheinen den Weg auch regelmäßig zu nehmen, er ist komplett zertrampelt, dadurch sehr sumpfig und ein paar mal stecken unsere Schuhe im Schlamm, was aber absolut kein Problem ist, da wir 3 mal den Fluss queren müssen und unsere Schuhe so wieder sauber werden. Da es Ende des Sommers ist, ist der Flusspegel entsprechend hoch vom vielen Gletscherwasser und wir haben keine Möglichkeit trocken auf die andere Seite zu kommen. Es ist außerdem alles extrem grün durch das viele Wasser. Wir kommen völlig zufrieden und erschöpft wieder am Taleingang an und werden per Anhalter direkt zu einer heißen Suppe gebracht. Dieses Gefühl nach einer solchen Wanderung – unbeschreiblich schön!